Wenn meine Betreuerin immer öfter nachfragt, ob die letzten Tage Spaziergänge, Schwimmen, irgendwas Körperliches getan wurde und man hat nichts getan, wird es Zeit sich etwas zu überlegen.
Ein attraktives Angebot vom örtlichen Fitnessstudio kam da gerade zur rechten Zeit. Für nur 20 € im Monat kann dieses Powercenter genutzt werden.
Erst mal die Schwellenangst überwinden, wie komisch einen die
Muskelmänner und Aerobicmädels wohl anschauen werden. Aber die Bedenken waren unbegründet. Zu früher Morgenstunde sind hauptsächlich ältere Leute und ein paar Berufstätige da, die sich noch schnell die Müdigkeit aus den Knochen schütteln wollen.
Über 50 Geräte, Hanteln, Sauna, Solarium bieten einem die nötige Abwechslung um mächtig ins Schwitzen zu kommen. Laufbänder und Heimtrainer sind die bekanntesten, der Summit, der All Bodytrainer und Adduktor z.B. die wohl neuartigsten Gerätschaften.
Gegen den Muskelkater hilft nachher ein Schütteltraining.
Aus der Forschung ist ja bekannt, dass sich körperliche Anstrengung erleichternd auf Depressionen auswirkt. Endorphine werden ausgeschüttet und das wirkt sich positiv und entspannend auf den ganzen Körper aus.
Leni
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Bei dem Ikeabesuch haben wir viele Dinge für unser Büro gekauft. Die bequemen blauen Stühle, die Lämpchen, einen tollen Aktenschrank und ein Billyregal durfte auch nicht fehlen. Die Büromöbel wurden dann übrigens von weiblichen Mitgliedern und einer Mitarbeiterin blitzschnell aufgebaut!!! (Wer Mario Bart kennt weiß was ich meine!)
Der Raum wurde frisch geweißelt, einen schönen Boden haben wir selber verlegt und Martin hat mit der Handwerkergruppe einen tollen Arbeitstisch angebaut, der um die Ecke geht. Die neuen Computer, ganze drei Stück mit Flachbildschirmen, bekamen wir von der Herzogsägmühle bekommen. Nun macht das Arbeiten am Computer auch wieder richtig Spaß. Für uns alle ist der Raum gut gestaltet und wir haben Platz für unsere Arbeiten, wie z.B. Protokolle schreiben, Listen oder Aushänge schreiben, die Anwesenheitslisten und Mitgliederkasse bearbeiten und natürlich auch die Clubhauszeitung gestalten. Jetzt macht es richtig viel Spaß wieder für die Zeitung zu arbeiten.. Ich denke, dass auch die PC-Kurse hier werden mehr Freude machen werden, mit den funktionierenden PC´s! Ich zumindest fühle mich hier „sauwohl“. Susa
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Am 19.07.-20.07.2008 war ich auf einem Sommerfest von dem Verein „gegen missbrauch“. Ich freute mich schon Wochen vorher, weil ich wusste, ich werde noch viele neue Gesichter kennen lernen, mit denen ich schon im Internet einen regen Kontakt hatte. Es war aber auch spannend für mich, weil ich seit 20 Jahren nicht mehr Zug gefahren bin, da ich früher immer Panikattacken bekommen habe. Ich fuhr am Samstagmorgen nach Augsburg um mich mit Zweien aus dem Verein zu treffen. Fast hätte ich verschlafen, kam aber gerade rechtzeitig am Bahnhof an. Das Zugfahren ging einwandfrei, absolut keine Angst mehr vorhanden, sicher am Anfang noch ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber das verging schnell. Es machte mir sogar wieder Spaß mit dem Zug zu fahren. Ich werde jetzt bestimmt öfters wieder mit der Bahn fahren. Wir hatten viel Spaß auf dem Weg nach Göttingen, wo das Sommerfest stattfand. Dort trafen wir dann alle anderen vom Verein in einer Jugendherberge wo auch das Grillen stattfand. Es eine große Wiese mit überdachtem Grillplatz. Leider regnete es recht viel, aber es war trotzdem einfach super. So viele neue Gesichter habe ich kennen gelernt und es ist schön zu einer solchen Gemeinschaft zu gehören. Bis tief in die Nacht, oder besser gesagt, bis früh in den Sonntag hinein, feierten wir, lachten und machten nur Blödsinn. Soviel habe ich schon lange nicht mehr gelacht, es war einfach super und beim nächsten Mal werde ich wieder dabei sein und auch mit dem Zug fahren.
Susa
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Was war das für ein toller Tag. Alle Beteiligten waren ganz begeistert…haben sich so gut gefühlt, motiviert, voller Energie, waren super aktiv,…dabei haben wir so viel an-strengende Arbeit gehabt. Ihr wisst noch nicht wovon ich rede? Die große Gartenaufräumaktion!!!
Martin war mit der Kettensäge bewaffnet in der Früh angerückt und hat sich durch unseren Dschungel gearbeitet. Viele Mitglieder waren gleich zur Stelle und haben keinen Dreck und zerzauste Haare gescheut und tatkräftig mit angefasst. Wir haben gesägt, gehackt, gezupft, gezogen, geputzt und alles auf einen Kleintransporter von I&S im Pfaffenwinkel geladen und mit zwei Fuhren waren die Berge von Ästen und Laub verschwunden.
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Es war toll zu sehen, wie beim gemeinsamen Tun sämtliche Kräfte mobilisiert wurden und die Oasenmitglieder bestimmt drei Stunden (fast) ohne Pause geackert haben. Und noch erstaunlicher war, dass alle einer Meinung waren, dass es Spass gemacht hat. Natürlich haben wir uns dann in unserem schönen Garten ausgeruht und uns mit leckerer Pizza vom Italiener belohnt.
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Die gemeinsame Aktion hat uns wieder gezeigt, wie notwendige Arbeiten kein notwendiges Übel sein müssen, sondern allen Beteiligten Freude bereiten können. Solche Aktionstage werden wir für Haus- und Gartenarbeiten regelmäßig einplanen. Warum? Weil es mitreißend ist! Maren
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Montag, 08. September 2008 Isabella, meine Tochter, und ich sind zu Besuch bei meiner Freundin Ulrike in Leonia (New Jersey) auf der gegenüberliegenden Seite von Manhattan. Die dritte Woche unseres Urlaubs hat angefangen und wir kommen gerade mit dem Grey Hound Bus von Washington, wo wir das Wochenende verbracht haben. Mit 2 Stunden Aufenthalt in Manhattan müssen wir rechnen. Zeit genug noch etwas in der berühmten Metropole anzuschauen. Das Fountain House ist nicht weit von unserem Platz am Times Square entfernt. Isabella ist bereit, mich zu begleiten. Wir packen unsere Sachen und Zählen die Blocks bis zur 47. Straße. Von weitem kann man schon eine wehende Fahne erkennen „Fountain House from 1948 to 2008“. Ich fasse meinen Mut zusammen und gehe hinein. Ein Empfangskomitee von 4 Personen begrüßt uns. Ich erkläre ihnen mein Interesse am Clubhaus. Sofort geht ein breites Lachen über ihre Gesichter und ein hochgewachsener junger Mann erzählt mir, dass er ein Fan von Dirk Nowitzky ist. In der Zwischenzeit hat eine der Damen bei Pauline N. Anderson (Director of Development) angerufen und für den kommenden Tag einen Termin für mich ausgemacht.
Dienstag, 09. September 2008 Wieder auf dem Weg zur 47. Straße klopft mein Herz bis zu den Ohren. Wieder werde ich freundlich im Foyer begrüßt, doch dieses mal von anderen Personen. Kurze Zeit später kommt Pauline N. Anderson den Flur entlang freundlich und elegant. Sie stellt mich Keath vor, der mir die verschiedenen Arbeitsgruppen zeigen soll. Keath erzählt mir gleich zu Beginn, wie glücklich er darüber ist, hier im Fountain House sein zu können, hier hat er wieder eine Heimat gefunden. Im ersten Büro, dass er mir zeigt sitzen circa 5 – 6 Leute vor PCs und Schreibtischen. Hier werden tägliche und wöchentliche Newsletter erstellt. Als ich frage, ob ich ein Foto für meine Arbeitstelle in Deutschland machen dürfte, springt eine Frau auf und ruft :“she comes from germany“, und spontan stellen sich 4 Frauen auf und strahlen mich an, ein Lächeln für Germany.
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Weiter geht es in die nächste Abteilung, hier werden E-Mails beantwortet, nebenan sind gerade die Anwesenheitslisten für die Regierung in Bearbeitung und werden anschließend verschickt, denn das Fountain House finanziert sich nicht nur über Spenden sondern auch durch einen weitaus geringeren Teil durch Zuschüsse vom Staat.
Wir fahren rauf und runter, begrüßen viele freundliche Menschen. Ich sehe noch den Speisesaal für circa 250 Leute (for dinner and lunch), die professionelle Küche, ein Büro für Nachhilfe, damit die Schüler die Schule erfolgreich beenden können, den Raum für Feste, der gerade für eine am Abend stattfindende Geburtstagsfeier hergerichtet wir. Die Bilder an den Wänden sind von künstlerisch begabten Mitgliedern, vor kurzem hat es sogar eine Ausstellung gegeben. Noch vieles, vieles gäbe es zum Anschauen, doch mein Kopf ist voll von Informationen und ständig mit möglichen Übersetzungen beschäftigt. Ich glaube nichts mehr aufnehmen zu können. Keath hat Nachsicht mit mir und bringt mich zu Pauline N. Anderson. Ich erzähle ihr, dass unsere Tagesstätte in Penzberg auch ein Clubhaus werden will. Sie ist erfreut und berichtet mir von dem großen Erfolgskonzept des Clubhauses.
Inzwischen besteht die Clubhausgemeinschaft aus über mehr als 16 000 Menschen die von einem Netzwerk bestehend aus Arbeitgebern, Schulen, Hochschulen, Ärzten, Psychiatern und engagierten Personal unterstützt werden. Zum Fountain House gehören mehrere Wohnmöglichkeiten in New York City sowie eine 480-acre Farm in New Jersey gehören, wo Menschen mit psychischer Erkrankung leben und arbeiten können. Die Vision, die vor 60 Jahren geboren wurde gilt heute mehr denn je: „ wir sind nicht allein“.
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Eine Szene zur Eröffnungsfeier
Maria-Anna:Griasde, mei du bist ja auch hier auf der Einweihungsfeier. Schau mal wieviel Leute da sind!
Gerda:Ja, vor 10 Jahren waren am ganzen Tag soviel Mitglieder da, wie heutzutage allein beim Mittagessen da sind.
Maria-Anna:Ist ja schon schön das unser Clubhaus so beliebt geworden ist, aber mit der Zeit ist es auch ganz schön eng geworden!
Gerda:Hast recht, ich kann mich ans letzte Frühstück erinnern, da hab ich mir fast mit jemanden einen Stuhl geteilt!
Maria-Anna:Na wenn man berechnet, das die Cafeteria so ca. 25m² hat und wir so 25 Leute waren, Plus die Tische und Stühle, da haben wir nicht mal die Platznorm von Käfighühnern erfüllt.
Gerda:Ach ja, gegackert wurde ja schon immer viel!
Maria-Anna:Für vertrauliche und ruhige Gespräche war da oft kein Raum.
Gerda:Nur wenn´s geheißen hat „ ab zum Gespräch“ da hat der Mitarbeiter auch einen Raum gefunden.
Maria-Anna:Ja, da wußte ich ach immer gleich, daß ich was ausgefressen hab.
Gerda:Tja, manchmal kam mir des schon Spanisch vor.
Maria-Anna:Spanisch? Wir machen doch einen Englischkurs, mei wie wir hier im alten Gartenhaus gefroren haben!
Gerda:Da hatten’s die Trommler immer besser. Denen hat der Trommellehrer eingeheizt, während die Englischleute grad aufgetaut sind, als der Kurs vorbei war.
Maria-Anna:Ja was meinst du wie unsere Raucher in Zukunft frieren werden, wenn sie draußen vor der Türe stehen!
Gerda: Ich sehe schon den „Regelwald“ weiter wachsen, und neue Listen werden entstehen!
Maria-Anna:Diese Listen, immer Listen! Die sind nicht mehr lustig, sondern richtig listig!
Gerda:Apropos Listen, ich hab mich heute für´s Spülen eingetragen.
Maria-Anna:Ach, genau und ich muss das Geschirr wegräumen.
Gerda: Jetzt brauchst du´s wenigstens nicht mehr über die steile Treppe nach oben tragen.
Maria-Anna:Ist schon super jetzt mit dem neuen Gartenhaus! Endlich haben wir Platz und es ist richtig gemütlich!
Gerda: Ist nur noch der Webraum und die alte Teeküche zu verbessern.
Maria-Anna: Da haben wir ja tolle Mitglieder wie man hier am Gartenhaus sieht, die Bodenverlegen, Malern und Handwerkliches können.
Danke an alle die mitgewirkt haben!
Danke für die neue tolle Cafeteria
Spontane Umfrage bei der Einweihungsfeier
Wie gefällt Dir das neue Gartenhaus?
Alois: Die Cafeteria und der Getränke Ausschank sind sehr schön, geräumig, hell und gemütlich. Ich finde es ist jetzt genug Platz für Feierlichkeiten und für den täglichen Gebrauch.
Natascha: Ich finde es ganz toll, das wir jetzt viel Platz haben fürs zusammen sitzen. Ich finde, das es eine ganz gemütliche Atmosphäre hat und das wir hier tolle Feste feiern werden.
Maren: Die Cafeteria ist super, weil wir endlich mehr Platz haben. Der Boden und die neuen Tische sind sehr schön. Es fehlt nur ein bißchen Farbe an den Wänden.
Angelika D.: Ich bin begeistert von dem schönen Holzboden und Tafeln imponieren mir sehr.
Ulf: Sehr gelungen der Ausbau, eine sehr gemütliche und gediegene Atmosphäre. Wir werden uns hier sicherlich wohl fühlen.
Peter: Der Bau ist sehr gut, auch wenn der Hallefekt sehr groß ist. Man versteht sich kaum. Es ist eine schöne Abwechslung, da wir jetzt alle zusammen sitzen können.
Susanne M.: Der Raum gefällt mir gut, aber mir hallt es zu sehr und der Geräuschpegel ist mir zu hoch.
Außerdem finde ich, das man den Raum mit Bildern und Vorhängen wohnlicher gestalten könnte. Am besten gefällt mir die fahrbare Theke.
Anke: Es wird richtig schön im neuen Gartenhaus. Die Arbeit hat sich gelohnt.
Alex: Ich finde die neue Cafeteria schön weil sie ein bißchen wie eine Burghalle aussieht und weil es eine Bühne gibt.
Ermi: Die Cafeteria ist sehr schön, aber der Geräuschpegel ist zu laut. Es gibt leider keine Möglichkeit sich zurückzuziehen.
Brigitte: Ich finde es ist in der Cafeteria laut, aber sie gefällt mir sehr gut. Mir gefällt es gut, dass alles so gut durchdacht ist, am meisten imponiert mir die Theke auf Rollen. Die Holztische geben eine warme Atmosphäre. Das Licht ist schön variierbar.
Anne R.: Ich bin begeistert von der neuen Cafeteria. Endlich mehr Platz, es ist nicht mehr so eng. Einfach toll.
Martin: Ich finde die Cafeteria fantastisch. Ich möchte betonen das der Verzicht auf Farben sich positiv auf meine Psyche auswirkt. Am besten gefallen mir die weißen Stühle vor der weißen Wand.
Interviewt von Menisa
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Das war vielleicht ein Sommerurlaub.
Im August 2007 fuhren wir von Deutschland über Italien in die Türkei. Unsere Gruppe bestand aus 8 Personen und 3 Autos. Am Abend unseres letzten Arbeitstages bepackten wir die Autos und morgens um 6.00 Uhr ging es los. Damit wir auf der langen Strecke nicht verloren gehen würden, hatte jedes Auto ein Walkie-Talkie dabei. Leider konnten wir damit nur über 2 km Kontakt halten.
Nach einer Pause wechselten die Fahrer und die Beifahrer das Auto. Bald schon waren wir in Bologna. An einer riesigen Kreuzung gab ich per Funk Anweisung, sich links einzuordnen. Das 2. Auto reagierte, doch das 3. Auto mit meiner Schwester Ayse und meiner schwangeren Schwägerin Jeschim war zu weit weg. Oh Schreck, nach dieser komplizierten Kreuzung war das silberne Auto verschwunden. Wie gut, dass wir unser Handy dabei hatten. Sofort drückte ich auf die entsprechende Taste. Nein, das durfte doch nicht wahr sein. Aus der Tasche meiner Schwägerin auf unserem Rücksitz ertönte ein Klingelzeichen. Sie hatte ihr Handy nicht dabei. Oh Gott wie sollte es weitergehen, um 19.30 Uhr mussten wir in Ancona an der Fähre sein. Wir befanden uns in einer der verkehrsreichsten Gebiete Italiens. Meine Schwester kannte sich nicht aus und wir hatten keinen Kontakt mehr. Wäre ich doch langsamer gefahren, hätte ich ihr doch das Handy mitgegeben!
An jeder Tankstelle blieb ich stehen und hielt Ausschau in alle Richtungen. Auch die italienische Polizei konnte mir nicht weiterhelfen. Außer dem Wort cinque = 5 kann ich kein italienisch. Leider konnten die Italiener auch kein deutsch und kein türkisch. Es blieb mir nur noch eins, ein Gebet: lieber Gott, bitte hilf mir meine Schwester und meine Schwägerin wieder zu sehen.
In diesem Moment dachte Ayse an ihre alte Lehrerin, die immer zu ihr sagte:“ wenn, du dich mal verfahren solltest, mach zuerst den Tank voll.“ Deshalb fuhren sie zur nächsten Tankstelle. Als die beiden kurz zur Toilette gingen, trafen sie auf den Toilettenmann, der ihnen in diesem Moment, wie ein Engel vorkam. Er verstand ihre Notlage sofort und erklärte ihnen mit Hilfe der Autokarte und dem einzigen Wort, das er auf Deutsch konnte: “zurück“. Sofort war es Ayse und Jeschim klar: wir sind auf dem falschen Weg.
Inzwischen war ich mit den anderen in Ancona an der Fähre. Am Schalter konnten wir uns nicht anmelden, da meine Papiere im silbernen Auto lagen. Wir waren verzweifelt. Noch nie in meinem Leben habe ich so viel gebetet. Während ich vor lauter Unruhe umherlief saß mein Bruder mit dem Funkgerät spielend auf einer Bank. “Hallo, hallo“ rief er „Jeschim, bist du da“? Es konnte natürlich keine Antwort kommen, doch plötzlich erklang eine vertraute Stimme aus dem Gerät “, hier ist Jeschim, wir sind in Ancona und können den Hafen nicht finden.“ Mein Bruder erklärte ihr über Funk den Weg. Wir schauten angespannt zum Tor und plötzlich tauchte das silberne Auto auf. Applaus, Tränen, Gänsehaut, Schreie…………… Noch nie war ich so glücklich und weiß jetzt, wie wertvoll Familie ist.
Aysel
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Auf dem Weg in die Postgasse zur Schatzkiste begegnete mir eine 88-jährige Penzbergerin. Sie ging auf mich zu, schüttelte mir die Hand und fragte mich, „Sie sind doch die Radlerin und Kunstradfahrerin?“ Ich sagte: „Ja, das stimm, aber es liegt schon soweit zurück, es war 1930.“ Darauf sagte sie: “Sie haben uns immer soviel Freude bereitet mit Ihren Aufführungen.“ Dann schüttelte die Frau mir die Hand und wollte sie nicht mehr loslassen. Ich war von Herzen gerührt, dass sich Menschen in diesem Alter noch daran erinnern können, wie ich ihnen damals mit meinem Sport soviel Freude bereitet habe. Bei einer zweiten Begegnung mit derselben Penzbergerin wurde ich mit einem Beutel voll Schokolade und Sekt beschenkt. Ich freute mich und bedankte mich sehr. Danach fragte ich mich, wie ich dieser Frau die Freude zurückgeben könnte, welche sie mir gemacht hat, dass sie mich nach 75 Jahren noch erkannte. Da ich noch Fotos aus dieser Zeit besitze, kam mir der Einfall, diese nachmachen zu lassen und ihr zu Weihnachten zu schenken. 1926 bin ich im Alter von 6 Jahren in den TSV- Penzberg eingetreten. Mit 10 Jahren war ich bereits Vorturnerin und beherrschte die Riesenfelge an Reck. Zur selben Zeit wurde eine Turnerin zum Kunstradfahren gesucht. Der Trainer der zukünftigen Saalmannschaft kam zu meinem Turnwart und fragte nach einer guten Turnerin zum Gruppenfahren. Mein Turnwart schlug mich vor. Daraufhin wurde ich in der Saalmannschaft im Gruppenfahren eingeführt. Bereits zwei Jahre später wurde ich mit meinen Sportkameraden in München im Hackerbräukeller bayrische Meisterin im Zweierkunstradfahren. Ich bin überwältigt, dass nach über 75 Jahren mein Sport immer noch von vielen alten Penzbergern gewürdigt wird.
Margarete
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Es ist eigentlich keine Schande alkoholkrank zu sein, es ist nur schlimm sich nicht helfen zu lassen.
Bei mir fing es ganz harmlos an: In der Gastronomie geht es oft sehr rauh und stressig zu, doch nach Feierabend ist alles vergessen und man geht zusammen noch ein Bier trinken. Die älteren Kolleggen machen sich gerne einen Spaß daraus, die Lehrlinge abzufüllen, also kann doch so eine Belohnung mit Alkohol nichts Schlimmes sein?!
Sehr extrem war auch die Zeit bei der Bundeswehr.
So geht es viele Jahre weiter und man will nicht wahrhaben, dass man schon lange abhängig ist. Als natürliche Folge tauchen jetzt finanzielle Probleme auf und dies führt dann zu Telefonsperre, Lohnpfändung und Bankpfändung. Es kommt zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses. Man hat zwar sehr viele sogenannte Freunde, aber man kann mit niemanden über persönliche Anliegen reden. Als letztes Mittel Tabletten zu nehmen, ist aber auch keine Lösung – Gott-sei-Dank.
So ging es in die Psychiatrie nach Garmisch-Partenkirchen. Dort fand der körperliche Entzug statt. Danach trat ich sehr schnell, bereits nach 6 Wochen, eine Langzeittherapie (16 Wochen) in einer Fachklinik für Suchtkranke an. Nach der Therapie mußte man die sogen. Käseglocke verlassen und alles in der Klinik Vermittelte muß nun in die Realität umgesetzt werden. Die Feuerprobe kam sofort 1Stunde nach Verlassen der Klinik, als an einem sehr heißen Tag, bepackt mit 4 Gepäckstücken, die Straßenbahn mit mir und zwei meiner Gepäckstücke davonfuhr. Die beiden anderen Gepäckstücke blieben am Bahnsteig zurück. Die Angst um das verlorene Gepäck und den nicht pünktlich zu erreichenden Zug versetzten mich in großen Stress. Jetzt wäre ein kühles Bier recht gewesen. Aber gleichzeitig war der Gedanke da, dann bräuchte ich überhaupt nicht in den Zug nach Hause einzusteigen. So meisterte ich diese erste schwierige Situation.
Zum Umsetzen in die Realität gehörte für mich auch der Ortswechsel und der Wechsel des Bekanntenkreises, sowie die Neustrukturierung des Tagesablaufs.
Mit der angebotenen Hilfe und sehr viel Selbstbeherrschung kann man es schaffen.
Zum Schluß noch ein Spruch: Im Becher ersaufen mehr als im Meer!
© Burkhard R., Clubhauszeitung Rendezvous GAP,
Ausgabe 03/2005
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Nach längerer Zeit in der Oase BFZ und BFW ist es mir nun gelungen, eine Umschulung zum Fachinformatiker anzufangen. Natürlich ist es nicht leicht, nach all den Querelen die Psychosen so mit sich zu ziehen, auf dem ersten Arbeitsmarkt und dann gleich noch in der Verkürzerklasse unter lauter Abiturienten, frisch von der Schule, mitzuhalten.
Aber ich glaube, es kann funktionieren. Auch wenn meine Noten bisher nicht super gut sind. Es läuft alles noch recht gut.
Warnen möchte ich nur die Leute, die glauben, sofort nach einer Psychose wieder so hoch einzusteigen. Gerade wenn man dann in der Stadt in der Berufsschule ist, wo es doch anders zu geht als im Ländlichen, muss man aufpassen, dass es einem nicht zu viel wird. Da tauchen Gesichter auf, die einen an andere erinnern. Da sieht man tuschelnde Leute, Leute, die Grimassen ziehen, Mitschüler, die viel jünger und auch kindischer sind. Auch den Verlockungen des Einkaufens, während der Wartezeit auf den Zug, muss man sich erst einmal entziehen.
Allerdings ist es auch toll, auf einmal wieder unter „Normalen" zu sein und dort eigentlich recht gut aufgenommen zu werden. Man wird auch nicht so oft stigmatisiert, wie mancher glaubt.
Ausserdem arbeite ich in einem Lehrbetrieb im Schongauer Hinterland und habe dort alle Ruhe der Welt, mir Programmier-Techniken anzueignen.
Trotz allem kann ich mir mit meinen Ersparnissen evtl. noch einen unbedingt notwendigen neuen Computer (alle lachen über meinen alten Kasten) und einen Urlaub leisten. Evtl. will ich noch mit ein paar Leuten aufs Rock im Park fahren, weil dort REM und die Tocotronics und ein paar andere interessante Bands spielen. Also es läuft mit den Zuschüssen, die ich bekomme, finanziell nicht so schlecht, was allerdings nicht heisst, dass ich mir alles leisten oder zu viel sparen kann.
Und sonst muss ich lernen, lernen, lernen. Das gehört da dazu. Ich versuche immer noch die beste Methode zu finden. Ich habe es auf CD aufgenommen und angehört, ich habe Karteikarten geschrieben und kam mit beiden Methoden auf eine 3. Die Abschreibmethode hat nur für eine 5 gereicht und die Multimedia-Selbsterstellvariante für eine 4. Am besten ist es immer noch, aus dem Internet das Wissen zu holen und dann als Referat oder Zusammenfassung von jemand prüfen zu lassen. Es hilft auch, Bücher über das Ganze zu lesen und an praktischen Beispielen zu üben.
Leider ist es doch so, dass man nicht mehr so viel Zeit hat. Man kann nicht mehr so viele Ausflüge machen, oder auch Zeitfresser, wie Computerspiele oder Musik CD’s sollten nicht überhand nehmen.Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, manchmal mit meinen vielen Freunden und Bekannten, die ich in den letzten Jahren hier in Weilheim gewonnen habe, ab und zu etwas zu unternehemen, sei es sich einfach auf einen gemütlichen Kaffee zusammen zu setzen oder mal wegzugehen. Ich kann immer noch gut schlafen, muss ich auch, sonst würde ich das nicht durchhalten. Mit der Medikation, auf die ich im Moment eingestellt bin, geht das auch. So, ich wünsche euch allen eine schöne Zeit, gute Erholung und Gesundheit, und dass es auch mehr Leute schaffen, nach diesen Psycho-Erlebnissen wieder mit dem Strom zu schwimmen und in ein geregeltes Leben mit gesichertem Einkommen und besserem Ruf zu gelangen. Natürlich soll man sich nicht alles sagen lassen und nur so mitmachen und vor sich hin leiden. Mathilde von Zahnt, die kennen einige aus Dürrenmatts Physikern, wartet schon, um mit den neuen Patenten die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen. Aber ich glaube, solche Leute werden irgendwann einsehen, dass auch psychisch Kranke Pazifisten sein können und nicht zwanghaft aggressiv veranlagt sind.
An Märchen darf ich halt auch nicht mehr glauben, wenn auch der Traum von einer eigenen Familie, wenn ich die passende Frau dazu fände, mir immer noch vorschwebt. Ich habe begonnen, Hellinger zu lesen; hat mir ein Kommilitone aus früheren Studienzeiten empfohlen.
Also tschüss, man sieht sich schon wieder ab und zu.
Alex, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 17/2005
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Jetzt arbeite ich schon seit fünf Jahren im Telezentrum, und es macht mir viel Spass. Ich habe viele Aufgaben und ich bin jetzt auch so gefestigt, dass ich gut durchhalte und so gut wie gar nicht mehr krank geschrieben bin.
Die Arbeit gibt mir viel Unterstützung zur Selbständigkeit. Das SägeWeb, das jetzt neu ist für die Clubhäuser und die Bewohner der Herzogsägmühle, ist eine große Aufgabe für mich. Ich betreue dadurch die Clubhäuser in Penzberg, Weilheim und Garmisch, was wir brauchen für dieses neue Projekt, das macht mir viel Spaß, da ich dadurch mehr unter Menschen komme und mein Können über PC weitergeben kann. Das macht mich stolz, und mein Selbstwertgefühl steigt immens.
Ich komme auch gerne wieder in die Oase, sobald was an den Computern los ist, die Fehler die dort an den Computern entstehen, fordern mich heraus. Sicher, alles werde ich nie können, aber zumindest kann ich doch oft helfen und das macht Spass. Ich lerne soviel daraus, dass ich nur davon profitieren kann. Und wenn ich was nicht weiss, weiss ich zumindest, wo ich mir Rat holen kann. Ich finde es einfach toll, wieviel ich wieder in den letzten Wochen dazugelernt habe. Ich hoffe, es wird so weitergehen. Meine Stimmung ist aber auch so gut, da ich ausgeglichen bin durch den Sport und so meine Hilfe auch besser anbieten kann, mit Computerkursen geben in den Clubhäusern.
Susa, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 17/2005
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Nachdem ich im Chemielabor eher noch eine Schlaftablette war, was auch kein Wunder ist, wenn man so viele nehmen muss, konnte ich die Leute vom Berufsförderungs-Zentrum eher mit meinen Computerkenntnissen überzeugen.
Zunächst machte ich ein Praktikum bei einer Computerfirma und dann noch eines im Lager eines Nahrungsergänzungsmittel-Herstellers. Da ich leider nirgendwo übernommen wurde, habe ich mich nun dazu entschlossen, weiter bei der Computerfirma ein Praktikum zu machen, weil mir dort eine Umschulung angeboten wurde.
Da ich leider den Einstellungstest im Arbeitsamt wegen meiner Müdigkeit nicht so ganz bestanden habe, muss ich nun um meine Umschulung zittern.
Es besteht aber jedoch die Möglichkeit, dass ich in Kirchseeon eine andere, leichtere Umschulung zum Bürokaufmann oder technischen Zeichner machen kann.
Allerdings blieb mir die Chance, den Test zu wiederholen. So besorgte ich mir eine CD-ROM mit dem Titel: "So steigern sie ihren IQ" und bestand beim 2. Versuch den Test.
So hatte ich nun kürzlich ein Gespräch beim Arbeitsamt, wo mir gesagt wurde, dass ich eine volle Kostenübernahme inklusive Essensgeld, Fahrtkosten, Sozialversicherung, Krankenkasse und Büchergeld bekomme. Zusätzlich gibt es jetzt in Weilheim eine Zweigstelle von Kirchseeon, von der ich betreut werde. Jetzt muss ich nur noch auf ein OK vom Lehrbetrieb warten und dann kann ich die Umschulung machen. Ich finde es gut. Danke.
Alex, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 16/2004
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