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Zufällig erfuhren wir von der Australienreise von Fr. Strunz und dachten: „Davon könnte unser Englisch-Kurs in der Oase profitieren!“ Zu unserer Freude erklärte sie sich dazu bereit, uns darüber zu berichten, natürlich in Englisch. An einem Mittwoch im Februar war es dann soweit: Wir hatten schon im Vorfeld etliche Fragen zu uns interessierenden Themen erarbeitet und waren nun ganz gespannt.
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Nach 20 Stunden Flug landete Fr. Strunz bei Freunden im Süd-Osten von Australien: Warrnambool, ca. 300 km westlich von Melbourne. Die Fläche Australiens beträgt etwa das 22- fache Deutschlands, wobei 1/3 dieser Fläche Wüste ist. Lediglich 20 Millionen Einwohner besiedeln das Land. Überraschenderweise beschränkt sich die landwirtschaftliche Nutzfläche nur auf ca. 3 %, 25 % beansprucht die Industrie. Hinzu kommen Bodenschätze wie Gold, Opale, Eisen, Uran und Diamanten, die in Minen gefördert werden. Ansonsten stehen Dienstleistung und Tourismus im Vordergrund. Sehr bemerkenswert empfand Fr. Strunz die Freundlichkeit und Höflichkeit der Australier. Warteschlangen werden geduldig ertragen, im Stassenverkehr zu schimpfen ist verpönt. Ebenso ist die Maximalgeschwindigkeit von 100 Meilen/h möglicherweise auch eine Ursache für eine stessfreiere und entspanntere Lebensweise. Vergnügen bereitet den Australiern immer ein Bad im nur 17 °C kalten Pazifik, auch Surfen und Wellenreiten lieben sie. Sie beklagen sich dabei auch nicht, dass sie aufgrund erhöhter UV- Strahlung (Ozonloch!) auf Kopfbedeckung, langärmelige Kleidung und Sonnencremes zurückgreifen müssen.
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Weitere Besonderheiten sind z. B. dass es in den Restaurants immer kostenloses, gekühltes Wasser gibt. Alkohol wird oft nicht ausgeschenkt, darf aber mitgebracht werden. Sehr beliebt ist Grillen, also Barbecues. Dafür stehen öffentliche, gas- oder strombetriebene Grillplätze vor allem zur Vermeidung von unkontrollierten Bränden zur Verfügung. Die einzige Gefahr hierbei besteht in den kleinhirnigen, etwas aggressiven Emus, die sich aber durch Nachahmung ihrer Gestalt mit Besenstielen leicht vertreiben lassen.

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Wegen der Trennung dieses Kontinents von einer großen Festlandmasse, die Gondwana genannt wurde, konnten sich dort einzigartige Tiere und Pflanzen entwickeln, z. B. viele verschiedene Beuteltiere, Giftschlangen, -spinnen, - frösche, die höchst giftige Würfelqualle, Emus, Koalas, Papageien, Sittiche, das Wombat, Opossum, Geckos, Agamen, Krokodile und Haie. Gelegentliche Übergriffe auf Badende sind hier möglich.
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Unter den Pflanzen sind auch Heilpflanzen zu finden, dazu gehören Tea-Tree und Eukalyptus. Aber auch die fleischfressende Kannenpflanze windet sich 10 Meter die Bäume hoch. Fr. Strunz erwähnte auch die Aborigines, die wieder mehr Rechte und Lebensraum haben; viele sind mit der eingewanderten Bevölkerung vermischt. Die Urbevölkerung ist inzwischen auf 350000 Menschen angewachsen und erinnert sich wieder an ihre traditionelle Kunst und Lebensweise mit den Traumpfaden, den alten Wanderrouten. Australien ist ein wunderschönes Land, das man natürlich in 2 Wochen nur zu einem kleinen Teil erforschen kann. Fr. Strunz war schon mehrmals dort und plant weitere Reisen zu ihren Freunden. Der günstige Wechselkurs ist für Touristen allgemein sehr erfreulich, da er sich „Geldbeutel schonend“ auf die Reisekasse auswirkt. Vielleicht kommen wir dann wieder in den Genuss eines Reiseberichtes! Zunächst aber bedanken wir uns nochmals ganz herzlich für diesen unterhaltsamen Vormittag mit Fr. Strunz! Brigitte und Andrea
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(Europäische Lerngemeinschaften zur Aus- und Weiterbildung psychisch kranker Menschen)
Dies ist eine Zusammenfassung der Übersetzung des englischen Rundschreibens vom Januar 2008.
Einführung in das Elect -Projekt!!
Dies ist der erste Rundbrief des Elect- Projektes. Er stellt die jüngsten Projektaktivitäten vor. Das Elect - Projekt ist darauf ausgelegt, Clubhäuser als Lerngemeinschaften zu stärken und den Zugang zu Bildung und Arbeitsgemeinschaften für Menschen zu fördern, die von psychischen Krankheiten genesen. Das Elect-Konsortium besteht aus Clubhäusern, Clubhauskoalitionen und Trainingszentren sieben europäischer Länder.
Im Elect -Projekt bieten Clubhäuser alternative Trainingsrahmen und Lernmöglichkeiten für Menschen, die von psychischen Krankheiten genesen. Clubhäuser können Grundfertigkeiten und Lernfähigkeiten verbessern, indem sie aktivieren und motivieren, um an verschiedenen kurzen Kursen teilzunehmen. Dies können beispielsweise Berufsberatung, Sprachen und Computerkurse sein. Clubhäuser helfen die Bildungsziele der Lernenden zu identifizieren und befähigen sie, individuellen Lernpfaden zu folgen.
Das Projekt fördert Kooperation und Bewusstseinsbildung zwischen Clubhaus-Lerngemeinschaften und den Ausbildungsinstituten der Länder des Elect-Konsortiums. Das Projekt erschafft eine Reihe unterstützender Ausbildungsmethoden für Clubhausmitglieder, die das Bestreben haben, in pädagogischen Einrichtungen zu lernen, und für Studenten/innen, deren Ausbildung/Studium durch die psychische Krankheit unterbrochen wurde.
Unterstützte Ausbildung verbessert die Möglichkeiten, Studien anzufangen und erfolgreich in pädagogischen Einrichtungen abzuschließen. In der Schlußphase des Projektes wird ELECT einen unterstützten Ausbildungs-Pilotkurs organisieren, der die Erfahrungen und vorläufigen Ergebnisse des Projekts zusammenfaßt. Das Projekt wurde durch das Programm Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission finanziell unterstützt. Das ELECT-Projekt startete am 1. November 2007 und wird 24 Monate bestehen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite www. elect-projekt.eu.
Das Anfangstreffen des ELECT-PROJEKTES fand von 3. bis 5. März 2008 in Malmö statt, ein zweites Treffen fand am 5. bis 6. Juni 2008 in Helsinki statt.
(Hannes F.)
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In der Europäischen Partnerschaft für Clubhaus-Entwicklung (EPCD) wurde, wie in der letzten Ausgabe unserer Zeitung schon berichtet, beschlossen, das Lernen im Clubhaus voranzubringen. Da für dieses Projekt auch EU-Gelder beantragt werden sollen findet nun in den Clubhäusern eine Art Bestandsaufnahme statt, wie und was Mitglieder im Clubhaus lernen können.
Anfang des Jahres 2008 haben wir nun von den Clubhäusern in München diesen Elect-Fragebogen erhalten, der aufzeigen soll, welche Lernmöglichkeiten für die Mitglieder in der Oase zur Verfügung stehen. In der Mitgliederversammlung haben wir uns über diesen Fragebogen ausgetauscht und hier sind die Antworten die von euch Mitgliedern und den Mitarbeitern kamen und die wir so an das Elect-Projekt-Team weitergegeben haben.
Wie motiviert Ihr Eure Mitglieder zum Lernen?
Bietet Ihr Kurse an?
Ja! Verschiedene Kurse
Wenn ja, welche? (Zeitraum 2007)
Yoga, PC-Kurs, Englisch, Trommeln, Internet-Kurs, Nordic Walking
Und wie oft? ( z.B. Dauer: 6 Monate, 1x pro Woche, 45 min)
· Yoga seit einigen Jahren, 1x pro Woche, 1,5 Std. (Entspannung, Körpergefühl. Atmung..)
· PC-Kurs seit ca. April 2007, 1 x pro Woche, 1 Std. (Word-, Windows-, Exel- Übungen)
· Englisch seit Frühjahr 2006, 1x pro Woche, 1,5 Std. (Vokabeln, Grammatik, Konversation)
· Trommeln im Jahr 2007, 1 x pro Woche, 1 Std. (Trommeln lernen, Rhythmus)
· Internet-Kurs 2007, unregelmäßig 1 x Woche, nach Bedarf ½ bis 1 Std.( Internet nutzen, Sägeweb, Mail einrichten)
· Nordic Walking seit 2007, je nach Wetter 1 x pro Woche, 1 Std. (Walking, Bewegung, Gehrhythmus)
Sprecht Ihr die Mitglieder auf die Kurse persönlich an?
Die Mitglieder werden persönlich angesprochen, auch von anderen Mitgliedern, oder von den Kursleitern. Gerade neue Mitglieder werden motiviert, sich die Kurse anzusehen und evtl. nach Interesse an einem langfristig teilzunehmen. (Leichtere Integration ins Clubhaus, und kennenlernen der anderen Mitglieder!)
Wie macht Ihr aufmerksam auf die Kurse?
· durch Aushänge bei neuen Kursen (Bekanntmachung, Interessentenlisten)
· durch persönliches Ansprechen der Mitglieder
· durch unser Wochenprogramm
· durch die Ankündigung auf unserer Tagestafel
· durch Aushänge, dass im Kurs noch Platz für neue Interessenten ist
· in der Mitgliederversammlung
Bietet Ihr nur Anfänger- oder auch Fortgeschrittenenkurse an?
Viele der Kurse bieten wir seit einigen Jahren an, so dass Anfänger und Fortgeschrittene zusammenlaufen. Es ist bei fast jedem Kurs möglich, mit einzusteigen, meist helfen dann alle zusammen, um den neuen Kursteilnehmer auf den Stand der Dinge zu bringen.
Je nach Bedarf wird der Kurs auch im Wechsel für Anfänger oder Fortgeschrittene angeboten oder Übungen für die unterschiedlichen Wissensstände erarbeitet.
Wie wird bei den Kursen vorgegangen? Umgang mit fehlenden Mitgliedern, Stoff nachholen? Wie starr ist der Lehrplan? Offen für Anregungen der Kursteilnehmer?
Die Kurse sind offen gestaltet. Es soll kein Leistungsdruck entstehen, so dass sich niemand überfordert fühlt. Die Kurse sollen primär nicht nur neues Wissen vermitteln, sondern auch Spaß machen und die vorhandenen Fähigkeiten (Englisch, PC) der Mitglieder stärken und neues Interesse wecken.
Demnach ist der Lehrplan nicht starr, und es muss auch selten Stoff nachgeholt werden, wenn Mitlieder mal fehlen, kommen sie bei der nächsten Kurseinheit mit (Kontinuität ist aber wichtig). Die Teilnehmer eines Kurses können auch ihre Ideen einbringen und Wünsche äußern was es noch Interessantes zu dem Thema gäbe und evtl. das nächste Mal als Lektion gut wäre.
Wer bietet Kurse an (Mitarbeiter, Mitglieder oder Ehrenamtliche?)
· Yoga von Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes in Weilheim
· PC-Kurs von einem Mitglied der Oase
· Englisch von einem Mitglied und einem Mitarbeiter der Oase gemeinsam
· Trommeln von einem Mitglied der Oase
· Internet-Kurs von einem Mitglied der Oase
· Nordic Walking von einem Mitglied und einem Mitarbeiter der Oase gemeinsam
Wie und wo wird außer in Kursen noch gelernt? (Am arbeitsorientierten Tag in der Praxis)
Bei den verschiedenen Arbeitsabläufen der Tagesstruktur, die wir in der Oase anbieten und gemeinsam erledigen.
· Küche: Kochen, d.h. Zutaten einkaufen, Mengen berechnen, Abläufe des Kochvorgangs kennenlernen. Hinterher aufgeräumen, also Spülen, Abtrocknen, Aufräumen, damit man die Küche am nächsten Tag wieder benutzen kann.
· Garten: verschiedene Aufgaben die zu den unterschiedlichen Jahreszeiten getan werden müssen. Beete bepflanzen, Gemüse/Kräuter ernten, Unkraut jäten, Rasen mähen und Hecken schneiden, Garten winterfest machen. Umgang mit Pflanzen und Kräutern und den Nutzen den man davon hat.
· Büro: Umgang mit dem PC, Statistiken erstellen und führen, Umgang mit Fax, Kopierer, Drucker,...
· Kasse: Geldausgabe, Kassenführung, verantwortlicher Umgang mit Geld, PC- Exel
· Zeitung: für Themen interessieren und sich damit auseinandersetzen, Artikel verfassen, tippen, Bilder einfügen, und Lay-out der Zeitung machen.
· Hausmeistertätigkeiten: Umgang mit Werkzeug, kleine Reparaturen selbst machen
· Cafeteria: Verantwortung, Umgang mit Geld, Zuverlässigkeit, Ansprechpartner
· Putzen: Sauberkeit, Hygiene einhalten
· in der Gruppe: Soziale Kompetenzen, Umgang mit den verschiedenen Menschentypen, Wünsche und Bedürfnisse erkennen und benennen
· beim Kegeln: Teamgeist, Bewegung, Umgang mit Sieg und Niederlage
· durch Hausregeln: Regeln beachten, Grenzen akzeptieren, Umgang mit anderen
Sprechen euch Mitglieder auf Lernwünsche an?
Einige äußern ihre Wünsche in der Mitgliederversammlung, die einmal in der Woche stattfindet, oder in der Jahresplanung kristallisieren sich Lernwünsche heraus. Bei Interesse wird geplant und so kann ein neuer Kurs entstehen. Auch sprechen uns die Mitglieder beim Hep-Gespräch an.
Fragt Ihr Mitglieder, ob sie dieses oder jenes lernen wollen? Unterstützt Ihr Mitglieder, Kurse außerhalb des Clubhauses wahrzunehmen und wenn ja, in welcher Form?)
Wir bieten Interessierten die Lehrgänge innerhalb der Herzogsägmühle an oder machen auf Kurse in der VHS aufmerksam. Gerade bei speziellen Wünschen oder ausgefallenen Lernwünschen, die nicht im Clubhaus angeboten werden können, verweisen wir auf die externen Lernmöglichkeiten. Wir weisen auch auf die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Arbeitens hin, um auch außerhalb des Club- hauses eine Aufgabe zu haben.
Dokumentiert Ihr die Lernwünsche Eurer Mitglieder und wenn ja, in welcher Form?
Lernwünsche, welche bei der Mitgliederversammlung und bei der Jahresplanung geäußert werden, werden im Protokoll schriftlich niedergelegt. Individuelle Lernwünsche oder Lernziele werden mit dem Mitglied im Hep-Bogen festgehalten.
Wer entscheidet im Clubhaus über Kursangebote?
Es entscheiden alle gemeinsam! Wenn der Bedarf für einen Kurs besteht, wird versucht dass er auch stattfindet. Zuerst wird geplant ob ein Mitglied oder Mitarbeiter den Kurs leiten kann, und erst dann ob man sich einen externen Kursleiter ins Clubhaus holt.
Die Zeit, wann der Kurs stattfinden kann, wird nach dem jeweiligen Tagesverlauf bestimmt. Hier koordinieren die Mitarbeiter, damit nicht alle Kurse zum selben Zeitpunkt erfolgen, sondern möglichst verteilt auf die Woche stattfinden. Somit haben alle Mitglieder die Möglichkeit an mehreren Kursen teilzunehmen.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis 21/2008
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(Auszug aus einem Artikel aus PSYCHOLOGIE HEUTE, Sept. 7, S.42-45)
Hoffnung ist der wichtigste Gesundheitsfaktor, postuliert die Recovery-Bewegung. Sie vermeidet - im Unterschied zur klassischen Psychiatrie, Demoralisierung durch pessimistische Prognosen. Ihre zentrale Botschaft lautet : Genesung, oftmals auch Heilung ist für alle psychisch kranken Menschen möglich.
Recovery kann mit Genesung oder Wiedererlangung von Gesundheit übersetzt werden. In den 90er Jahren schlossen sich in den USA ehemals als unheilbar krank diagnostizierte Menschen mit psychischen Erkrankungen zusammen und begründeten die sogenannte Recovery-Bewegung. Dieser Bewegung schlossen sich Angehörige und Fachpersonen an. Im deutschsprachigen Raum ist dieser Ansatz bisher jedoch vollkommen vorbeigegangen. Im Frühjahr war in Wien der erste deutschsprachige Recovery-Kongress. Die Wiener Psychiatrieprofessorin Michaela Amering ist Vorreiterin bei der Vermittlung der angloamerikanischen Ergebnisse im deutschen Sprachraum. Sie schrieb ein Buch darüber (siehe unten, "Literatur und weiterführende Informationen").
Zentrales Ergebnis der Recovery-Forschung ist, dass Hoffnung den wichtigsten Gesundheitsfaktor überhaupt darstellt. Ganz zentral scheint es, dass es Menschen im Umfeld des Betroffenen gibt, die, die Hoffnung auf Veränderung nicht aufgeben, denn der Patient selbst kann seine Hoffnung in Krisenzeiten nicht mehr aufrechterhalten.
Wer selbst entscheiden kann, wie er behandelt wird und sein Leben verbringt. kann leichter genesen. Für die Gesundung unverzichtbar ist auch ein Gefühl von Sinn, eine bedeutungsvolle Tätigkeit, das Gefühl, gebraucht zu werden. Ohne eine Perspektive wird niemand gesund. Hoffnung, Macht und Sinn, so Michaela Amering, würden von der Psychiatrie bisher kaum als Gesundungsfaktoren genutzt.
Zwei Forscherinnen der Universität Oslo gingen der Frage nach, welches professionelle Verhalten von den Patienten als besonders gesundheitsfördernd betrachtet wird. Die Ergebnisse zeigen vor allem, wie wichtig die rein menschliche Komponente einer professionellen Beziehung ist. Besonders hilfreich wurden Fachleute erlebt, die ihren Patienten mit einem hohen Maß an Respekt begegneten und ihnen echtes Interesse entgegenbrachten.
Gesundung, auch das zeigen die Studien ausdrücklich, ist für die meisten Betroffenen ein langer Weg, der einer Bergwanderung gleicht: ohne Auf und Ab ist keine Gesundung möglich, weitere Krisen sind oftmals Teil des Prozesses.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird an Peerprojekten gearbeitet: selbst betroffene Menschen arbeiten in psychiatrischen Institutionen als bezahlte Selbsthilfeberater mit.
Literatur und weiterführende Informationen:
Michaela Amering, Margit Schmölke: Recovery. Das Ende der Unheilbarkeit. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2007
Information zum Züricher Recovery-Projekt unter www.recovery-projekt.ch
Zurück Ausgabe No. 05/2007
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The European Partnership for Clubhouse Development (EPCD)
(Europäische Patnerschaft für Clubhaus-Entwicklung)
Zur Zeit tut sich einiges in den Clubhäusern Europas. Da wird im März dieses Jahres in Stockholm der europäische Arm des internationalen Dachverbandes für Clubhausentwicklung (EPCD) gegründet. Die Übergangsarbeitsplätze (TEP-Jobs) für Menschen mit psychischer Erkrankung werden vor allem durch die Anstrengung der Münchner Clubhäuser noch mehr erweitert, und die deutsch-sprachige Koalition nimmt ab Oktober diesen Jahres an einem EU-Projekt zum Ausbau der Weiterbildungsangebote im Clubhaus teil.
Freudig nahmen wir hier in Weilheim die Nachricht entgegen, daß Mitarbeiterin Vera Hahn und Mitglied Charly Kahl-Gortan von den Clubhäusern Schwalbennest und Lichtblick in München, uns als Delegierte bei den Treffen der EPCD in verschiedenen Städten Europas vertreten werden.
Bei besagter Gründungsveranstaltung unterschrieben folgende europäische Clubhaus-Koalitionen das vorliegende Dokument:
Island, Dänemark, Schweden, Finnland, Schottland, England, Norwegen, unsere deutschsprachige Clubhaus-Koalition und USA als Dachverband.
Wie aus Charly´s Bericht in der Europäischen Clubhaus-Zeitung zu entnehmen ist, dauert das von der EU finanzierte Projekt 3 Jahre. Wie dieses Projekt ablaufen soll, muß von der EPCD vorher exakt angegeben und beantragt werden.
Nun eine gekürzte Übersetzung aus Charly´s Bericht:
Eines der Ziele der Europäischen Partnerschaft ist, Gelder bei der EU zu beantragen. Unsere erste Bewerbung wird das „Lifelong Lerning/Grundtvig“-Projekt sein. Das gesamte Projekt wird in 3 Stufen ablaufen.
1. Motivierung der Clubhausmitglieder sich weiterzubilden und individuelle Weiterbildungswege für sich zu schaffen (z.B. angebotene Computer- und Sprachkurse zu besuchen).
2. Hilfe anzubieten, um Mitglieder zu fördern, ein wegen der Erkrankung abgebrochenes Studium wieder aufzunehmen.
3. „Schulung der Lehrer“: Clubhäuser in ihrem Bemühen zu bestärken Lerngemeinschaft zu sein. (Kurse für trainers und peer trainers).
Ziel der „European Partnership for Clubhouse Development“ ist es auch die Clubhaus-Idee in der EU stärker zu verbreiten.
Können wir nun davon ausgehen, daß die in Brüssel nun auch an uns „denken“, wenn sie schon so nett sind, uns Geld zu schenken, oder was?
Wenn manchmal Klagen laut werden, daß z.B. unsere Renten nur minimal erhöht werden, ist das aus der Sicht der Betroffenen verständlich. Aber wir dürfen nie vergessen, wie gut wir es getroffen haben, daß wir zufällig in Deutschland gelandet sind. Schaut man nach Indien oder Amerika, wie geht´s dort den psychisch Kranken? In Indien sitzen sie im Staub und müssen betteln und in Amerika sind sie auf private Spenden angewiesen und müssen arbeiten.
Leni Wittek
Ausgabe No. 20/2007
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Als Leni eines Tages von ihrem Vortrag im Gymnasium Ettal erzählte, wurde mir deutlich, wie wenig die Schüler über diese Erkrankung wissen,und dass sie sehr neugierig und wissbegierig waren. Sie waren sehr gespannt, eine Betroffene zu sehen, als ob sie anders aussähe oder vom Mars käme und schauten sie mit großen Augen an. Nach dem Motto „da bin ich nun", präsentierte sie sich und vertrat zugleich auch andere Betroffene. Wie schaut denn ein psychisch Kranker aus, eine Frage, die die Schüler bewegte. Das war Anlass für mich, über dieses Phänomen in der Gesellschaft nachzudenken, um die Problematik der Stigmatisierung aufzuzeigen, sich der Thematik bewusst zu werden und so der Ausgrenzung und Voreingenommenheit entgegenzuwirken.
Der psychisch Kranke begegnet häufig Vorurteilen, die sich hartnäckig halten und die den richtigen Umgang mit psychisch Kranken verhindern. Leider ist es immer noch so, dass psychiatrische Krankenhäuser von manchen Menschen als Irrenhaus, Verrücktenanstalt oder auch als Klapsmühle bezeichnet und betrachtet werden. Wenn man in der Klapsmühle war, wird man oft nach dem Motto behandelt, „einmal verrückt, immer verrückt". Ist ein psychisch Kranker wegen seiner Erkrankung in einer psychiatrischen Einrichtung gewesen und kehrt zurück an seinen Arbeitsplatz, wird er vermutlich mit dem Vorurteil konfrontiert, er sei geistig nicht ganz in Ordnung. Die Volkskrankheit Depression hat fünf Millionen Deutsche im Griff. Jeder vierte Bundesbürger wird einmal in seinem Leben schwerwiegend psychisch krank. Forschungsergebnisse belegen, dass es sich um kein Randphänomen handelt. Angesichts dieser Zahlen ist es mir ein Rätsel, dass psychische Erkrankungen noch immer mit einem Tabu behaftet sind. Psychische Erkrankungen gehören zu den Volkskrankheiten, welche die Lebensqualität am stärksten einschränken. Dennoch sind sie immer noch ein Tabuthema. Wenn sich jemand das Bein bricht, wird es als etwas Normales hingenommen, wenn aber die Seele erkrankt, wird es oft erst einmal geheim gehalten. Robert Musil bringt das noch einmal auf den Punkt mit folgendem, bezeichnendem Satz:
„Alles an uns darf krank werden, die Seele darf es nicht".
Ein Unterschied ist jedoch, dass „Seelenbrüche" länger dauern als Knochenbrüche. Erstaunlich ist auch, dass beispielsweise Schizophrenie ungefähr 1 % der Bevölkerung betrifft, weltweit, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit und Kulturkreis. Eine Zahl, die mit Diabetes vergleichbar ist. Wer kennt nicht jemanden in seinem Umkreis, Freundeskreis, sozialen Umfeld oder in seiner Verwandtschaft, der an Diabetes erkrankt ist? Daran lässt sich erkennen, wie viele Menschen ihre Krankheit verheimlichen und verschweigen. Wer einen Herzinfarkt oder eine Gallenoperation hatte, muss sich seiner Krankheit nicht schämen. Folgendes Stigma ist noch immer vorherrschend: „ich war in Haar". Dadurch leben diese Leute aber ständig in Angst, sind darum bemüht, dass ihr Geheimnis nicht ans Licht kommt und brauchen zusätzlich Energie zur Aufrechterhaltung der Fassade.
Oft leiden psychisch Kranke auch unter der Ausgrenzung vom allgemeinen Arbeitsmarkt und erfahren dadurch Entwertung und Sinnlosigkeit, da sie oft keinen eigenen Beitrag zu dieser Welt leisten können. Es können auch ein sozialer Abstieg durch Arbeitslosigkeit, Frühverrentung mit entsprechend niedriger Rente, Ausgrenzung vom Wohnungsmarkt, gesellschaftliche Diskriminierung, Unverständnis über Erkrankung und Betroffene, Einsamkeit, Rückzug von Freunden, Angehörigen, Verwandten neben den Vorurteilen drohen.
Man sollte die Betroffenen nicht zusätzlich mit Vorurteilen belasten, da sie schon genug mit sich selbst zu tun haben und jeder Mensch psychosefähig ist. Psychose ist eine Möglichkeit, Dinge, Traumata, Ereignisse besser zu verarbeiten. Eine Depression kann aus heiterem Himmel den Menschen packen und seine Seele quälen. Sie kann auch Folge einer Entbindung, von Drogen- und Tablettensucht oder organischer Krankheiten wie Schlaganfall, Aids, Hirntumoren, Stoffwechsel- oder Hormonstörungen und Hirndurchblutungsproblemen sein. Es ist normal, dass unser Körper in bestimmten Situationen reagiert, und solange diese Reaktionen eine bestimmte Schwelle nicht überschreiten, auch nicht schlimm. Die Seele kann mit Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Herzklopfen, Magenschmerzen reagieren.
Darüber hinaus zeigen folgende übliche Redewendungen die Folgen psychischer Belastung.
„mir hängt ... zum Hals raus"
„er hat kalte Füße bekommen"
„ich huste Dir was"
„ich krieg‘ so einen Hals"
Dieser Artikel ist geprägt von meiner subjektiven Erfahrung, die ich in meinem Umfeld gemacht habe. Gott sei Dank trifft sie nicht auf alle Menschen zu. Der Text soll nur dazu anregen, sich vorher genau zu überlegen, was man sagt, wie man handelt und sein bisheriges Verhalten zu reflektieren, um Betroffenen nicht zu schaden und den richtigen Umgang zu fördern.
„mir hängt ... zum Hals raus"
„er hat kalte Füße bekommen"
„ich huste Dir was"
„ich krieg‘ so einen Hals"
Elisabeth Obholzer
Elisabeth, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 17/2005
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(Dieser Text beruht zum großen Teil auf den Erfahrungen des Autors und erhebt wissenschaftlich gesehen keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit.)
Die Zwangsstörung, manchmal auch Zwangsneurose genannt, ist mit 1,8% die vierthäufigste psychische Erkrankung. Zu berücksichtigen ist, dass viele Betroffene unter ihrer Krankheit leiden, aber mit erheblichen Anstrengungen versuchen, ein normales Leben zu führen. Das Verhältnis der geschlechtlichen Verteilung beträgt 55% weiblich und 45% männlich. Der Beginn des Leidens liegt zu 50% vor dem 20. Lebensjahr .
Jeder 2.Kranke berichtet über erste Symptome in der Kindheit. Man unterscheidet Zwangshandlungen und Zwangsgedanken, wobei einer Zwangshandlung oft ein Zwangsgedanke vorausgeht. Die Häufigkeitsverteilung beträgt ca. 42% Kontrollzwänge, 21% Waschzwänge, 25% Wasch- und Kontrollzwänge und 12% reine Zwangsgedanken. Der Verlauf ist häufig chronisch wellenförmig. Die Ursachen für die Zwangsstörung sind erst zum Teil erforscht. Es gibt verschiedene Hypothesen zur Entstehung. Nach einer dieser Hypothesen spielt eine Störung im Serotonin-Stoffwechsel des Gehirns eine Rolle. Ferner tritt auch eine Störung im Glukose-Stoffwechsel des Gehirns auf. Oft liegt am Beginn der Krankheit eine Befürchtung, wie z.B. "Ich habe mich mit AIDS infiziert", die nicht wie beim normalen Menschen wieder zurück geht, sondern durch Grübeln noch zunimmt. Der Betroffene versucht diese Angst los zu werden, in dem er sich untersuchen lässt. Nachdem die (Blut-) Untersuchung ergeben hat, dass er nicht infiziert ist, ist die Erleichterung groß, aber nur von kurzer Dauer, da es jetzt gilt sich auch in Zukunft nicht zu infizieren. Er grübelt vermehrt über mögliche Infektionswege nach, und wie man sich schützen kann. Nach und nach fallen ihm immer mehr Möglichkeiten, sich zu infizieren ein. Er vermutet an jeder Türklinke AIDS-Viren, jedes kleine braune oder rote Fleckchen z. B. auf einer Tischdecke könnte von AIDS–haltigem Blut herrühren. Um sich zu schützen, wäscht er sich die Hände. Am Anfang reicht es, einmal gründlich zu waschen, um die innere Anspannung los zu werden. Die Folge ist, dass immer stärker und länger gewaschen werden muss. Um die Gefahr durch möglicherweise verschmutze Kleidung auszuschalten, muss diese auch gewaschen werden. Der nächste Schritt geht dann zu Desinfektionsmitteln. Dann vermeidet man "gefährliche" Orte, wie z. B. öffentliche Toiletten, später dann "verdächtige" Personen. Am Ende geht man dann gar nicht mehr aus der Wohnung und sieht dann vielleicht in nahe stehenden Personen eine mögliche Infektionsgefahr. Eine, wenn auch schlechte Alternative zum übertriebenem Waschen folgt dem Motto, wenn ich mit Schmutz nicht in Berührung komme, dann muss ich nicht waschen. Der Haken bei diesem Weg ist, der Zwängler kontrolliert, wo könnte Schmutz sein, um welche Stellen muss ich einen Bogen machen. Die Bögen, die er machen muss, um innerlich nicht angespannt oder ängstlich zu sein, werden immer größer, und er braucht auch immer länger, um sicher zu sein, dass der Abstand zu einer Schmutzstelle groß genug ist. Ihm genügt nicht das Gefühl, wahrscheinlich weit genug vom Schmutz weg gewesen zu sein, sondern er will 100% Sicherheit. Diese Sicherheit oder genauer gesagt die innere Ruhe zu bekommen, wird immer schwieriger bzw. dauert immer länger, kann oft Stunden dauern. Ein anderer Zwänge auslösender Gedanke kann z.B. beim Autofahren auftreten. Der Zwängler bekommt plötzlich das Gefühl: ich habe möglicherweise einen Radfahrer gestreift. Der ist gestürzt und hat sich verletzt. Ich habe Fahrerflucht begangen. Der darauf folgende Zwang ist, noch mal an die "Unfallstelle" zurück zu fahren, um sicher zu sein, dass nichts passiert ist. Bei diesem Zurückfahren treten dann erneut ähnliche Situationen auf, die dann auch noch kontrolliert werden müssen. Dieses wiederholte Zurückfahren kann dann manchmal Stunden dauern. Es gibt sehr viele solche Zwangsgedanken / Zwangshandlungen. Das Grundmuster sieht etwa so aus: Zu erst kommt die Befürchtung / innere Unruhe, dann der Versuch, die Unruhe durch eine Handlung , das kann auch das wiederholte gedankliche Durchgehen einer Situation sein, zu vertreiben. Dieses Erreichen der inneren Ruhe wird immer schwieriger, und diese Unruhe tritt immer öfter auf. Eine erfolgsversprechende Möglichkeit der Behandlung ist die Verhaltenstherapie. Diese sieht etwa so aus: Der Therapeut konfrontiert den Patienten mit der Angst auslösenden Situation, unterbindet dann, nach dem Eintreten der Angst aber die Angst abbauende Zwangshandlung. Der Patient muß die Angst / Unruhe aushalten, bis diese von alleine verschwindet. Dieses Verschwinden kann Stunden dauern, aber irgendwann lässt die Angst nach, Ruhe kehrt ein. Die Zeit, bis die Angst verschwindet, wird bei häufigem Wiederholen dieser Prozedur immer kürzer und verschwindet manchmal ganz. Diese Form der Behandlung erfordert engagiertes Handeln des Therapeuten, und der Patient muss hoch motiviert und ausdauernd sein, oftmals über sein ganzes Leben hinweg, mal mehr, mal weniger.
Eine andere Möglichkeit ist die Einnahme von Medikamenten, die in den Serotonin-Stoffwechsel im Gehirn eingreifen. Diese Medikamente sind in erster Linie zur Behandlung von Depressionen vorgesehen, haben aber bei der Behandlung von an Zwängen erkrankten gute Erfolge gezeigt. Allerdings wendet man höhere Dosen an.
Die Verbindung von Verhaltenstherapie und medikamentöser Behandlung gilt als die im Moment beste Therapie gegen die Zwangsstörung. Die Tatsache, dass die wirksamen Medikamente zu den Antidepressiva gehören, zeigt auch, dass Zwänge, Ängste und Depressionen eng verwandte Krankheiten sind. Im Querschnittsbefund leiden ein Drittel der Zwangspatienten zusätzlich an einer Angststörung oder an Depressionen. Im weiteren Verlauf der Krankheit beobachtet man bei bis zu zwei Drittel der Patienten der Behandlung bedürftige Depressionen.
G . S .
Clubhauszeitung Rendezvous Ausgabe 02/2003
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Fahrt nach München zum Themenabend „Psychose-Seminar“
Am 5. Februar fuhren Anne, Angelika D., Leni und ich nach München zur Veran-staltung „10 Jahre Münchner Psychose-Seminar“. Im Psychose-Seminar sollte ein Trialog zwischen psychisch Kranken, Therapeuten und Angehörigen stattfinden.
Wir fuhren mit dem Auto zum Luise Kieselbach-Platz. Von dort aus nahmen wir die U-Bahn und fanden nach kurzem Umherirren den Hörsaal im Klinikum rechts der Isar, in dem die Vorträge stattfanden. Auch mein Vater war bereits da.
PD. Dr. Thomas Bock aus Hamburg hielt gerade einen Vortrag zum Thema „Wurzeln und Perspektiven der Psychose-Seminare“.
Er erwähnte, dass Patienten oft eine Therapie ohne Absicht machen, mit Angehörigen eine Familien-Therapie ohne Familie stattfindet, Profis Supervisionen ohne Bezahlung haben und bei Studenten eine rechtzeitige Verunsicherung eintreten soll.
Er folgerte daraus, dass bei Veränderungen, das Wichtigste die Gelassenheit ist.
Daraufhin ging er über zu den Qualitätsmerkmalen des Psychose-Seminars. Teilnehmer sind Psychoseerfahrene, Angehörige, Mitarbeiter und Studierende. Die edukativen Gruppen sind in der Regel schizophrene Patienten. Der Inhalt des Seminars besteht aus dem Erzählen von Geschichten und dem Austausch subjek-tiver Erfahrungen.
Nun folgen anthropologische Aspekte:
1. Jede Psychose ist einzig,
- Menschen müssen behandelt werden, nicht Diagnosen
2. Menschliche Möglichkeit
- bescheiden bleiben
- Jeder Mensch kann psychotisch werden z.B. durch Reizentzug;
- menschlich ist zu zweifeln und zu verzweifeln
3. Psychose und Traum-Symbole : Ängste und Wünsche (Paranoia und Größenwahn)
4. Kindliche Wahrnehmung
- Gründe für Regression!
5.Anlässe und Krisen
- Krisen begleiten, nicht vermeiden
6.Themen und Inhalte
- Gemeinsamkeiten statt Unterschiede
7. Natur und Erbe
- Vereinfachungen vermeiden
8. Dünnhäutigkeit
- in beide Richtungen sehen
9.Körper als Spiegel der Seele
- Konzept der „biologischen Narbe“
10. aktives Handeln
- von Anfang an als Partner
zu 2: Jeder Mensch kann psychotisch werden, z.B. durch Reizentzug. Menschlich ist zu zweifeln und zu verzweifeln
zu 9: Danach werden Konflikte schneller verarbeitet
Dünnhäutigkeit wird vererbt, nicht aber Schizophrenie. Vererbung spielt nur eine relative Rolle.
Wurzeln und Perspektiven des Psychose-Seminars
- Entstehungsgeschichte
- Idee, Ziele, Rahmenbedingungen
- Geschichte
- anthropologisches Psychose-Verständnis und therapeutische Konsequenzen
- Alte und neue Kontroversen
- Dialog oder Edukation
- Forschung über/in/an Psychose-Seminaren
- Gemeinsam gegen öffentliche Vorurteile
- Antistigma-Kampagne von unten
- Schuldzuweisung vermeiden
Schulprojekt-Initiative „Irre menschlich“
- Medienkoffer für verschiedene Altersstufen, Kinderbücher, Videos, Weltliteratur, Hörbücher
- Beratung von Lehrern
- Bezug zu Lehrplänen, verschiedener Fächer: Ethik, Geschichte, Deutsch, Biologie, Psychologie.
- Begegnung von Schülern + Psychoseerfahrenen (Dies hat präventive Bedeutung + größere Wirkung als Literatur)
- Hörfunk-Spots
- Eigene Webseite (im Aufbau)
Gesundheits – und bildungspolitische Zielsetzung
- Angstabbau und Toleranz
- Akzeptanz von Anderssein bei sich und anderen
Schließlich kommt Prof. Dr. Bäuml, den Leni schon aus Weilheim kannte.
Er erzählte von einem Mädchen, das auf die Frage, wie es ihr geht nur antwortete. „Das verstehst Du nicht !“ Für ihn war das der Grund, Psychiater zu werden. Er sagte, dass er wirklich helfen will und nicht nur die Patienten mit Haldol abfüllt. Dr. Bäuml forderte u.a. zur Kooperation statt zur Konfrontation auf.
Einige andere Leute betraten noch das Podium, unter anderem eine psychisch kranke Frau, die erzählte, dass sie zwar für den heutigen Tag ein Tavor mehr genommen hat, aber es so zumindest schafft, im Namen der psychisch Kranken dazu aufzurufen nicht den Mut zu verlieren und weiter für die Gesundheit zu kämpfen.
Danach begann die Podiumsdiskussion. Es folgten Fragen von Leuten aus der Pampa, bei denen die nächste Psychiatrie 70 km entfernt ist. Eine Lehrerin fragte, wie sie Ihren Schülern das alles begreiflich machen kann. Ein psychisch Kranker fragte nach, ob die Wurzel allen Übels wirklich das Dopamin ist, oder ob es eigentlich doch gar nicht so schlecht ist. Eine andere sprach das mit den Symbolen bei Psychose und Traum an und meinte, dass doch die Wünsche, die ein Mensch in der Psychose hat, eigentlich gefördert werden müßten.
Zuletzt zeigte Leni, dass sie in einem Buch über bipolare Störungen, einen Wirkstoff angeboten fand, der nicht zu Gewichtszunahme führt. Für uns Übergewichtler war das natürlich sehr interessant.
So konnte an diesem Tag einiges zur Sprache kommen und wir fuhren, nachdem wir noch einkehrten und dabei Pizzabrot aßen, nach Hause zurück.
Alex, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 16/2004
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Richard Wagner: geboren am 22.Mai 1813 in Leipzig,
sein Geburtshaus steht nicht mehr.
Sein Vater war Polizeiaktuar, er starb an der Pest.
Sein Stiefvater war Schauspieler.
Seine Mutter war die Tochter eines Bäckers aus Weißenfels.
Richard hatte 3 Brüder und 4 Schwestern.
Richard besuchte die Kreuzschule in Dresden
und die Thomasschule in Leipzig.
Richard wurde Musiker, er spielte Klavier, in Würzburg,
Magdeburg, Riga, Paris und Dresden.
1843 wurde er Hofkapellmeister in Dresden.
1848 brach in Europa die Revolution aus.
Richard war im Exil in Zürich und hat sich mit den
Nibelungen beschäftigt.
Er komponierte dort 1841-1862 die Oper „Tristan & Isolde“.
Nina war die Tochter eines Schlosses.
Nach der Trennung von seiner Frau, war Richard bis 1864 in München.
Er wohnte in der Briennerstraße 21.
Ludwig II. „Lohengrin“ und „Tannhäuser“
Richard konnte nicht mit Geld umgehen.
Großes Misstrauen der Münchner Bürger gegen Richard.
„Tristan & Isolde“ wurde im Nationaltheater uraufgeführt.
1837 mit Cosima Liszt verheiratet, der Tochter von Franz Liszt.
Er hatte 4 Kinder.
Richard hat Schulden gemacht und muß München verlassen.
Richard ging an den Vierwaldstätter See.
Jahre später, 1869, kam er nach Bayreuth.
Am 13.Februar 1883 verstarb Richard Wagner in Venedig an Herzversagen.
Ouvertüre ist ein Opernvorspiel, das das Thema aufgreift.
Liebe zwischen Tristan und Isolde.
1859 „Tristan & Isolde“ komponiert
1846 „Lohengrin“ in Weimar uraufgeführt
1882 „Parsifal“
1861 „Tannhäuser“ in Paris uraufgeführt
1862 „Meistersinger von Nürnberg“
1853 „Ring des Nibelungen“, 20 Jahre daran gearbeitet.
Erst schrieb er den Operntext und dann komponierte er die Musik dazu.
Darstellung gab es schon in der Antike und im Mittelalter.
Deutsche Sagenwelt: er ließ sich von Motiven anregen und machte sein Werk daraus.
Eine Welt aus Wille und Vorstellung, will Wagner in seiner Oper darstellen.
Bewunderer u. a. Johannes Brahms, Ludwig II.
Deutsche Themen von Wagner wurden nach dem 1.Weltkrieg aufgenommen,
wegen der Musik und Komposition.
„Tristan & Isolde“: haben einen Liebestrank getrunken,
ist es wahr, daß wir uns umschlungen haben?
„Meistersinger von Nürnberg“: Schustergesellen die gedichtet haben.
Clubhauszeitung Oase PZ Ausgabe 2004
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