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Der Kampf der weißen Göttin


Günter Brunn

Die Sonne strahlt feurig rot über endlosen Hügelketten. Reißende Flüsse zerklüften das Gestein. Blühendes Heidekraut weht im Nordwind, das Eismeer brandet an die Küsten. Fischadler setzen zum Sturz in die blaue Flut an. Die Macht der Natur lässt Vulkane ihre glühende Lava versprühen, die Erde erbeben und zerreißen. Schlünde klaffen still, dann erhebt der Wind seine brausende Stimme. Eine Quelle springt aus der Erde, blau spritzt die Wasserflut, die Tropfen perlen und glitzernd senken sie sich wieder, um sich in die Flut zu ergießen, die zwischen den Ufern das Tal hinabfließt.

Das Bächlein dreht das Wasserrad eines alten, kalten und verstaubten Schlosses. Zwischen den Steinklötzen bröckelt das Gewebe, in einen Hang eingelagert sammeln sich Felsen an den Rändern, der Verfall ist hereingebrochen. Doch der Schloßturm träumt noch von vergangenen Zeiten und reckt seine Spitze in den Himmel, die die Sonne belichtet und beschattet. Wie lange wird sich die blutrote Kugel am Horizont drehen, wie bald wird der Rachen sie aufnehmen und nicht wieder ausspeien. Weiter wächst der Schatten des Turmes in die aufkommende Nacht hinein. Die schwarze Fledermaus kreist.

Im Inneren des Schlößleins: ein Spiegelsaal. Aus allen Spiegeln leuchtet die Dunkelheit, ein Tisch in der Mitte, worauf eine weiße Kerze mit rosaroten Intarsien sich nach oben zur Schlange auswächst mit dolchartigen Zähnen aus denen das Feuer bricht. Der Saal glitzert - die Lichtflut offenbart sich als die weiße Göttin.

Die Lichtgöttin dreht sich im Kreise. Sie liegt in der Geburt, sie erhebt sich, tausend Reifen in buntschimmernden Farben schmücken ihre Gestalt. Rosa, blau, rot, gelb. Sie streift die Ringe über sich herab. Die weiße Taube fliegt auf. Die Flügelscharen in den Spiegeln. Rosarote Federn. Die Taube schwebt im Silbersaal hin und her. Die schwarze Fledermaus kreist bedrohlich über ihr, jederzeit zum Stoß bereit. Doch die weiße Taube kämpft gegen ihren Schatten.



Sei nicht traurig liebes Kind


Sei nicht traurig liebes Kind
Die Mutter schaukelt deine Wiege im Wind
Leise streicht der Wind über die Gräser
Die Abendsonne leuchtet wie helldunkle Sonnengläser.

Gerhard Leibig



Rien ne va plus


Zwei Worte, einst wie Glockenklang,
Der Neubeginn, der Neuanfang
Doch war die Zukunft längst perdue
Aus und vorbei
Rien ne va plus

Der Zapfenstreich ist wieder Hit
Marschieren wird Manie
Marschiert wird im Paradeschritt
Aus und vorbei
Rien ne va plus

Deutschland im  Glanz im Glück des Glückes blüht
P a z i f i s t e n p h i l o s o p h i e?
Wenn die Bundeswehr durch Kabul zieht

Aus und vorbei
Rien ne va plus

Alte Lieder neu gesungen,
die „Morschen Knochen“ klappern hell wie nie,
Die alte Scham, ist jetzt bezwungen
Aus und vorbei
Rien ne va plus

Copyright by
Konklavius
Eugen Hundhammer ,
Herzogsägmühle, 29.10.07



Wenig ist viel (Little is much) - ein Lied


Little Is Much :
What is the measure of a life well lived
If all I can offer seems too small to give
This is a song for the weaker, the poorer
And so-called failures
Little is much when God's in it
And no one can fathom the plans He holds
Little is much when God's in it
He changes the world with the seeds we sow
Little is much, little is much
Who feels tired and under-qualified
Who feels deserted, and hung out to dry
This is a song for the broken, the beat-up
And so-called loser
Consider a Kingdom in the smallest seed
Consider that giants fall to stones and slings
Consider a child in a manger
Consider the story isn't over
What can be done with what you still have

[Little is Much Lyrics on www.lyricsmania.com] - Downhere— Album: Wide-eyed and mystified


Wenig ist viel :
Wie misst man, dass ein Leben gut gelebt wurde ?
Wenn das was ich zu bieten habe zu klein zum Geben scheint
Das ist ein Lied für die Schwächeren, die Ärmeren
Und sogenannten Versager
Wenig ist viel, wenn Gott es gebraucht
Und niemand kann seine Pläne ergründen
Wenig ist viel, wenn Gott es gebraucht
Er verändert die Welt mit den Saatkörnern, die wir säen
Wenig ist viel, wenig ist viel
Wer sich müde und zu Wenigem befähigt fühlt
Wer sich verlassen und auf ein Abstellgleis gestellt fühlt
Das ist ein Lied für die Zerbrochenen, die sich kaputt fühlen
Und für die sogenannten Verlierer
Man bedenke – ein Königreich in dem kleinsten Saatkorn
Man bedenke – Riesen fallen über Steine und verfangen sich in Schlingen
Man bedenke – ein Kind in einer Krippe
Man bedenke – die Geschichte ist noch nicht aus
Was kann noch Alles geschehen mit dem, was Du noch hast ?
(Übersetzung: jku)

Im Gegensatz zu Bon Jovi’s Liedzeile in „It’s my life“ „... This ain’t a song for the broken-hearted“ (Dies ist kein Lied, für die denen das Herz zerbrochen ist) oder Queen’s „We are the champions - ... no time for loosers“ (... kein Platz für Verlierer) ist dieses Lied von der kanadischen Band Downhere genau das – ein Lied für die zebrochenen Herzens sind und die sogenannten „Verlierer“. Bin vor noch nicht allzulanger Zeit auf diese Band gestoßen und inzwischen Fan geworden. Nicht allein ein eingängiger Rocksound sondern auch gehaltvolle Texte gibt es da auf den inzwischen fünf Studioalben zu hören (inkl. 1 Weihnachtsalbum). Unter www.downhere.com kann man reinhören. „Hope is rising“ heißt ein Song der letzten Nichtweihnachts-CD „Ending is beginning“. Und möge auch die Hoffnung aufgehen, dass diese Band noch viel gute Musik macht. (jku) [9.1.10]



Influenza Porcii


Gott sandte mir die  Schweinegrippe
Ein Virus kam mir durch die Lippe
Brauch keinen Löffel mehr und keine Schüssel
Denn mir wuchs  ein Schweinerüssel

Ein Ringelschwanz kam  noch dazu
Aus Schenkeln wurden Keulen
Die Ohren wuchsen und im Nu
Konnt nur mehr grunzen anstatt heulen.

Einst Mann, jetzt Eber, Frau jetzt Bache
Frischling nennt sich jetzt das Kind
Die Natur sie nahm virale  Rache
Das Schwein ward Mensch, wir Schweine sind

In der Hölle jetzt ein Quieken, Grunzen
Statt Zähneklappern  Reuig heulen
Dem Satan reichts kanns nicht mehr hören
Beginnt nun mit dem Massenkeulen


Copyrights by
Konklavius
Eugen Günther Hundhammer
Herzogsägmühle
02.05.2009

Silhouette eines Fotografen



Hoffnung


Hoffnung ?
Was ist das ?
Wenn ich zu den Sternen sehe
und kurzzeitig vergesse
daß eine Zeitbombe
„Krankheit“ in mir tickt ...

Hoffnung
wenn ich sehe
wie ein alter Mann verlegen
wackelnd einen Blumengruß
über die Straße trägt
eine Frau ihr Kind liebevoll
in den Armen wiegt
und Hasen im Garten neben der
Straße genüßlich Gras fressen
und dabei so verletzlich wirken

Hoffnung – wenn ich daran
glauben darf – daß das Leben
sich am Ende doch durchsetzt
und das Gute siegt
dann darf ich müde werden
und meine Angst vergessen
... Entscheide dich nie gegen das Leben

Julia Schmidt

Schild in Liverpool - Hope Street -



Gedanken zur bundesdeutschen Symbolik


Schwarz-Rot-Gold sind schöne Farben,
gar lieblich sind sie anzuschau`n.
Doch mischt man diese Komponenten
Ergeben sie  ein tiefes Braun..

Der Bundesadler der so stolz.
Der Mittelpunkt gar mancher Feier.
Doch sitzt er auf sehr morschem Holz
Symbolisch für den Pleitegeier.

Unser schönes Deutschlandlied,
Improvisiert, weil schamhaft abgekürzt.
Im Hinterstübchen Vollversion,
Die Lust auf alte Zeiten würzt

Sogar Afghanen werden bleich,
und legen Tellerminen
hörn sie den großen Zapfenstreich.
Aus Kabuls Kriegsruinen.

Der Reichstag war stets ein Symbol
für  Nationales Scheitern
Leider konnt die  Glaskuppel,
die Weitsicht kaum  erweitern

Copyright by
Konklavius
Eugen Hundhammer
25.11.07
Herzogsägmühle

Nachtrag  für Tomatchen :-)

Berlin die neue Metropole
So liberal, ganz ohne Zonen
Geht man durch die Karl-Marx-Allee
Möcht` man in Nordkorea wohnen



Die Geschichte vom Hase und Igel:


An diesem Nachmittag gingen der Hase Martin und der Igel Daniel in die Apotheke. Da fragte der Martin „Herr Apotheker, ich bräuchte bitte für meinen Freund Daniel ein Mittel gegen seine Rückenschmerzen.“ „Ja, das ist mir schon klar, aber da müsste man schon vorher die ganzen Stacheln wegmachen.“ „Was, wie bitte ?“ fragte der Martin erstaunt darauf.“ „Aber ich kann dem Martin nur was geben, wenn die Stacheln ganz weg sind.“
„Aber wie soll ich das machen ?“
„Indem ihr Freund einfach die Stacheln vom Rücken rausreißt.“
Aber da hat er eben das Spielchen ohne unseren Freund Martin den Hasen gemacht. „Also so nicht Herr Apotheker, schließlich ist ein Igel ohne Stacheln kein Igel mehr !“ Er schaute den Apotheker ernst an.
„Dann kann ich euch auch nicht helfen. Kaum hat der Apotheker das ausgesprochen gingen beide enttäuscht wieder hinaus. Der Hase Martin sagte darauf zu unserem Freund Daniel „Komm wir gehen zum Doktor.“
Gesagt getan: „Herr Doktor gibt es ein Mittel gegen Rückenschmerzen für meinen Freund.“
„Ja, gibt es. Hier habe ich ein dickflüssiges Mittel gegen Schmerzen. Das muss man einfach nur auf ein Tuch darauf tupfen und damit zwischen den Stacheln rauf und runterfahren.“
„Ok, vielen Dank Herr Doktor.“
Und so bekamen sie das Mittel, haben es auch gleich mal ausprobiert und am nächsten Morgen waren tatsächlich die Schmerzen weg.
Und  alles ist wieder gut.

Hans-Peter Dacher

Sonnenblume



1968, die Deutsche Bell-Epoche


Hunde, die bellen, beißen nicht,
so meinte einst mein Vater
Viel zu viel und viel zu laut gebellt.
Jetzt Kiefermuskelkater.

Viel gebellt, doch nie gebissen.
Die Revolution, sie fand nicht  statt.
Aus Auditorium rausgeschmissen.
Nur die Putzfrau revoltierte matt.

Die Hundescheiße, noch im Saal
War für die Putzrau keine Qual,
der Ekel kam, man glaubt es kaum
von dem verbliebnen Geiferschaum

Copyright by
Konklavius
Eugen Hundhammer
10.11.07
Berlin

Pusteblume im Gegenlicht



Wettlauf gegen die Zeit


Ich schreibe –
schreibe und zeichne seit ich denken kann.
Im Alter von 12 Jahren begann ich regelmäßig meine Gedanken in Tagebücher zu verarbeiten

Heute schreibe ich im Wettlauf gegen die Zeit

Es entwickelt sich alles so rasant
Und ich denke, glaube, hoffe,
daß wir Menschen ganz viel noch selbst in der Hand haben

Wie ein Kugelblitz die Erde erreicht – so wird Gott eingreifen,
daran glaube ich ganz fest.

Peace-people – laßt euch nicht unterkriegen !

Julia Schmidt




Herzogsägmühle
ist kein Gefängnis.

Das Gefängnis
ist außerhalb.

Herzogsägmühle
ist eine Insel.



Julia Schmidt



PHM Schmidt


(bei der Überwachung eine NPD-Demo)

Warum bin ich denn hier nur da?
Die schrei` n doch nur ganz laut Hurra
Jeden Morgen beim Revierappell
Schrein wir das auch, sehr  laut und hell

Sehr ordentlich schau` n die auch aus.
Die Haltung stramm, die Brust heraus
Ihre Lieder klingen auch nicht schlecht.
Die steh` n  nicht Links! Die sind schon Recht..

Auch die Parolen klingen gut.
Von Vaterland und Deutschem Blut
Schaut mal uns Polizisten an
Wir stehen auch nur unsern Mann

Ihre Stiefel sind sehr blank poliert.
Die Haare ordentlich frisiert.
Und so beruhigt marschiert Herr Schmitt
Gleichschrittig  mit den Leuten mit


©Copyright by
Konklavius
Eugen Hundhammer
29.01.2002
Istanbul



Meinen Gummibaum aufgeben?


Zu meiner Geburtstagsfeier hatte ich ein paar Leute eingeladen und ich bekam dies und das geschenkt. Doch eine Bekannte schenkte mir etwas Lebendes: eine Pflanze, genauer gesagt: einen Gummibaum. Beim ersten Betrachten hat er mich nicht besonders beeindruckt. Als er sich dann aber ein paar Wochen in meinem Zimmer befand und ich für ihn sorgte, erkannte ich allmählich seine Schönheit und später zählte er sogar zu meinen Lieblingspflanzen.
     Eines Tages fragte ich meinen Gummibaum: „Geht es Dir auch gut?“
     Da lies er mich wissen: „Ja, sicherlich!“
Also versuchte ich ihn weiter so zu behandeln wie vorher. Das ging eine Weile ganz gut, und er machte mir Freude, bis er nach vielen Monaten ein braunes Blatt bekam, das dann abfiel. Ich horchte, ob er mir eine Erklärung geben möchte, doch er sagte nur:
     „Mir geht’s nicht mehr so gut wie am Anfang!“
    Ich fragte ihn: „Was habe ich falsch gemacht?“
    Er sagte nur: „Denk’ nach!“
Ich hoffte, ihm würde es nach einem Standortwechsel und anderen Gießperioden besser gehen, aber nein!
     Er verlor ein Blatt nach dem anderen und sagte nur: „Mir geht’s immer 
      schlechter!
Da hatte der Gummibaum kein einziges Blatt mehr, nur noch eine Knospe an einem dürren Zweig.
     Ich spielte mit dem Gedanken, die Pflanze wegzuwerfen, doch ich lauschte
        noch einmal und hörte ein lautes: „Hilfe!“
Jetzt kam ich endlich auf die Idee, bei Experten nachzufragen: Sie rieten mir umzutopfen.
    Gesagt, getan topfte ich den Gummibaum um. Nach ein paar Wochen vernahm ich ein leises „Danke!“ von ihm.
    Tatsächlich befand er sich auf dem Weg der Besserung. Aus der Knospe wurde ein Blatt und es erschien sofort eine neue Knospe. Dasselbe passierte am zweiten Zweig und die Pflanze bekam mit der Zeit immer mehr Blätter.
    Heute ist sie größer und hat sogar mehr Blätter wie damals, als ich sie geschenkt bekam. Mittlerweile ist meine Pflanzensammlung stark gewachsen und ich hab’ aus meinem Fehler  bei der Pflege von Gummibäumen gelernt: Ich dünge und ich topfe rechtzeitig um. Dann kaufte ich mir zwei Bücher über Zimmerpflanzen, optimierte nach diesen mein Gieß­verhalten, suchte den besten Standort für meine Pflanzen und holte mir noch andere wertvolle Tipps und Informationen aus den Büchern.
Mein Fazit:
Höre auf das was Dir Deine Pflanze sagen will und gib’ niemals auf!



5. Vereinsturnier der Herzogsägmühler Bogenschützen


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Der Meerrettich (Märchen)


von Florian Weber

Viele fragen sich, woher der Meerrettich kommt. Ich stelle mir das so vor:
Zu einer Zeit, als es noch keinen Meerrettich in Deutschland gab, reiste ein Bayer für ein halbes Jahr auf eine unbekannte größere Insel. Dort gefiel es ihm gut und er brachte einem Einheimischen – bei dem er untergebracht war – Bayrisch und etwas Hochdeutsch bei. Die Zeit verging, und der Bayer erholte sich gut von dem Stress, den er in seinem Beruf in Deutschland hatte.
   Eines Tages zeigte ihm der Einheimische ein für den Bayern sonderbares Gewächs, das sie dann gemeinsam verzehrten. Der Bayer schätzte es wegen seines guten Geschmacks und seiner Schärfe, wusste aber lange nicht, wie er es auf Deutsch nennen sollte, bis eines Tages …
   Der Einheimische war verfeindet mit anderen Einheimischen, die einem anderen Stamm angehörten, und die er in Gesprächen mit dem Bayern kurz seine Feinde nannte. Eines Nachts kamen plötzlich seine Feinde und wollten ihn und alle, die bei ihm waren, wieder einmal überfallen, doch der Einheimische hatte ein sehr gutes Gehör: Er hörte sie schon von weitem und hörte auch, dass es viele waren. Aber er wusste, was zu tun war: Er packte das Gewächs, das der Bayer so sehr liebte, heimlich in des Bayern Rucksack, weckte ihn, und gemeinsam flüchteten sie in die Nacht hinein.
   Als sie schon nahe an der Küste waren und der Bayer auf sein kleines Segelboot zeigte, rief der Einheimische plötzlich:
„Schau – mia ham’s g’schafft! Das Meer! Rett’ Dich!“
   Der Einheimische erklärte ihm, dass er selbst nicht mitkommen konnte, weil er die Insel sein Zuhause nannte und sie lieb gewonnen hatte. Er wusste aber ein sicheres Versteck, in dem gerade mal er alleine Platz hatte. So verabschiedeten sie sich kurz, und der Bayer segelte fort.
   Als der Bayer außer Gefahr war, öffnete er am Morgen seinen Rucksack und freute sich riesig: Darin war sein Lieblingsgewächs! Da plötzlich erinnerte er sich an die letzten drei Worte, die ihm sein Freund, der Einheimische, zugerufen hatte und wusste nun, wie er das Gewächs nennen sollte.



Halt mich fest


Halt mich fest
Wenn ich mich verliere
Halt mich fest
Wenn ich nach Leben giere
Halt mich fest
Wenn meine Sinne schwinden
Halt mich fest
Am Ende wirst Du mich finden - hoffentlich

Halt mich fest
Wenn ich im Dunkeln tappe
Halt mich fest
Wenn ich neben der Kappe
bin – und mich verlaufe
Vom Regen bis zur Traufe
Halt mich fest

Halt mich fest
Ganz fest in Deinen Händen
Halt mich fest
An aller Welten Enden
Halt mich fest
Denn Du bist doch der Eine
Halt mich fest
Und lass mich nicht alleine - mit mir

Halt mich fest
Wenn ich nicht bin was ich scheine
Halt mich fest
Wenn ich lache oder weine
Halt mich fest
Wenn ich drohe zu versinken
Halt mich fest
Und lass mich nicht ertrinken

Halt mich fest
Wenn ich versuch ehrlich zu werden
Halt mich fest
Im Himmel und auf Erden
Halt mich fest
Wenn ich Dich nicht verstehe
Halt mich fest
Wenn ich abdrehe

Halt mich fest
Wenn mich Zwänge
In die Enge
Treiben
Und mich zerreiben

Halt mich fest
Wenn ich wissen will was ich will
Halt mich fest
Es heißt bei Dir sind Stürme still
Halt mich fest
Wenn ich Gedanken fasse
Halt mich fest
Und sieh zu, dass ich nicht von Dir lasse
Jesus - halt mich fest    

[03.06.05 Jörg Kuppler]

Steinkreuz



Der Lumpensammler


Ich habe etwas Seltsames gesehen. Ich bin über eine seltsame Geschichte gestolpert, über etwas, auf das mein Leben, meine Gewitztheit, meine selbstgefällige Art, meine verschlagene Zunge nicht vorbereitet war. Still, Kind. Still jetzt, und ich werde es Dir erzählen. An einem Freitagmorgen, noch vor der Dämmerung, bemerkte ich einen gutaussehenden, starken, jungen Mann, der durch die Straßen unserer Stadt ging. Er zog einen alten Karren voller bunter neuer Kleider und rief mit klarer heller Stimme: “Lumpen!” Ah, beim Klang dieser süßen Musik schmeckte die Luft faulig, und das erste Morgenlicht schimmerte trüb. “Lumpen! Neue Lumpen für Eure alten! Ich nehme Eure zerschlissenen Lumpen! Lumpen!” “Wie seltsam” dachte ich, denn der Mann war einen Meter neunzig groß, seine Arme waren wie Äste, hart und muskulös und seine Augen leuchteten wach und klug.“ Konnte er keine bessere Arbeit finden, dass er als Lumpensammler durch die Innenstadt ziehen muss” Ich folgte ihm. Meine Neugier trieb mich an. Und ich wurde nicht enttäuscht. Bald sah der Lumpensammler eine Frau auf ihrer Hintertreppe sitzen. Sie schluchzte in ihr Taschentuch, seufzte und vergoss tausend Tränen. Ihre Knie und Ellenbogen bildeten ein trauriges X. Ihre Schultern zitterten. Ich sah, dass ihr das Herz brach. Der Lumpensammler hielt seinen Karren an. Leise stieg er über Blechdosen, zerbrochenes Spielzeug und Windeln auf die Frau zu. “Gib mir Deinen Lumpen”, sagte er sanft, “und ich werde Dir ein neues Tuch geben.” Behutsam zupfte er Ihr das Taschentuch von den Augen weg. Sie blickte fragend auf, und er legte Ihr ein leinenes Tuch auf die Hand, so rein und neu, dass es leuchtete. Sie blinzelte, traute Ihren Augen nicht und sah von der Gabe zu dem Geber auf. Dann, als er wieder seinen Karren zu ziehen begann, machte der Lumpensammler etwas Merkwürdiges: Er legte sich Ihr verschmiertes Taschentuch vor sein Gesicht. Und dann begann er zu weinen und mit bebenden Schultern ebenso bekümmert zu schluchzen, wie sie es getan hatte. - Sie jedoch blieb ohne eine Träne zurück. “Das ist ein Wunder”, flüsterte ich bei mir selbst, und ich folgte dem schluchzenden Lumpensammler wie ein Kind, das sich von einem Geheimnis nicht mehr losreißen kann. “Lumpen! Lumpen! Neue Lumpen für Eure alten!” Nach kurzer Zeit, als der Himmel grau zwischen den Dächern hindurchzuschimmern begann und ich die zerschlissenen Vorhänge vor den schwarzen Fenstern erkennen konnte, begegnete der Lumpensammler einem Mädchen mit leeren Augen, dessen Kopf in einen Verband gehüllt war. Der Verband war blutdurchtränkt. Blut rann über ihre Wange. Der Lumpensammler betrachtete das Kind voller Mitleid und holte eine hübsche gelbe Mütze von seinem Karren. “Gib mir Deinen Lumpen” sagte er und streichelte Ihre blutverschmierte Wange, “und ich werde Dir meinen geben.” Das Kind konnte ihn nur anstarren, während er den Verband löste, abnahm und sich um seinen Kopf band. Die Mütze setzte er Ihr auf den Kopf. - Ich sperrte den Mund auf, als ich es sah: Mit dem Verband war auch Ihre Wunde verschwunden! Dafür quoll nun von seiner Stirn dunkles schweres Blut - sein eigenes!

Lumpen! Lumpen! Ich sammle alte Lumpen! rief der schluchzende, blutende, starke, so klug aussehende Lumpensammler. Inzwischen stach die Sonne vom Himmel, blendete meine Augen. Der Lumpensammler schien es immer eiliger zuhaben. “Gehst Du zur Arbeit? fragte er einen Mann, der an einem Telefonmast lehnte. Der Mann schüttelte den Kopf. “Hast Du denn keine Arbeit? hakte der Lumpensammler nach. “Bist Du verrückt - wer will schon so einen wie mich haben?!” gab der andere höhnisch mit bitter dreinblickender Miene zurück. Er stieß sich von dem Mast ab, so dass man seinen rechten Jackenärmel sah - er war plattgedrückt, und die Manschette steckte in der Tasche. Er hatte nur noch einen Arm. “So”, sagte der Lumpensammler. “Gib mir Deine Jacke, und ich gebe Dir meine.” - Mit welcher Bestimmtheit er das sagte! Der Einarmige zog seine Jacke aus. Das gleiche tat der Lumpensammler - und ich erschauerte bei dem Anblick: Der Arm des Lumpensammlers blieb in seinem Jackenärmel, und als der andere die Jacke anzog, hatte er zwei gute Arme, kräftig wie Äste; der Lumpensammler dagegen hatte nur noch einen. “Geh suche Dir Arbeit”, sagte er.
Danach fand er einen Betrunkenen, der bewußtlos unter einer dünnen Decke lag, einen alten Mann, gekrümmt, runzelig und krank. Er nahm die Decke und legte sie sich um die Schultern, doch für den Betrunkenen ließ er neue Kleider zurück. Nun mußte ich rennen, um mit dem Lumpensammler Schritt halten zu können. Obwohl er hemmungslos weinte, seine Stirn in Strömen blutete und er seinen Karren mit einem Arm ziehen mußte, vor Trunkenheit stolpernd, immer wieder fallend, erschöpft, alt und krank, lief er ungemein schnell. Er hastete durch die Gassen der Stadt, eine Meile und dann noch eine, bis er die Grenzen erreichte, immer weiter eilte er - Ich mußte darüber weinen, wie sehr dieser Mann sich verändert hatte. Seine Not schmerzte mich. Und doch mußte ich herausbekommen, wo er so eilig hinwollte. - Vielleicht um zu erfahren, was ihn so sehr antrieb. Der kleine alte Lumpensammler - er kam zu einer Müllhalde. Er erreichte die Abfallgruben. - Am Liebsten wäre ich zu ihm geeilt, um ihm dabei zu helfen, was auch immer er tat. Aber ich blieb zurück und versteckte mich. Er stieg auf einen Hügel. Unter qualvollen Mühen räumte er eine kleine Fläche auf der Kuppe frei. Dann seufzte er und breitete Jacke und Taschentuch aus. Er legte sich darauf nieder, bedeckte seinen Körper mit der dünnen Decke.
Dann starb er. Oh, wie ich weinte, als ich sein Sterben mit ansah! Ich konnte mich nur noch in eines der Schrottautos fallen lassen, ich jammerte und klagte wie einer, der keine Hoffnung mehr hat - denn die tiefe Liebe, die ich bei dem Lumpensammler erlebt hatte, hatte meine Liebe zu ihm entzündet. Jedes andere Gesicht war mir angesichts des Wunders dieses Mannes verblasst, und er war mir kostbar geworden.
Doch nun war er tot.
Ich schluchzte, bis ich in einen tiefen Schlaf fiel. Ich wusste nicht - woher hätte ich es wissen sollen? - , dass ich die ganze Nacht und auch den Samstag und die nächste Nacht durchschlief.
Doch dann, am Sonntagmorgen, wurde ich von laut schallenden Klängen geweckt. - Licht - reines, hartes, forderndes Licht - prallte mir auf mein trauriges Gesicht, und ich blinzelte und blickte auf.

Nun sah ich das letzte Wunder, das alles andere nebensächlich erscheinen ließ. Dort stand der Lumpensammler und faltete sorgfältig die Decke zusammen. Er hatte eine Narbe auf der Stirn - er lebte! Und er war gesund! Von Not oder Alter war ihm nichts anzumerken, und all die Lumpen, die er gesammelt hatte, leuchteten schneeweiß und rein.

Da senkte ich meinen Kopf, und erschauernd über all das, was ich gesehen hatte, ging ich auf den Lumpensammler zu. - Voller Scham nannte ich ihm meinen Namen, denn neben ihm war ich nichts als eine erbärmliche Gestalt. Dann warf ich an Ort und Stelle alle meine Kleider ab und sagte voller Sehnsucht zu ihm: “Bekleide mich.” Und er bekleidete mich!
Mein Herr er legte mir neue Kleider an und ich bin ein Wunder neben ihm. Der Lumpensammler, der Lumpensammler, der Christus!

(Walter Wangerin jr., beigesteuert von jku)

Freiheit - weißer Vorhang im Wind -



Der friedliche Michel


von Erich Mühsam

Hört man nicht in allen Reden
feierlich den Krieg befehden?
Und besonders bei Visiten
an den Höfen fremder Fürsten —
fühlt man in den Redeblüten
nicht die Welt nach Frieden dürsten?
Stets gebärdet Michel sich
ringsherum freundnachbarlich.
Ja, das Deutsche Reich entschieden
ist beflissen auf den Frieden.
Doch — wenn die Hereros wollen
nicht gehorchen bis aufs Jota,
sie die Frechheit büßen sollen,
und man schickt den Herrn von Trotha!
Dennoch aber sag' ich euch:
Friede sinnt das Deutsche Reich!

Ja, der Kriegsgott liegt am Bändel,
und wir suchen nirgends Händel.
Dieses ward jüngst in Saarbrücken,
in Karlsruh' und Mainz gepredigt,
und wir sehn, wie mit Entzücken
alles friedlich sich erledigt.
Kriegsschiff und Kanone ruht -
wenn der Andre uns nichts tut!
Doch, da haben wir den Haken!
Unterm weißen Friedenslaken
schlummern so geheime Kräfte,
wo wir niemals wissen können,
ob man nicht als Flintenschäfte
sie wird eines Tags erkennen.----
Drum, ob man auch milde spricht -
Ich - trau diesem Frieden nicht!

(aus: Der Wahre Jacob, 1904,
beigesteuert von eh)

Mann beim Tauben füttern



Das Ideal


Ich trinke Wasserzum Frühstückund abends Weinich trage keine Kontaktlinsenmein Haar ist seidenweichmeine Taille engich bin das Idealdoch: ich habe kein Herz(von Julia Schmidt-Suma – Anregung aus einem Film, spät Nachts)

 



An den lieben Kollegen Hans Krupa


Ureigene Wege geht die Seele

Ureigene Wege möcht sie gerne geh` n,
meine gute alte Seele
Doch leider hängt sie in mir fest,
Mein Hirn gibt ihr Befehle

Harrt voller Unrast meines Exitus,
Dann ist sie endlich frei, die Gute,
Hängt rum und krümmt sich vor Verdruss.
Wie ein Regenwurm an Angelrute



©Copyright by
Konklavius
Eugen Hundhammer
Istanbul
28.10.2003



Die Nacht war voller Vogelgesang


Die Nacht war voller Vogelgesang
Der Nebel zieht
Die Wiese taut
Der Morgen graut
Die alte Mühle rauscht am Bach
Bald werden die Rehlein wach
Die Nacht war so lau
Das schöne Veilchen blüht so blau.

Gerhard Leibig



Die ersten Schneeglöckchen (Märchen)


Als vor langer Zeit im Himmel einige Wesen zum ersten Mal auf die Erde mussten, wurden sie gefragt, in welcher Gestalt sie dort leben wollten. Da sagten viele Stimmen: „Als Pflanzen!“. Nun wurde weitergefragt: „Wie wollt Ihr aussehen und riechen, wollt Ihr zum Verzehr geeignet sein oder gar noch einen anderen Zweck erfüllen?“
Manche antworteten folgendermaßen: „Wir wollen schön sein!“,
andere wiederum: „Aussehen spielt bei uns keine Rolle, aber wir möchten duften!“,
wieder andere...: „Alles egal – Wir möchten bloß in Ruhe gelassen werden!“.
Ein paar Stimmen, die auch Pflanzen werden wollten, sagten, sie wollen gut schmecken und manche stellten sich und ihre Nachkommen sogar für künftige Forschungszwecke zur Verfügung, usw.
Doch es gab auch einige Stimmen, die sich etwas Besonderes wünschen durften. Sie freuten sich schon darauf. So hatten manche den Wunsch:
„Wir wollen etwas ankündigen! ...So, wie die Sonne den Tag beginnen lässt!“
„Was wollt Ihr denn ankündigen?“
„Etwas Wunderschönes...! Etwas, nach dem man sich nach Monaten des Verzichts sehnt!“
Dann wurde genauer nachgefragt und man hörte den Vorschlag:
„Wollt Ihr vielleicht die Blütenpracht im Frühjahr ankündigen?“
Da war die Freude groß: „Ja, das ist eine gute Idee! Ja, das wollen wir!“
„Dann kommt Ihr als Schneeglöckchen auf die Erde. Ihr sollt den Frühling einläuten!“

So und nun kennst Du die Herkunft der Schneeglöckchen.

(Florian Weber)



Der Frühling


Hurra der Frühling ist jetzt da
Über Nacht da kam der  Lenz
Nur etwas fehlt zum Glücklichsein,
Mein nagelneuer Benz

Der Verkäufer milde lächelt,
Ein bisschen nur Geduld
An der Warteschlange,
Da sind sie selber Schuld

Oh nein! Was muss ich leiden
Wie übersteh ich‚ s ohne Benz
So muss ich weiter warten
Noch lang ist's hin zum Lenz


© Copyright by
Konklavius
Eugen Hundhammer
Istanbul 27.03.03

Kirschblüten



Wer selber empfindet und denkt


Ein Junge sagt zu seinem Vater: „Darf ich spielen gehen?" Sein Vater fragte: „Willst du dich etwa wieder mit Josef treffen?“ Der Junge nickte. Der Vater erkundigte sich: „Hast du denn keine anderen Spielkameraden?" Sein Sohn meinte: „Doch, aber mit Josef treffe ich mich besonders gerne."

Sein Vater wandte ein: „Das muss doch eintönig sein mit Josef, auf die Dauer. Der versteht kaum etwas, weiß fast nichts. Mit ihm kannst du deshalb nichts Neues besprechen. Mir wäre es wirklich lieber, wenn du dich mit jemand Anderem treffen  würdest." Da fragte der Sohn: „Willst du nicht, dass ich mich mit Josef treffe, weil du ihn für dumm hältst? Weil er geistig behindert ist?"

Sein Vater sagte ausweichend: „Anderer Umgang wäre besser für dich. Josef bringt dir doch nichts." Sein Sohn antwortete: „Aber ich freue mich immer auf die Treffen mit ihm." Der Vater wandte weiter ein: „Josef bekommt doch nichts mit. Er hat nichts  zu erzählen." Der Sohn war anderer Ansicht: „Mit Josef ist es immer sehr interessant. Er sieht Sachen, die Andere gar nicht bemerken. Zum Beispiel Frösche, schöne Steine, Pfützen in denen sich die Wolken spiegeln. So haben wir viel  Abwechslung."

Der Vater kam so nicht weiter und dachte nach. Und  äußerte: „Aber man muss sich nach oben orientieren. Du solltest mit Kindern spielen, die dir Neues beibringen können. Wichtiges, das du später gebrauchen kannst, wenn du größer wirst. Zum Beispiel wären für dich Kinder gut, die handwerkliche Fähigkeiten haben oder etwa ein bißchen Englisch können. Sein Sohn erkundigte sich: „Du meinst, dann kann ich von ihnen lernen?" Sein Vater nickte erfreut, weil sein Sohn zu verstehen schien, endlich.

Der Sohn dachte nach und schwieg lange. Schließlich meinte er: „Dann ist es besonders wichtig, dass ich mit Josef zusammen Spiele. Denn so kann er von mir lernen."

Hannes F.

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Abschied Matthias GAP


Zum Abschied Feiern kommt er heut
Drum freuen sich auch alle Leut
Von seinem mitgebrachten Kuchen
Ein Stückchen zu versuchen

Er hat uns gut und gern chauffiert
Und sich dabei auch nie geziert
Eingesprungen ist er spontan
Uns zuverlässig überall hingefahrn

Ob Innsbruck, Farchant, Oberammergau
Die Fahrten nahm er stets genau
Manch Kurve fuhr er auf die Schnelle
Die Polizei zog auch prompt die Kelle

Spaß hatte er am Rommèspiel
Auch der Computer wurde ihm nie zuviel
Zum Ende hin gab er noch mal richtig Gas
Und hatte beim Sommerfest in Schongau richtig Spaß

Wir wünschen ihm weiter Gesundheit und viel Glück
Und bei seiner Kaufmannsausbildung viel Geschick

Deine Mitglieder und Mitarbeiter im
CH Rendezvous

August 2009

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Abschied Frau Schubert GAP


Auf einmal ist Frau Schubert weg,
und reißt bei uns ein großes Leck!
Seit Jahren war sie eine treue Kraft
und hat bei uns ganz viel geschafft!

Drum können es wir es noch kaum fassen
sie will uns wirklich jetzt verlassen.
Wer macht die Zeitung,
backt den Kuchen?
Nach so jemandem müssen wir nun lange suchen!

Der Montag wird nun leer und öd
dies ist nun wirklich äußerst blöd!
Frau Schubert hat auch immer Geduld bewiesen,
so konnte jeder mit ihr die Zeit genießen!

Egal ob Regen oder Schnee,
das Wandern mit ihr war immer schee!
Ob Tag, ob Nacht, ob Licht oder Kerzenschein,
wir folgten ihr jeden Weg brav hinterdrein,
der Sport ist ihre Leidenschaft,
drum trat sie in die Pedale mit voller Kraft!

Wir konnten sie nicht lange halten,
denn sie möchte gern in O’gau walten!
Das Krankenhaus das macht doch Sinn
dort zieht sie`s immer wieder hin

Nach O’gau ist’s kein weites Stück
drum kommt sie hoffentlich zum Feiern auch mal zurück!

Wir wünschen ihr viele nette Kollegen
Und für ihren zukünftigen Weg viel Glück und Segen!

Juli 2009

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Für Andreas Zeitler von GAP


Ein letztes Mal ist er heut da
Drum kommen Leut aus fern und nah
Sein Verhalten war stets perfekt
Er ist auch niemals angeeckt

Sein i phone ward sein liebstes Stück
Das bracht ihm Leid, nicht immer Glück
Stolz hat er es bei sich getragen
So konnt er uns beantworten fast alle Fragen

Er war beim Spielen immer fair
Wir vermissen dies bald sehr
Karten hat er stets ehrlich gespielt
Auch beim Darten hat er oft genau gezielt

Durch sein smartes Lächeln konnte er den Tag erhellen
Trotzdem zog der Polizist die Kellen
Er kannte jeden Winkel hier
Und fuhr deshalb flott durchs Revier

Er arbeitet nun in einem Hotel mit fünf Sterne
Dort bleibt er kurz denn es zieht ihn in die Ferne
Damit er in Spanien nicht vom Weg abweicht
Kommt er mit dem Führer zurecht ganz leicht

Für seine Zukunft wünscht ihm das Team alles Gute

Juni 2009

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Zeit


Nimm Dir Zeit zum Denken,
dies ist die Quelle der Kraft!
Nimm Dir Zeit für die Arbeit,
denn dies ist der Preis des Erfolges!
Nimm Dir Zeit für die Liebe,
sie ist der wahre Reichtum des Lebens!
Nimm Dir Zeit, Dich umzuschauen,
der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein!
Nimm Dir Zeit zum Spielen,
des ist die Freude der Jugend!
Nimm Dir Zeit, um mit Freunden
Zusammen zu sein und ihnen zu helfen,
dies ist die Quelle des Glücks!
Nimm Dir Zeit zum Träumen,
dies bringt Dich den Sternen näher!
Nimm Dir Zeit zum Lachen,
dies ist die Musik der Seele!
Nimm Dir Zeit zum Gebet,
sie bringt Dir Gott näher und wüscht den
Staub der Erde von Deinen Augen!
Zeit ist das begrenzteste Mittel,
das Du zur Verfügung hast!
Deshalb nimm Dir Zeit

(Aus Irland)
gefunden von Margarete

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Die Geschichte vom Engel ohne Flügel


In der letzten Adventswoche versammelten sich,
wie jedes Jahr, die Weihnachtsengel im Himmel
vor ihrem gemeinsamen Abflug zur Erde. Einer von
ihnen hatte seine Flügel verloren und war nun sehr
traurig darüber, dass er nicht mit auf die Reise gehen konnte.
Da sagte der liebe Gott zu ihm: „Geh deinen Weg mit kleinen Schritten,
und du wirst dein Ziel erreichen!“.
Der Engel tat, wie es ihm geheißen wurde. Der Weg erschien ihm zwar recht
lang und sehr mühsam, aber dafür war er reich an wunderschönen
Erlebnissen und Begegnungen mit all den vielen kleinen Dingen,
die er sonst beim Überfliegen gar nicht bemerkt hätte.
Als er auf der Erde ankam, war er zu seinem Erstaunen auch noch der erste
am Ziel, da sich die anderen Engel wegen ihres zu schnellen Flugs mehrmals
verirrt hatten und zum wahren Ziel erst auf Umwegen gelangten.
So empfand er Dankbarkeit und große Freude und konnte davon genau so
viel weitergeben, wie man es von einem wirklichen Weihnachtsengel
erwartete.

(Elli Michler)
gefunden von Christina

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Der Atem


Mit Atmen fängt es an
Mit Atmen hört es auf
dazwischen ist Dein Lebenslauf

Wohin Du gehst, ist Deine Wahl
willst Du ins Licht, oder in die Qual?

So mach Dich auf und achte darauf
Dein Wille,
geh´ in die Stille –
und gib Ihn her, dann wird getan.
Du fängst von vorne an
und weißt nach einer Zeit,
gebe ich mein Wollen auf,
so werde ich gestützt
Seinen Willen durchzusetzen, hat niemals was genützt.

Vielleicht in einem Moment, hast Du gedacht,
 ich habe es erreicht,
danach jedoch, war es Dir nicht leicht,
so halt nicht fest mit Gewalt,
dass Dir nur Kummer widerhallt.
Gib ihn her (den Willen), wirf ab und werde frei.
Wenn Du lässt, hast Du verdient und jemand kommt zu Dir
-  gibt Dir Kraft und Mut
Du fasst Vertrauen selbst in Dich,
tust, was gut Dir tut.
Mit Wahrheit gehst Du meilenweit und machst Dir eine gute Zeit.

Drum sei bereit - gib ab,
denn nichts nimmst Du mit hinab
ins Grab außer Dich selbst!

(Monika B.)

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Geburtstagsgstanzl


Anne
Anne leitet die Oase, und ist beim Konvektomaten putzen ein alter Hase.
Das Hochbeet wollte sie erhalten, doch unsere Worte überzeugten ihr verhalten.

Hans-Jürgen
Hans-Jürgen lebt jetzt im Bürgerheim, kommt aber gern in die Oase rein.
Beim spielen und feiern ist er mit da-bei, und uns ist er  nicht einerlei.

Ermi
Ohne Ermi wäre die Cafeteria am Ende, und sie reicht vielen die Hände.
Auch zum Kochen ist sie zu haben, an ihrem Szenediner-Gulasch tun wir uns laben.

Jörn
Kritisieren tut er schon manchmal gern, dem leckeren Oasen-Essen bleibt er dennoch nicht fern. Nach dem Abtrocknen ohne Verdruss, sucht er  bei seiner Zigarre Genuss.

Alois
Für die Oase ist er immer da, und das Kegeln organisiert er wunderbar.
Morgens ist er jetzt als Fahrer unterwegs, und zeigt den Kindern den richtigen weg.

Emine
Emine kehrt uns die Wege frei, und mittwochs ist sie in der Cafeteria dabei.
Starken Kaffee kocht sie allzu gern, hält der doch unsere Müdigkeit fern.

Hans Zankl
Dem Zankl Hans ist kein Weg zu weit, auf dem Weg nach Penzberg hat er vergessen die Zeit, zum Maifest kam er erst um Acht – trotzdem hat er es noch nach Hause geschafft.

Jessica
Montags ist sie wieder da, unsere liebe Jessica.
Ihre Diplomarbeit hat sie vollbracht, jetzt sie für uns leckeres Essen macht.

Uta
Uta ist sehr engagiert, das Essen sie gern süß serviert.
In der Cafeteria ist sie am Montag dran, und auch fürs Putzen man sie erwärmen kann.

Gerda
Gerda hat das Backen wieder entdeckt, und dem Konvektomaten die Zähne gebleckt.
Fürs Vortragen ist sie zu besetzen, und lässt sich auch nicht durchs Publikum hetzen.

Franz M.
Als IT-Spezialist er die Oase nur selten besucht, doch wenn der Grill raucht er sein bestes beim Fleischbrutzeln versucht.

Ursel
Rasten tut die Ursel nicht, hat Elan wie ein fleißiger Wicht.
Für die Wäsche ist sie da und mit ihrem Rennwagen kommt sie gut klar.

Otto
Unser neuer Show-Mann, der die Oase gut vorstellen kann.
Umbau- oder Gartenarbeit, Otto ist zu jeder Schandtat bereit.

Anna Sch.
Anna springt mal hier mal da. Ob Kochen oder in der Cafeteria ist doch klar.

Veronika
Mittwochs Veronika zur Oase kommt, und gern ein Platz beim kochen bekommt.
Bei der Bewegungsgruppe läuft sie mit, bevor sie sich zum Frauentreff begibt.

Christina
Bei I+S Christina in der Arbeit steht, sie aber trotzdem gern in die Oase geht.
Donnerstags beim Putzen ist sie dabei, und Springt auch mal für die Cafeteria herbei.

Georg
Georg ist zuständig für die Finanzen, und tut das Geld für die Tageskasse schanzen.
Träumen tut er auch sehr gern, doch die Rote Couch bleibt ihm fern.

Brigitte
Grün ist das Kräuterbeet, Bärlauch bei der Brigitte am Speiseplan ganz oben steht.
Protokolle führt sie donnerstags uns sieht so was sie beim PC-Kurs schon gelernt hat.

Leni
Leni ist eine echte Power Frau, bei der wir sagen WOW.
Beim Umbau war sie unentbehrlich, sägen, bohren nix war ihr zu gefährlich.

Anni
Zum Arbeiten fängt Anni schon morgens um 5 an, danach ist die Oase dran.
Wir hoffen sie findet noch Zeit, denn für ihren leckeren Schweinebraten sind wir bereit.

Tilla
Tilla ist sehr hilfsbereit, ob Blumen gießen, Garten oder Hausarbeit.
Beim Bewegen und Yoga hält sie sich fit, und macht auch im Englischkurs mit.

Peter
In der Herzogsägmühle Peter die Computer installiert, in der Oase er genau die Kasse inspiziert. Den PC-Kurs er gern leitet, und die Spülmaschine mit Salz aufbereitet.

Menisa
Menisa macht sich hier sehr rar, arbeitet sie doch bei EDEKA.
Doch wenn sie kommt, kommt sie nicht allein ihr Lachen bringt uns Sonnenschein

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Geburtstags - Gstanzl


Carola:
Unser neues Gartenhaus,
sieht dank Carola besser aus.
Beim Bodenlegen war sie fleißig dabei,
und auch sonst macht sie so allerlei. 

Susanne M.
Nach der Arbeit kommt Susanne bei uns vorbei,
sie möchte Tee und zwar 1-2-3.
Wenn wir bei ihr auch noch ein Lächeln sehn,
finden wir das besonders schön. 

Stefan:
Der Stefan kennt sich am Computer aus,
macht Tageslisten und hängt so manche Info aus.
Wir wünschen seine Gesundheit soll besser werden,
und eine Linderung seiner Beschwerden.  

Anke:
Am Anfang hing die Anke an ihren eigenen Salaten,
doch dann roch sie den Oasenbraten.
Punkte hat sie dabei nicht gezählt,
sondern den Oasengenuß gewählt. 

Franz D.:
Kaum fängt jemand zum saugen an,
kommt auch schon der Franz heran.
„Du musst nicht gar so sauber machen“,
tierisch könnten wir darüber lachen. 

Angelika:
Fällt es der Angelika auch schwer,
kommt sie trotzdem in die Oase her.
In Englisch talkt sie fleißig mit, Australien ist dabei ein Themenhit. 

Maren:
Wenn Maren einen Ausflug tut,
sich aber in der Großstadt nicht auskennt gut,
Fährt sie am Umsteigebahnhof vorbei,
das taugt für einen Oasenzeitungsartikel allerwei. 

Anna R.:
Beim Reimchen machen war sie leider nicht mit von der Partie,
arbeitet sie doch im Zentrum von IT.
Auch Shoppt sie leidenschaftlich mit viel Phantasie. 

Heike:
Um für´s Shoppen mehr Geld zu haben,
tut sich die Heike an preiswerten Zigaretten laben.
Beim Gabentisch hilft sie gerne mit,
beim Oasenkegeln hält sie sich fit. 

Susa:
Susa hat das Kochen für sich entdeckt,
der Knofi ist dabei nicht weit weg.
Daneben sie das Sägeweb pflegt,
und in der Oase das Nordic-Walking hegt. 

Angi:
Obwohl die Angi in der Oase noch neu ist,
wird sie von uns manchmal sehr vermisst
Beim Kegeln war sie schon dabei,
und macht Punkte frisch und frei. 

Claudia:
Die ganze Woche arbeitet Claudia in der Werkstatt,
sie nur Freitags Zeit für die Oase hat.
Bei der Zeitung ist sie dann dabei,
und walkt dann noch an der Ammer vorbei. 

Susanne G.:
Haustiere sind jetzt Susannes neues Gebiet,
das Bodenverlegen kann sie auch, wie man sieht.
Beim Umbau war sie fleißig dabei,
sogar Samstags war ihr die Arbeit nicht einerlei. 

Sevgi:
Da Sevgi´s Kinder an erster Stelle stehen,
kann sie nicht mehr so oft in die Oase gehen.
Sogar in der Türkei hat sie an uns gedacht,
und ein Andenken mitgebracht. 

Ulf:
Ulf ist Oasentrommellehrer gewesen,
auch schöne Geschichten hat er uns vorgelesen.
Für´s Trommeln und für die Kasse hätten wir ihn wieder gerne,
dann müsste er nicht fahren in die Ferne. 

Menisa:
Menisa mit ihrer freundlichen Art,
bittet um Zigaretten, wenn sie keine hat.
Auch hat sie für jeden ein offenes Ohr,
doch das sie sich rechtzeitig in Listen einträgt, kommt selten vor. 

Michael Sch.:
Michael ist immer freundlich und hilfsbereit,
in die Oase zu kommen hat er nicht so viel Zeit.
Er muss viele Meerschweinchen pflegen,
und hat auch kein Problem welche abzugeben. 

Martin:
Nicht nur beim Umbau und Werkeln kann man Martin gebrauchen,
sondern auch in der Küche wo die Töpfe rauchen.
Ist er nicht in der Oase hier,
trinkt er mit Rentieren und Elchen ein Bier.

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Fragmente zu Schuld


Auf der Erde gibt es Feinschaft, Haß, Lüge, Unrecht, Gewalttat und Krieg.
Es sind Menschen wie du und ich, die hassen, statt zu lieben, die missachten, statt anzuerkennen
Die streiten, statt Frieden zu stiften.
Jeder von uns trägt mit an der Schuld, welche die Menschheit täglich auf sich lädt.
Wir sind nicht nur Glieder der Menschheit, sondern auch des Volkes Gottes, der Kirche.
Auch in der Kirche gibt es Egoismus und Härte, Unverständnis, Lieblosigkeit, Missgunst und Neid.
Es sind Christen wie du und ich, die sich nicht beunruhigen um das Schicksal der Welt,die sich nicht sorgen um das Glück aller Menschen, die sich auserwählt fühlen und Andere geringschätzen, die herrschen wollen, statt zu dienen.
Jeder von uns trägt mit Schuld, dass ein Zerrbild von Christus und seiner Kirche entsteht.
Der Unfriede fängt damit an, dass wir selbst friedlos sind.
Wir selbst sind es, die den anderen nicht gelten lassen, die es nicht ertragen, wenn er erfolgreicher ist als wir, die ihn herabsetzen, weil es unser Selbstbewusstsein stärkt, die nicht genügend Geduld für den Nächsten aufbringen, die es mit der Wahrheit nicht allzu genau nehmen, wenn es dem eigenen Vorteil dient.
Bemühen wir uns um Gerechtigkeit, Liebe und Frieden, oder erwarten wir das nur von anderen ?
Von der Kirche ?
Von der Menschheit ?
ALLE TRAGEN WIR an unserer eigenen SCHULD UND DAMIT an der Schuld der Christenheit, an der Schuld der Welt.


Julia Schmidt

Sägespäne Ausgabe 1
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Nähe


Zuviel Nähe macht mir Angst.

Panik – nur harte Musik
Aggression
waren bisher meine Antwort
auf zuviel Nähe.

Wie oft wurde das zuviel
an Nähe – Überschreitung
meiner Grenzen überschritten.

Here I am – hier bin ich
hier steht ich verletzt, zerrüttelt
manchmal auch wirr.

Ich gehe hinaus in die Kälte,
barfuß im Schnee

um im Nachhinein die Wärme der Blutzirkulation
zu spüren.

Alleinsein kann ich nicht mehr
doch Nähe ertrage ich – noch – nicht

um so mehr lechze ich nach NÄHE
NUR NICHT ALLEIN SEIN
Paradox ?
UND ICH LEIDE, LEIDE


Julia Schmidt

Sägespäne Ausgabe 1

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Bild von Jörg Kuppler



Habt Mut


DISTANCE
IN YOUR EYES
YOU AND NOT ME
LOSING MY RELIGION
R.E.M.

Besondere Kinder
Sind Produkte
Mutiger Eltern

Habt Mut

Ich schreibe für alle Eltern, Elternteile und Väter und Mütter.
Kinder sind der größte Reichtum den es gibt,
Kinder verändern einen, verändern die Welt, wenn man sie fördert, wenn man ihnen Liebe gibt.
Ich schicke meiner Tochter täglich Energie: In Zeiten, in denen man sie mich gar nicht sehen ließ habe ich vor dem Einschlafen immer vor mich hingeflüstert: „Mami ist bei dir, Mami ist bei dir.“

Nun ist meine Tochter vierzehn Jahre. Klar bin ich endstolz auf sie. Jede Frau, die schwanger wird, sehr jung ist oder eine Krankheit hat; es gibt immer einen Weg für das Kind und die Mutter.

Und wenn ich jetzt wählen dürfte, noch mal vor der Situation zu stehen die damals war, als die Kleine in mein Leben trat. Ich würde es wieder so machen, würde mich wieder für mein Kind entscheiden.

Klar, es ist viel Verantwortung, klar gibt’s Probleme aber bitte, wo gibt’s die nicht.

Mein größter Kritiker ist meine Tochter, sie hält mir den „Spiegel“ vor. Das heißt sie sagt mir sehr kritisch, was sie nicht gut an mir findet. Von Niemanden würde ich mir soviel sagen lassen, wie von meiner Tochter. Ja die liebe Pubertät!

Noch was, gerichtet an die Väter: Jedes Kind braucht Vater und Mutter. Betonung auf Vater. Sich nicht vor der Verantwortung drücken, da entgeht dir was. Z.B. die Geburt. Wenn dir so ein Lebewesen das erste Mal in die Augen schaut? Gigantisch!
Wenn es das erste Mal deinen Namen sagt, wenn es das erste Mal laut lacht.

Dann sind die schlaflosen Nächte mit Babygeschrei vergessen. Übrigens vergessen tut man das nie. Das ist Blödsinn - aber : je mehr's sehr weh tut, desto stärker ist die Bindung.

Julia Suma
Im Januar


Sägespäne Ausgabe 1

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Der Engel von Münchwies


Vor einigen Wochen kam ich hier an.
Gedanken und Gefühle ließ ich nicht mehr an mich dran.
Hier traf ich Menschen, die in mein Innerstes sahen,
und plötzlich sah ich Gefühle nahen.
Die Mauer, die ich um mich errichtet hatte, wurde kleiner.
Da sind Menschen, die dich mögen – und nicht nur einer.
Sie nehmen dich hier so wie du wirklich bist,
du brauchst hier kein Bild zu zeigen, du kannst sagen, wie es wirklich ist.
Hier gehen Gefühle unter die Haut,
zu sagen und zeigen, was sich sonst kaum einer traut.
Ich frage mich hier so manche Stunden:
Ist ein Engel an diese Stätte gebunden?
Denn wer sonst holt hier so viele Gefühle aus uns heraus?
Hier kann ich auch schwach sein, hier lebe ich es aus.


Thomas Gretencord

Sägespäne Ausgabe 1

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"Engel über Schongau" - Antje Okroi - Bleistift auf Papier



Das Wunder von Immenstadt


Die Geschichte einer großen Wandlung


Herr Johannes Herzblatt war immer ein fleißiger und tüchtiger Flugzeugtechniker gewesen. Nachdem Gymnasium machte er das Abitur und bestand seine Prüfung mit Auszeichnung. Er hatte beschlossen, Medizin zu studieren. Aber seine größte Leidenschaft waren Flugzeuge.
Schiffe und Flugzeuge faszinierten ihn, besonders Flugzeuge.

Alles ging gut, bis eines Tages der dunkle Tag anbrach und Johannes Herzblatt psychisch krank wurde. Er glitt in schwere Depressionen hinein, in Depressionen schlimmster Art.
Er war beim Neurologen, der ihm Tofranil verschrieb, ein Antidepressiva. Er war auch beim Psychiater, beim Psychologen und beim Psychotherapheuten, aber alles nützte nichts.

Und eines Tages konnte Herr Herzblatt seine Schwermut nicht länger ertragen und beschloss, Selbstmord zu begehen. Er hatte vor, sich aufs Bahngleis zu legen, um sich vom Schnellzug überrollen zu lassen.

Aber der Flugzeugtechniker war auch sehr christlich und überaus fromm. Bevor er sein grausiges Vorhaben ausführen wollte, wollte er in die Kirche gehen, zu Gott beten und ihn um Verzeihung bitten wegen diesem furchtbaren Entschluss.

Johannes Herzblatt wollte reinen Herzens vor seinen Schöpfer treten, um mit ihm ewig im Himmel zu leben. Er wollte, dass seine Seele nach dem Selbstmord zu Gott und den anderen Heiligen kommt.

Aber, als er in der Kirche vor dem Altar kniete und betete, geschah....... etwas....... sehr.... Merkwürdiges:
Johannes sah, dass sich der Kopf des steinernen Christus bewegte. Und dass Blut aus dem Herzen der Figur quoll. Eine sanfte, wunderschöne Stimme sprach: „Werfe Dein Leben nicht weg, denn mein Vater, der auch Dein Vater ist, hat es Dir geschenkt selig und reinen Herzens sind die, die leiden und es ertragen. Gehe heim, mein Sohn und Bruder, sei gesund, lese in der Bibel und verkünde das Wort Gottes, meines Vaters. Am jüngsten Tag wirst Du auferstehen und zu mir und meinem Vater in den Himmel kommen“.

Im Gebet war Herr Herzblatt ruhiger geworden, und was er soeben erlebt hatte, war ein Wunder. Er war verblüfft und zugleich erstaunt. Die schweren, unerträglichen Depressionen wichen wie ein dunkler Schatten aus seiner Seele.
Johannes war plötzlich sehr glücklich und eine wunderbare Kraft und wohltuende Wärme durchströmte seinen Körper. Seine Traurigkeit hatte sich in Freude umgewandelt. Mit leichtem Herzen und reiner Seele verließ er das Haus Gottes. Er atmete erleichtert auf, denn ein schwerer Ballast ist von seiner Seele gefallen. Er war frei.

 

Als er die Kirchentüre hinter sich zudrückte, geschah nochmals ein Wunder Johannes fühlte eine Hand in der seinen......aber.....er.....sah.............niemanden Einer göttlichen Eingebung nach fühlte Johannes, dass es die göttliche Hand seines Erlösers Jesus Christus war.

Der Sohn Gottes hatte den Flugzeugtechniker in wenigen Minuten völlig glücklich und gesund und glücklich gemacht. Johannes ging nach Hause, las drei Stunden in der Bibel, sprach ein Dankgebet und war glücklich.

Vier Wochen später begann Herr Herzblatt mit dem Theologiestudium, um Priester zu werden, aus Dankbarkeit für die wundersame Heilung von seiner Schwermut.

Nachdem Johannes vier Jahre lang Priester gewesen war, wurde er zum Bischof gewählt und drei Jahre später zum Kardinal. Er hatte seine große Liebe völlig vergessen, wegen der er schwere Depressionen gehabt hatte und wegen der er deshalb beinahe freiwillig aus dem Leben geschieden wäre.
Herr Herzblatt, der Kardinal, träumte oft davon, Papst in Rom zu werden, aber er bezweifelte sehr, dies zu erreichen.

Eines Tages blickte der ehemalige Flugzeugtechniker in den Spiegel. In seinem Gesicht erkannte er den Blick des Adlers. Zu dieser Stunde fühlte Kardinal Johannes, dass Gott mit ihm noch großes vorhatte.

Herr Herzblatt ging, obwohl er kaum Zeit hatte, oft von Haus zu Haus und predigte das Wort des Messias, auch in seinen Gottesdiensten.

Und eines Tages geschah wieder ein Wunder. Es war am heiligen Abend! Der Kardinal zündete die Kerzen am Christbaum an. Auch an seinem Tisch stand eine brennende Kerze.
Die Kerze war rot und sehr dick. Er kniete sich nieder und betete ganz andächtig und voller Demut zum Kruzifix an der Wand neben dem Christbaum, mit fromm gefalteten Händen.

Da erschien ihm der Erlöser Jesus Christus. Er war ganz weiß und er hatte einen Heiligenschein über dem Kopf und das Gewand strahlte weiß. Das Zimmer war ganz hell, heller als die Sonne, und links und rechts neben Christus standen Engel. Der Sohn Gottes sprach: „Du sollst Papst in Rom werden, denn Du bist mein Auserwählter!“.

Dann verschwanden alle Heiligen, die Engel, die um Jesus herumgestanden hatten, und Jesus selber, und es brannten nur noch die Kerzen am Christbaum, die rote dicke Kerze auf dem Tisch.
Soeben war wieder ein Wunder geschehen und Johannes jauchzte vor Glück, Papst werden zu dürfen.

Der Kardinal sah dankbar und mit liebevoller Demut auf das Kruzifix und betete wieder ganz andächtig mit fromm gefalteten Händen.

Er sagte laut und voller Freude zu sich selber: „Der Messias, der Sohn Gottes ist mir soeben erschienen! Ich darf Papst werden!“.

Johannes predigte auch weiterhin das Wort des Herrn.

Drei Monate später starb der Vater von Kardinal Johannes. Während der Beisetzung predigte der große Geistliche und hielt eine Grabrede. Der Sarg wurde hinabgelassen, es wurde Erde darauf geschüttet und Blumen ins Grab geworfen. Dann wurde es zugeschaufelt und Johannes legte einen großen Kranz aufs Grab. Als Johannes den Weihwasserkelch schwenkte, hatte er Tränen in den Augen.

Plötzlich erblickte der Kardinal einige Gräber weiter seine frühere, große Liebe, nämlich Martha, wegen der er beinahe einen Suizidversuch gemacht hätte. Einen Augenblick stockte ihm der Atem und sein Herz schlug schneller. Martha sah nicht her. Johannes Herzblatt führte einen seelischen Kampf aus, doch die Liebe zu Gott war stärker und er wandte seine Blicke von Martha.
Er hatte oft für sie gebetet, denn sie war nicht besonders christlich, eher sündig.

Bald wurde Kardinal Johannes, der ehemalige Flugzeugtechniker, zum Papst in Rom gewählt, starb aber kurze Zeit später an einer Lungenentzündung und wurde heilig gesprochen.

Gerhard Leibig

Sägespäne Ausgabe 1

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Die Begegnung mit Münchwies


Die Nacht hielt mich so kalt umfangen,
genauso ist es mir mit meinen Gefühlen ergangen.
Nur wenn mich keiner sah
war ich mir selber nah.
Als Kind schon redete man mir ein:
Du wirst niemals einer sein,
so mit Haus, Geld und Wagen,
irgendwann brauchte mir das keiner mehr sagen.

Ich lebte so vor mich hin
und sah im sozialen Miteinander keinen Sinn.
Aber irgendwo musste ich ja mein Geld verprassen,
ich konnte es doch auf der Bank nicht lassen.
Da fand ich einen Freund für meine unglückselige Stimmung,
er kam aus dem Bereich der Glücksspielinnung.
Ob Disc, Crown, Odeon oder Alpha,
egal in welcher Stimmung, jeder war für mich da.
Ich brauchte ja keine Gefühle zu investieren,
nur mein Geld und das wollte ich ja verlieren.
Nach wenigen Stunden hatte ich das Suchtmittel Geld nicht mehr,
Gottseidank- der Rest vom Monat war wieder öde und leer.

Monate und Jahre vergingen so mies,
doch eines Tages stand ich in Münchwies.
Dort wurde ich freundlich aufgenommen
und habe Menschen erstmals bewusst wahrgenommen.
Hier sprach ich über mich ohne Glorien und Heiligenschein,
nach einiger Zeit sagte ich: das kann doch nicht ich gewesen sein.
Das sich Lösen und Aufarbeiten von vielen bösen Dingen im Leben,
das möchte ich hier erstreben.

Thomas Gretencord

Sägespäne Ausgabe 1

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„Männerbildnis“ - Antje Okroi - Aquarell



Hoffnungslosigkeit


Ich sehe deinen Blick – er ist leer.
Doch lehnst du dich
Und stützt dich an ihr
Du suchst nicht die Einsamkeit
Kämpfst dich nicht allein durch dein Leid…


Du bist so jung,
doch dein Gesicht ist wissend
gezeichnet wie feine Spuren im Sand
wurde er betreten, ist er von Spuren entbrannt.


Halte durch
Such Dir weiter Stützen,
die dich und deine Jugend schützen.


Julia Suma

 

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Gedicht


Lichtgetränkt vom Sonnenlicht durchdrungen
Weiße Nebel wie ein Schleier zieht
Sing mir ein Liebeslied
Die rote Rose bald verblüht.

Gerhard Leibig

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Kannitverstan


Johann Peter Hebel

Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, Betrachtungen über den Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viele gebratene Tauben für ihn in der Luft herumfliegen.

Aber auf dem seltsamsten Umwege kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrtum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntnis. Denn als er in diese große und reiche Handelsstadt voll prächtiger Häuser, wogender Schiffe und geschäftiger Menschen gekommen war, fiel ihm sogleich ein großes und schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft von Tuttlingen bis nach Amsterdam noch keins gesehen hatte.

Lange betrachtete er mit Verwunderung dies kostbare Gebäude, die sechs Schornsteine auf dem Dache, die schönen Gesimse und die hohen Fenster, größer als an des Vaters Haus daheim die Tür. Endlich konnte er sich nicht enthalten, einen Vorübergehenden anzureden. "Guter Freund", redete er ihn an, "könnt Ihr mir nicht sagen, wie der Herr heißt, dem dieses wunderschöne Haus gehört mit den Fenstern voll Tulipanen, Sternblumen und Levkojen?"

Der Mann aber, der vermutlich etwas Wichtigeres zu tun hatte und zum Unglück gerade so viel von der deutschen Sprache verstand wie der Fragende von der holländischen, nämlich nichts, sagte kurz und schnauzig: "Kannitverstan!", und schnurrte vorüber. Dies war nun ein holländisches Wort oder drei, wenn man's recht betrachtet, und heißt auf deutsch so viel wie: ich kann Euch nicht verstehen. Aber der gute Fremdling glaubte, es sei der Name des Mannes, nach dem er gefragt hatte. "Das muss ein grundreicher Mann sein, der Herr Kannitverstan", dachte er und ging weiter.

Gass' aus, Gass' ein kam er endlich an den Meerbusen, der heißt: "het Y" oder auf deutsch: das Ypsilon. Da stand nun Schiff an Schiff und Mastbaum an Mastbaum - und er wusste anfänglich nicht, wie er es mit seinen einzigen zwei Augen durchfechten werde, alle diese Merkwürdigkeiten genug zu sehen und zu betrachten. Bis endlich ein großes Schiff seine Aufmerksamkeit auf sich zog, das vor Kurzem aus Ostindien angelangt war und jetzt eben ausgeladen wurde.

Schon standen ganze Reihen von Kisten und Ballen auf- und nebeneinander am Lande. Noch immer wurden mehrere heraus gewälzt und Fässer voll Zucker und Kaffee, voll Reis und Pfeffer. Als er aber lange zugesehen hatte, fragte er endlich eine, der eben eine Kiste auf der Achsel heraustrug, wie denn der glückliche Mann heiße, dem das Meer alle diese Waren an das Land bringe. "Kannitverstan!", war die Antwort.

Da dachte er: "Haha, schaut's da heraus? Kein Wunder, wem das Meer solche Reichtümer an das Land schwemmt, der hat gut solche Häuser in die Welt stellen und solcherlei Tulipanen vor die Fenster in vergoldeten Scherben." Jetzt ging er wieder zurück und stellte eine recht traurige Betrachtung bei sich selbst an, was er für ein armer Teufel sei unter so vielen reichen Leuten in der Welt.

Aber als er eben dachte: "Wenn ich's doch nur auch einmal so gut bekäme, wie dieser Herr Kannitverstan es hat!", kam er um eine Ecke und erblickte einen großen Leichenzug. Vier schwarz vermummte Pferde zogen einen ebenfalls schwarz überzogenen Leichenwagen langsam und traurig, als ob sie wüssten, dass sie einen Toten zu seiner Ruhe führten. Ein langer Zug von Freunden und Bekannten des Verstorbenen folgte nach, Paar und Paar verhüllt in schwarze Mäntel und stumm. In der Ferne läutete ein einsames Glöcklein.

Jetzt ergriff unsern Fremdling ein wehmütiges Gefühl, das an keinem guten Menschen vorüber geht, wenn er eine Leiche sieht. Er blieb mit dem Hut in den Händen andächtig stehen, bis alles vorüber war. Doch machte er sich an den letzten vom Zug, der eben in der Stille ausrechnete, was er an seiner Baumwolle gewinnen könnte, wenn der Zentner um zehn Gulden aufschlüge, ergriff ihn sachte am Mantel und bat ihn treuherzig um Entschuldigung.

"Das muss wohl auch ein guter Freund von Euch gewesen ein", sagte er, "dem das Glöcklein läutet, dass Ihr so betrübt und nachdenklich mitgeht?" - "Kannitverstan!", war die Antwort. Da fielen unserem guten Tuttlinger ein paar große Tränen aus den Augen und es ward ihm auf einmal schwer und wieder leicht ums Herz.

"Armer Kannitverstan!", rief er aus, "Was hast du nun von all deinem Reichtum? Was ich einst von meiner Armut auch bekomme: ein Totenkleid und ein Leintuch, und von all deinen schönen Blumen vielleicht einen Rosmarin auf die kalte Brust oder eine Raute!"

Mit diesen Gedanken begleitete er die Leiche, als wenn er dazu gehörte, bis ans Grab, sah den vermeinten Herrn Kannitverstan hinabsenken in seine Ruhestätte und ward von der holländischen Leichenpredigt, von der er kein Wort verstand, mehr gerührt als von mancher deutschen, auf die er nicht Acht gab.

Endlich ging er leichten Herzens mit den andern wieder fort, verzehrte in einer Herberge, wo man Deutsch verstand, mit gutem Appetit ein Stück Limburger Käse - und wenn es ihm wieder einmal schwer fallen wollte, dass so viele Leute in der Welt so reich seien und er so arm, so dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff und an sein enges Grab.

 

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Ohne Titel - Antje Okroi - Öl auf Leinwand



Frieden und Krieg


Frau Frieden ließ sich mit einem Seufzer in ihren Sessel fallen – so, diese Woche war auch geschafft – nun konnte sie etwas locker lassen. Sie setzte die Tasse Cappuchino an die Lippen und nahm vorsichtig einen Schluck von der noch heißen Flüssigkeit mit dem weißen Schaum oben darauf.
Für Ihren Namen konnte Frau Frieden ja nun wirklich nichts – doch das schien eine ganze Reihe von selbsternannten Spasstelefonisten nicht zu stören – es war immer das selbe Spiel, sie nahm den Telefonhörer ab und meldete sich mit „Hier Frieden.“ – Auf der anderen Seite meldete sich dann jemand mit „Hier Krieg !“ – je nachdem kicherten im Hintergrund einige Teenies oder sie hatten sich unter Kontrolle und blieben soweit ernst und legten nach kurzer Zeit auf.
Frau Frieden hielt gewöhnlich nichts vom Glückspiel. Doch hatte sie entgegen dieser Grundtendenz angefangen bei einem neuen Spiel mitzumachen, bei dem der glückliche Gewinner eine halbe Million Euro gewinnen konnte – es mussten in einem Quadrat die richtigen Zahlen und Buchstaben angekreuzt werden.
Frau Frieden hatte sich mehr als einmal ausgemalt, was sie mit der halben Million machen würde. Nachdem sie viele Überlegungen angestellt und schließlich wieder verworfen hatte kam Ihr ein Gedanke, der sie nicht mehr losließ. – Sie würde nach Amerika reisen – nicht mit dem Flugzeug, nein mit dem Schiff. Es würde mehrere Tage dauern und sie würde sich genug Bücher mitnehmen, die sie lange schon lesen wollte. Ihre Überlegungen hatten sich soweit schon konkretisiert, dass sie in Südengland in Plymouth starten wollte. Davor noch einen Besuch bei einer Bekannten in Südengland und dann wie die Pilgrim Fathers mit der Mayflower von Plymouth ab über den großen Teich. Ihr Schiff würde H.M.S. Traveller heißen – wenn sie in der ersten Hälfte dieses Jahres noch gewinnen würde, so würde sie am 18. August in See stechen ... doch war für sie all das im Bereich der Träume angesiedelt, sie dachte nicht wirklich, dass sie einmal die Glückliche sein würde.

Der Cappuchino war halb leer und Frau Frieden lehnte sich entspannt zurück in Ihrem Sessel, als das Telefon klingelte. „Hier Frieden“, meldete sie sich. „Hier Krieg“ – hörte sie von der anderen Seite der Leitung – sofort leuchteten bei ihr alle Alarmlampen rot und sie knallte den Hörer auf die Gabel. Wollte man sie wieder mal an der Nase herumführen und ihr den sauer verdienten Feierabend vergällen. „Nein, so nicht – und mit ihr nicht !“

Nun war es so, das bei dem Gewinnspiel, das Frau Frieden mitzumachen pflegte, eine kleine, aber nicht minder wichtige Klausel keinesfalls vernachlässigt werden durfte. Es hieß, dass ein Gewinner nur einmal angerufen wurde. War er nicht zu Hause, oder legte wieder auf, dann wurde der nächste mit der richtigen Kombination angerufen oder der Gewinn blieb unausgeschüttet. Nun war es an diesem Abend so gewesen, dass die Sachbearbeiterin Frau Krieg Frau Frieden von ihrem Gewinn unterrichten wollte, doch als diese wieder auflegte bescheinigte der anwesende Notar, dass dieses Mal der Gewinn nicht zur Ausschüttung kommen sollte.

Frau Frieden hat dies nie erfahren. Sorglos trank sie ihren Cappuchino aus, und der Gedanke an den lästigen Anrufer von gerade eben verflog relativ schnell wieder nachdem sie eine gute CD eingelegt hatte.

Am 20. August dieses Jahres stand in den Schlagzeilen „H.M.S. Traveller erleidet Schiffbruch auf dem Atlantik – keine Überlebenden“.

(jku)

 

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Märchenstunde in den Sägespänen


Heute: Ein Märchen der Gebrüder Grimm

„Willst Du einen Menschen glücklich machen, dann füge nichts seinen Reichtümern hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.“   Epikur

Der Arme und der Reiche

Vor alten Zeiten, als der liebe Gott noch auf Erden unter den Menschen wandelte, trug es sich zu, dass er eines Abends müde war und ihn die Nacht überfiel, bevor er zu einer Herberge kam. Nun standen am Wege vor ihm zwei Häuser einander gegenüber: das eine war groß und schön, das andere klein und ärmlich anzusehen. Das große gehörte einem reichen, das kleine einem armen Manne.
Da dachte unser Herrgott: Dem Reichen werde ich nicht beschwerlich fallen, bei ihm will ich übernachten. Als der Reiche an seine Tür klopfen hörte, machte er das Fenster auf und fragte den Fremdling, was er suche. Der Herr antwortete: „Ich bitte um ein Nachtlager.“
Der Reiche guckte den Wandersmann vom Kopf bis zu den Füßen an, und weil der liebe Gott schlichte Kleider trug und nicht aussah wie einer, der viel Geld in der Tasche hat, schüttelte der Reiche den Kopf und sprach:
„Ich kann euch nicht aufnehmen, meine Kammern sind voll von Kräutern und Samen. Wollte ich jedermann beherbergen, der an meine Tür klopfte, so könnte ich selber den Bettelstab in die Hand nehmen! Sucht euch anderswo eine Unterkunft!“ Damit schlug er sein Fenster zu und ließ den lieben Gott stehen.
Da kehrte ihm der liebe Gott den Rücken und ging hinüber zu dem kleinen Haus. Kaum hatte er dort angeklopft, so machte der Arme schon sein Türchen auf und bat den Wandersmann einzutreten. „Bleibt die Nacht über hier“ sagte er, „es ist schon finster, und heute könnt Ihr doch nicht mehr weitergehen.“
Das gefiel dem lieben Gott, und er trat bei ihm ein. Die Frau des Armen reichte ihm die Hand und hieß ihn willkommen. Sie sagte: „Macht Euch’s bequem! Ihr müsst vorliebnehmen mit dem, was wir haben. Es ist nicht viel, aber wir geben es gern.“
Dann stellte sie Kartoffeln auf den Herd, und während diese kochten, molk sie die Ziege, damit sie ein wenig Milch dazu hätten. Als der Tisch gedeckt war, setzte sich der liebe Gott nieder und aß mit ihnen, und es schmeckte ihm prächtig, denn er sah nur zufriedene Gesichter neben sich.
Als sie gegessen hatten und Schlafenszeit war, rief die Frau heimlich ihren Mann und sprach: „Hör, lieber Mann, wir wollen uns heute Nacht Stroh aufschütten, damit sich der arme Wanderer in unser Bett legen und ausruhen kann. Er ist den ganzen Tag über gegangen, da wird einer müde.“
„Vom Herzen gern“, antwortete der Mann, „ich will ihm’s anbieten“. Er ging zum lieben Gott und bat ihn, er möchte sich in ihr Bett legen und seine Glieder ordentlich ausstrecken. Der liebe Gott wollte den beiden Alten ihr Lager nicht nehmen, aber sie ließen nicht ab, bis er es endlich tat und sich in ihr Bett legte. Die beiden Alten aber bereiteten sich ein Strohlager auf dem Fußboden.
Am anderen Morgen standen sie schon vor Tag auf und kochten dem Gast ein Frühstück, so gut sie es hatten. Als nun die Sonne durchs Fenster schien und der liebe Gott aufgestanden war, aß er wieder mit ihnen und wollte dann seines Weges ziehen. Auf der Türschwelle kehrte er sich nochmals um und sprach: „Weil ihr so gut und mitleidig wart, dürft ihr euch dreierlei wünschen. Ich will es euch erfüllen.“
Da sagte der Arme: „Was sollt ich mir sonst wünschen, als dass wir zwei, solange wir leben, gesund bleiben und unser tägliches Brot haben! Fürs dritte weiß ich mir nichts zu wünschen.“
Der liebe Gott sprach: „Willst Du Dir nicht ein neues Haus an Stelle des alten wünschen?“
„O ja“, sagte der Mann, „wenn ich das auch noch haben könnte, so wär’s mir wohl lieb.“
Da erfüllte der Herr ihre Wünsche, verwandelte ihr altes Haus in ein neues und zog weiter.

Es war schon heller Nachmittag, als der Reiche aufstand. Er legte sich ins Fenster und sah gegenüber, wo bisher eine alte Hütte gestanden war, ein schönes neues Haus mit roten Ziegeln. Da machte er große Augen, rief seine Frau herbei und sprach: „Sag mir, was ist geschehen? Gestern abend stand noch die alte elende Hütte dort, und heute steht auf demselben Fleck ein schönes neues Haus! Lauf hinüber und frage, wie das gekommen ist.“
Die Frau ging und fragte den Armen aus. Er erzählte ihr: „Gestern abend kam ein Wanderer, der um Nacht-herberge bat. Beim Abschied heute morgen hat er uns drei Wünsche gewährt: Gesundheit in diesem Leben, das notdürftige tägliche Brot, und zuletzt noch statt unserer alten Hütte ein schönes neues Haus.“
Die Frau des Reichen lief eilig zurück und erzählte ihrem Manne, wie alles gekommen war. Da sprach der Mann: „Ich könnte mir die Haare ausreißen! Hätte ich das nur gewusst, der Fremde ist vorher hier gewesen und hat bei uns übernachten wollen, ich aber habe ihn abgewiesen.“

„Eil Dich“, sprach die Frau, „und setze dich auf dein Pferd, so kannst du den Mann noch einholen. Vielleicht gewährt er dir auch drei Wünsche.“
Der Reiche befolgte den guten Rat, jagte mit seinem Pferde davon und holte den lieben Gott wirklich noch ein. „Nehmt mir’s nicht übel, Herr“, begann er, „dass ich Euch nicht gleich eingelassen habe. Während ich den Schlüssel zur Haustür suchte, seid Ihr mir leider weggegangen. Wenn Ihr aber wieder zurückkommt, müsst Ihr bei mir einkehren, versprecht mir das!“
„Ja“, sprach der liebe Gott „wenn ich einmal zurückkomme, will ich es tun.“
Da fragte der Reiche, ob er nicht auch drei Wünsche tun dürfte wie sein Nachbar. Ja, sagte der liebe Gott, es wäre aber nicht gut für ihn, und er sollte sich lieber nichts wünschen.
Der Reiche meinte, er wollte sich schon etwas aussuchen, was zu seinem Glück gereiche, wenn er nur wüsste, dass es erfüllt würde. Da sprach der liebe Gott: „Nun, meinetwegen! Reit heim, und drei Wünsche, die du tust, die sollen in Erfüllung gehen!“

Nun hatte der Reiche, was er verlangte, ritt heimwärts und fing an nachzusinnen, was er sich wünschen sollte. Als er so angestrengt nachdachte und die Zügel fallen ließ, fing das Pferd an zu springen, so dass er immerfort in seinen Gedanken gestört wurde. Er klopfte dem Pferd auf den Hals und sagte: „Sei ruhig, Liese!“ Aber das Tier machte aufs neue seine Männchen. Da wurde er zuletzt ärgerlich und rief ungeduldig: „Dummes Tier, du sollst Dir den Hals brechen!“
Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen, plumps, fiel er auf die Erde, und unter ihm lag das Pferd mit gebrochenem Hals und regte sich nicht mehr. Damit war der erste Wunsch erfüllt. Weil der Mann aber von Natur sehr geizig war, wollte er das Sattelzeug nicht im Stich lassen, schnitt es ab, hängte es auf seinen Rücken und ging zu Fuß damit weiter. Gottlob, dass ich noch zwei Wünsche übrig habe, dachte er und tröstete sich damit.
Als er nun langsam durch den Sand dahinging und zu Mittag die Sonne heiß brannte, wurde ihm vor Hitze ganz verdrießlich zu Mute. Das Sattelzeug drückte ihn auf den Rücken, und es war ihm immer noch nichts eingefallen, was er sich weiter wünschen sollte. „Wenn ich mir auch alle Reichtümer und Schätze der Welt wünsche“ , sprach er zu sich selbst „so fällt mir hernach doch noch allerlei ein, dieses und jenes, das weiß ich im voraus. Ich will’s aber so einrichten, dass mir gar nichts mehr zu wünschen übrigbleibt“ Dann seufzte er und sprach: „Ja, wenn ich der bayrische Bauer wäre, der auch drei Wünsche frei hatte! Der wusste sich zu helfen! Der wünschte sich zuerst recht viel Bier, und zweitens so viel Bier, als er trinken könnte, und drittens noch ein Faß Bier dazu!“
Manchmal meinte er, jetzt hätte er den richtigen Wunsch gefunden, aber im nächsten Augenblick schien’s ihm doch wieder zu wenig. Da fiel ihm ein, wie gut es jetzt seine Frau hätte. Die säße daheim in der kühlen Stube und ließe sich’s wohl schmecken! Das ärgerte ihn ordentlich, und ohne dass er es wusste, sprach er so vor sich hin: „Ich wollte, die säße daheim auf dem Sattel und könnte nicht herunter, statt dass ich ihn da auf meinen Rücken schleppen muß!“
Als das letzte Wort aus seinem Munde kam, war der Sattel von seinem Rücken verschwunden, und er merkte, dass damit auch sein zweiter Wunsch in Erfüllung gegangen war. Da wurde ihm erst recht heiß. Er fing an zu laufen und wollte sich daheim ganz einsam in seine Kammer hinsetzen und in Ruhe über den letzten Wunsch nachdenken.
Als er aber ankam und die Tür aufmachte, saß da seine Frau mitten in der Stube auf dem Sattel. Sie konnte nicht herunter und jammerte und schrie. Da sprach er: „Gib dich zufrieden, ich will dir alle Reichtümer der Welt herbeiwünschen, aber bleib da sitzen!“
Sie schalt ihn aber einen Schafskopf und sprach: „Was helfen mir alle Reichtümer der Welt, wenn ich auf dem Sattel sitze? Du hast mich daraufgewünscht, du musst mir auch wieder herunterhelfen!“
Der Mann mochte wollen oder nicht, er musste den dritten Wunsch aussprechen und seine Frau von dem Sattel erlösen. Der Wunsch wurde sogleich erfüllt.
Also hatte der Reiche von allen seinen drei Wünschen nichts gehabt als Ärger, Mühe, Scheltworte und den Verlust eines Pferdes. Die Armen gegenüber aber lebten vergnügt und zufrieden bis an ihr seliges Ende.

„Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, der ist auch meist nicht mit dem zufrieden, was er will.“  Peter Hahne

Ausgesucht von D.H.

 

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Die Geschichte vom "Hennenadler"



Ein Bauer, der auf seinen Bergwiesen unterwegs ist, entdeckt auf einem Felsvorsprung ein Adlernest.. Da packt ihn der Übermut, er kraxelt in die Nähe des Nestes, sieht darin drei Eier, nimmt vorsichtig eines heraus und trägt es nach Hause, um es von seinen Hennen aufbrüten zu lassen.

Nach einiger Zeit schlüpft aus dem Ei ein kleines, flaumiges Adlerjunges, das umsorgt, im Kreise der Hennen heranwächst.

Eines Tages als die Hennen wieder einmal mit Picken und Scharren beschäftigt sind, kommt der „Hennenadler“ ganz aufgeregt zu seiner Ziehmutter gelaufen. „Sieh doch nur, was am Himmel dort oben für ein riesiger Vogel schwebt.“ „Aber ja doch“, antwortet die Ziehmutter gelangweilt, den kenne ich gut, das ist ein Adler. Eine andere Henne mischt sich ein und erklärt bewundernd: „Das ist der König der Lüfte, er kann stundenlang am Himmel Kreise ziehen, ohne nur einmal seine Schwingen zu bewegen“. Der kleine Hennenadler wird ganz aufgeregt: „So würde ich auch gerne durch die Lüfte schweben, wo kann ich das lernen.“. Die Hennen gackern belustigt: „Ja schau dir dieses kleine Kücken an, der meint wirklich, er könnte sich mit dem König der Lüfte vergleichen. Pick du mal ruhig weiter, denn mit dem Fliegen wird das nichts. Hast du schon mal eine Henne durch die Lüfte schweben sehen..“

Traurig hob der kleine Hennenadler den Kopf, um noch einmal hinauf zu dem großen Vogel am Himmel zu sehen, dann senkte er den Kopf wieder und pickte weiter.

 

Zurück Ausgabe No. 05/2007

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Das Packerl aus Amerika



Ihr Leut`, ihr Leut` i` schrei Hurra ! a Packerl aus Amerika !

von unserer lieben Tante Rose, so sche verpackt, Dos` für Dose.

De ganz Familie reckt an Hals: a Doppelkilo Schweineschmalz,

a Dos `voll echten Kakaoo, a Kilo Bohnakaffee, roh.

Seh i richtig? meiner Seel, a große Dos`Olivenöl

a extra große Büchs`voll Reis, 3 Kilo Mehl, wia Schnee so weiß!

Das alles schrieb die Tante Rose, eigenhändig auf die Dose

daß wir glei wiss`n, was da drinna,

weil wir kein Wörterl englisch kenna.

Bloß auf der siebten Weißblechdos`,da ging scheinbar der Zettel los.

Was kennt in dera Dos`drin sei? I steck amoi mein Riecher nei.

Es is koa Mehl, es is koa Grieß, schmeckt wia ei`gschlafne Füß`.

Mia ham uns alle an Kopf zerbrochen, was könnt`mir aus dem Pulver kochen! Bestimmt ist`s etwas für den Magen,

doch was es ist , kon koaner sagen.

Ich mach jetzt Schluß mit der Raterei.

Punktum, mir kochen jetzt den Brei.

Den Hafn setz i jetzt auf`s Feier, mach´s no schmackhaft mit 3 Eier.

und auf den Rat von unsrer Oma, nimm i etwas Zimt- Aroma.

I machs`no glatt mit etwas Schmalz, und würz es mit a Hand voll Salz.

Dann rühr i no a Doagerl dro und richts zum Mittagessen o.

Gut abgechmeckt mit Fett und Zwiebel, war des net amoi so übel.

No, mags g`wen sei was will, da Magn war mal wieder still.

Ihr liabn Leut, a paar Tag drauf, da klärt sich des Geheimnis auf.

Doch hört was Tante Rose schreibt, sonst sagt ihr no , ma übertreibt:

In tiefen Schmerze, meine Lieben, hab ich Euch diesen Brief geschrieben.

Der liebe Onkel Theodor starb mit dreiundachtzig Jahr!

Es war schon immer sein Gedanke, wofür er Euch besonders danke:

Er wollt in Heimatboden nei, zur letzten Ruh bestattet sei.

Setzt ihn in aller Stille bei; In tiefer Trauer, Tante Rose,

sei`Asche ist in der Weißblechdose.

 

I kann des ewig net vergessen,

mir ham unsern Onkel g`fressen!

 

Zurück Ausgabe No. 05/2007

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Die Suche nach Liebe


Sage mir, wo du bist,
von der man soviel liest.
Sage mir, wo ich dich find,
ich kannte dich auch nicht als Kind.
Sage mir, wo man dich sonst noch kennt,
auch als Mann bin ich dir nachgerennt.
Sage mir, wo sind deine Zeichen,
mein Leben stellte zu dir keine Weichen.
Sage mir, wo hat man dich sonst noch gefunden,
denn ich suche dich schon tausende von Stunden.
Sage mir, bist du nur ein Gerücht,
denn ich sah noch nie dein Gesicht.
Sage mir, was hältst du für mich bereit,
ich warte schon eine lange Zeit.

Den Glauben an dich habe ich trotzdem nicht verloren,
denn oftmals sind die Wege der Liebe verworren.
Sie lässt sich nur finden, wenn du dich selber liebst,
sie lässt sich Zeit, wenn du nur nimmst und nichts gibst.


Thomas Gretencord

 

Sägespäne Ausgabe 1

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"Sonnenblumen" - Antje Okroi - Öl auf Leinwand



Die Jahreszeiten der Sucht


Meine Uhr scheint seit Jahren still zu stehen,
die Jahreszeiten habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

Ob im Winter – die Natur war im weißen Kleid -
Ich saß im Zimmer und hatte mit mir Mitleid.

Die Vögel im Frühling und die Bäume wachten auf,
bei mir nahm alles seinen gewohnten Lauf.

Die Sucht zu spielen nahm bei mir überhand,
deswegen ich am gesellschaftlichen Abgrund stand.

Auch der Sommer, so oft, so mild und warm,
doch im Herzen war ich einsam und arm.

Der Herbst zieht uns mit seinen leuchtenden Farben an,
aber ich wusste nicht einmal, welche Jahreszeit ist jetzt dran?

Die Liebe, die ich und viele andere in der Kindheit nicht hatten,
wirft seitdem ihre langen Schatten.

Die Sucht zu spielen hat mein Leben bestimmt,
darum wünsche ich mir, dass hier ein Neues beginnt.


Thomas Gretencord

 

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Foto: "Normandie" von Jörg Kuppler



Der Baum meiner Kindertage


Der Baum mit dem ich aufgewachsen bin
kommt mir in der letzten Zeit wieder in den Sinn.
Er stand nur wenige Meter von meinem Zimmer am Haus,
zum Berühren streckte ich nur den Arm zum Fenster raus.
Im Winter war er verlassen und fast allein,
nur ich bewunderte ihn im Tages- und Mondschein.
Dann kam der Frühling zu uns, teils kalt, doch meistens lind,
sein Blätterkleid wuchs wunderschön und geschwind.
Im Sommer lud er uns zum Verweilen ein,
seine mächtige Krone schützte uns vor Sonnenschein.
Dann im Herbst lockte er uns mit leuchtenden Farben
und mit seinen Früchten brauchten wir nie an Hunger zu darben.
Danach warf er alle Blätter fort,
zeigte und sagte allen: „Ruhe! Und zwar sofort.“
Die Hoffnung auf Ruhe in meinem Leben kommt langsam zurück,
denn erst jetzt genieße ich das Leben Stück für Stück.

Thomas Gretencord

 

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"Elternhaus" - Antje Okroi - Mischtechnik auf Papier



Berühren verboten


Die Menschen in meiner Umgebung nahm ich oft nicht wahr,
denn mit Berührungen kam ich nicht klar.
Sanfte Berührungen, die ich nicht bekam in der Kindheit meines Lebens,
suchte ich auch im Alter vergebens.
Die Stärke zu zeigen wie schwach und verletzlich ich im Innersten bin,
das kam mir später nicht mehr in den Sinn.
Die Zeiten meiner Selbstzerstörung nahmen ständig zu,
denn meine innersten Gefühle ließen mich nicht in Ruh.
Meine Gefühle habe ich schon im Ansatz vertrieben,
denn wer kann schon so einen Menschen lieben.
Immer hatte ich Angst vor Männern und Frauen,
keinem wollte ich mehr in meinem Leben vertrauen.
Vielleicht lerne ich es noch, Gefühle zu nehmen und zu geben,
die ich schon lange suche in meinem Leben.

Thomas Gretencord

 

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Zigeuner in der Stadt


Bürger und Bürgerinnen
Schließt eure Fenster
Sichert die Türen
Sperrt die Hühner ein
Zigeuner sind in der Stadt!
Schließt euch ein beim Anblick der Freiheit
Sonst könnte es passieren ihr riecht sie
Die Freiheit
Den Regen
Den Staub der Strassen
Den Himmel
Die Erde
Den Wald
Den Ursprung

Verspürt ihr nicht den innigen Wunsch
Dies zu unterbinden?
Macht’s euch krank?
Der Anblick, der Geruch, das Gefühl der Freiheit?

Bleibt hinter euren Fenstern
Denn sie begrenzen gnädig euren Horizont
Vernebelt den Anblick der Freiheit
Durch Glas
Gardinen
Dekoriert eure Unfreiheit!
Mit Gladiolen
Exotischen Kakteen
Mit wohlriechenden Kräutlein
Wie putzig süß ist sie doch !!
Wie bequem !!
Die Unfreiheit
Sie macht euch satt!

Wie beängstigend die Freiheit
Die Fremde
Zigeuner sind in der Stadt!
Gott schütze die Hühner !
Denn die Freiheit ist am verhungern !


©Copyright by
Konklavius
Eugen Hundhammer
Istanbul
21.07.03

 

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Mein Wildes Röslein



Foto: Jörg Kuppler

Mein wildes Röslein liebt' ich sehr,
Hab's gar wohlfeil gekauft.
Gehörte mir mit Dorn und Ehr'
Hab's namens „Liebste“ tauft!

Warum welkst Du nur dahin?
Mein wildes Röslein du!
Willst mir etwa gar entflieh'n?
Dies lässt mir keine Ruh.

Gab ich nicht Licht und Wasser Dir?
Roch nicht an deiner Blüte fein?
Brechen will ich deinen Stolz!
So soll's nicht anders sein.

Ich hab's getan, ich großer Tor
Was hab ich nur gemacht
Hätt' liebend nur, besitzend nicht,
In deiner Näh' gewacht.

Hab wohl zu oft bist mein gesagt.
Versteh's  erst jetzt, doch viel zu spät
Hätt' dich lassen soll'n in freier Flur
und nicht im Blumenbeet.


©Copyright by Eugen Hundhammer
 

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Die Muschel



Eine Muschel möcht ich sein
Auf weißem Sand am hellen Morgen.
Dein lauschend Ohr an meinem Mund,
Tröstend dich von dunklen Sorgen.

Leis rauschend künden von der Meere Stärke,
Vom schaurig röchelnd Toben des Orkans,
Vom Untergang in schwarzer Nacht,
Von Neptuns sagenhaften Werken
Seines geheimnisvollen Wahns.

Von fernen, sehr exotisch Welten,
Von Gestaden voller Sonneschein,
Von fremden rätselhaften Kulten
Im Winde wiegend Palmenhain.

Wirf mich nicht weg, zertritt mich nicht,
Lass meine Schale ohne Riss und ganz,
Leg sanft mich in den Sand zurück
Im goldnen Sonnenglanz.

Später, wenn Du an mich denkst voll Weh,
Der Gezeitenstrom mich längst erfasst,
Versank in tiefe dunkle See,
Beschwert von deiner Seele Last.

 

@Copyright
Konklavius
Eugen Hundhammer
Mittwoch 12.03.00
Istanbul

 

Sägespäne Ausgabe 1

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Liebe Margarete


Die Oase ist ein ganz besonderer Ort

Und wir alle lieben Dich dort.

Wie ein jeder hier weiß,

bist Du ein Bayer und kein Preiß

Du bist stets in vollem Einsatz;

Kartoffel schälen, Karotten putzen,

ist stets willkommen und von Nutzen.

Mit großem Elan gehst Du an

Salat heran. Schnibbelst, schneidest

und wäschst, dass er uns besonders gut schmeckt.

Du scheust auch keine Mühe

beim Aufräumen und Abspülen.

Das Rummycup spielen und

das Singen mögen

Dir weiterhin

recht viel

Freude bringen

 

Von Katharina

 

Ausgabe No. 2006/2007

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Muscheltierabschied


Es war vor gar nicht all zu langer Zeit,
als noch dicke Schneeflocken das Lande schmückten
da dacht ich, oh was für eine Ewigkeit
doch so schnell die Stunden des Abschiednehmens näher rückten.

Heute ist der Tag wo es mir wird bewußt
bald muss ich wieder neue Wege gehen
mit der Oase ist dann erst mal für mich Schluss
und ich hoffe auf ein Wiedersehen.

So viele Eindrücke die mir die Oase schenkte;
Das Leben durfte ich mit Euch teilen;
Viele Momente wird’s noch geben wo ich an Euch denke
denn unzählige Erinnerungen die in mir verweilen.

Ich entsinne mich an den Beginn von meinem Praktikum
Die Aufregung machte meinen Hosen voll
oh, wie war ich zu dieser Zeit noch dumm
denn der Empfang von Euch allen war mehr als toll.

Eure Offenheit und Herzlichkeit hab ich von Anfang an gespürt
konnte meinen Platz in der Oase finden
Eure Geschichten und Schicksale haben mich sehr berührt
und werden mich auch in Zukunft an Euch binden.

Ihr habt mir wertvolles gelehrt und gezeigt,
mein Buch der Erfahrungen habt ihr gefüttert
außerdem wart ihr zu jedem Spaß bereit
dazu gehört auch das wir bei der WM gemeinsam gezittert.

Ich erinnere mich so gern an all die schönen Feiern,
an das Zubereiten der feinsten Speisen,
nicht zu vergessen, dass Suchen von Ostereiern
und an Berichte über ferne Reisen.

Die Oase ein Ort wo die Sonne meistens scheint
Regenwolken werden hier stets vertrieben
wir haben viel gelacht und auch mal geweint
gerne wäre ich noch länger bei Euch geblieben.

Ich möchte Euch danken für Euren Respekt und Euer Vertrauen,
hab nie daran gezweifelt und konnte immer darauf bauen!!

Danken möchte ich Euch, dass ihr mich genommen habt wie ich bin,
Ihr habt meiner Arbeit hier gegeben einen tieferen Sinn!

 

So das Glühwürmchengehirn nun glüht,
die wichtigsten Gedanken sind nun auch verblüht!

Ich wünsche Euch für die Zukunft nur das Beste
und feiert weiterhin noch viele wunderbare Feste!


Eure Jessica

Ausgabe No. 19/2007

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Weihnachten...


... soll das Fest der Liebe sein, das Fest der Andacht und Besinnung. Die Geburt Christi, die Verkündigung der Engel an die Hirten: "Gehet hin, der Heiland ist geboren, folgt dem Stern!"

Was ist daraus geworden? Der Konsum profitiert, die Wirtschaft floriert, Geschenke unter dem Tannenbaum häufen sich, Nintendo und Playstation ersetzen die Liebe. Volle Mägen und Gier - ist das Besinnung, Liebe, Verkündigung?

Weihnachten, ein Fest der Liebe???

 

Kurt Martin

 



Der alte Baum in Istanbul


Im Morgenrot die Sonne strahlt

Weit geöffnet Aug` und Ohr!

Die Nacht ist verging, das Licht es kam

mit ihm  der Vögel Chor

 

Und staunend mach ich` s Fenster auf,

erblick zum ersten Mal

Den alten Baum in sattem Grün,

gestern noch struppig, kahl

 

Im Winde wiegend begrüßt er mich.

Er raschelt ganz leicht und bannt,

Arkadasch! Bin schon lange hier.

Hast Du mich heut erst erkannt?

 

Schau deine Nachbarn die Vögel an

Sie wissen wer ich bin!

Gab die Freiheit ihnen ein Nest zu bau` n

Hab viel der Arten drin.

 

Er spricht mich an, er sagt zu mir

Wie kann ich´s denn versteh´ n?

Der Wind übersetzt mir- ja fürwahr,

Willst Du bei mir steh` n?

 

Ich geh hinab, zum Tor hinaus

Lehn mich an seinen Stamm

Denk nicht mehr an mein Zuhaus

Mir ist` s nicht mehr so klamm.

 

Erzählt mir von ferner Vergangenheit

Konstantinopel und Byzanz

Von Kriegsgeschrei  und Hungersnot,

Auch von des Dervischs Tanz

Von rollend Davul  und klagend Schalmei

Mir ist als wär ich selbst mit dabei.

 

Sinnend genieß` sein rauschendes Lied

Erschaudernd halt ich mich fest

Tröstend rau der rindige Stamm,

kratzt mir ab den traurigen Rest

 

Er fühlt mit mir, er weint mit mir

Sein tränig`  Harz rinnt ihm heraus

Es heftet mich gar sehr an ihn

Bei Ihm bin ich Zuhaus!

 

©Copyright by

Konklavius

Eugen Hundhammer

Istanbul

27.02.002

 



Ein Gedicht


Liebes Mädchen, Du bist so niedlich und klein.

Du trinkst gerne einen Schluck Wein.

Deine roten Wangen sind so zärtlich und schön.

Du wirst ewig jung in die Sterne sehn.

Gerhard Leibig

 



Das Totenkopforakel



Eine Horrorgeschichte

Ein Liebespaar machte Urlaub am Meer. Es war bereits zwölf Uhr nachts, als dieses am Strand spazieren ging. Die Kirchturmuhr des nahen Badeortes verkündete die Mitternachtsstunde. Unheimlicher Glockenschlag, tief und geisterhaft der Ton. Es lag etwas Unheimliches in der Luft. Die meisten Badegäste waren bis halb Elf am Strand gewesen.
Die Anderen waren längst im Hotel und machten sich einen feuchtfröhlichen Abend. Einige waren um Zehn ins Bett gegangen.
Nur das Liebespaar ging spazieren, immer am Strand entlang und sie entfernten sich immer mehr. Einen Augenblick zerriss das Bellen eines Hundes die Stille der pechschwarzen Nacht. Es war unheimlich. Seit Zehn war es schon stockdunkel, aber im Strandhotel brannten noch einige Lichter. Deshalb war es in der Nähe des Hotels noch ein bisschen hell.
Dröhnend rauschte das Meer. Es war unheimlich und romantisch zugleich. Das Meerwasser spülte gegen die rauen Felsen des Ufers, gegen die spitzigen, scharfen Kanten der Klippen.
Die Leute, die tagsüber am Strand lagen und sich sonnten und manchmal ins Wasser gingen und im Meer schwammen, hatten das Liebespaar gewarnt, nachts am Strand in Richtung Norden zu gehen. Dort drohte Gefahr, mehr sagten sie nicht. Die Beiden hatten auch den Hotelbesitzer gefragt, welche Gefahr die Leute meinten. Dieser hatte gesagt, dass es einige Kilometer nach Norden spukt. Niemand gab genaue Auskunft, denn alle, welcher mit dieser Gegend vertraut waren, wehrten ängstlich ab.
Der Hotelbesitzer erklärte:“ Dort liegt ein Fluch, mehr darf ich nicht sagen, sonst würde es Unglück bringen.
Als die Beiden Händchen haltend dahin schlenderten, sagte Gisela zu ihrem Schatz: „Lass uns umkehren, ich habe Angst“. Andreas lachte nur: „Das ist doch Unsinn. Es ist Quatsch, was die Leute reden. Sie sind abergläubisch und erzählen uns Schauermärchen. Wir haben Urlaub, lass uns diesen genießen. Es ist so schön romantisch, nachts am Meeresstrand spazieren zu gehen. Wir beide sind alleine. Herrlich! Nur keine Angst. Wir sind fern vom Alltagsstress. Wir genießen noch unbeschwerte Tage miteinander, und kein Spuk, den es ohnehin nicht gibt, kann uns diese vielen Tage, die wir noch vor uns haben, vermiesen.
Eine kühle Brise zog vom Meer zum Strand.
Das Salzwasser türmte sich auf in mannshohe Wellen, es war ein ständiges   Sichaufbäumen und sinken und die Wellen verliefen in der Tiefe des Meeres. Doch....plötzlich.....was war..das?
Am Boden lag etwas Braunes, Weiches, über welches Andreas stolperte. Er knipste die Taschenlampe an, und da...lag...ein...toter Pferdekopf. Gisela wurde kreidebleich vor Entsetzen, und schrie laut auf, presste die Hand vor den Mund und starrte zu dem Pferdekopf.
Und...da...lagen noch drei.....abgetrennte Pferdeköpfe im Sand. Aber es war nirgends Blut zu sehen. “Liebling, Ande, Ande, lass uns umkehren. Das hat nichts Gutes zu bedeuten. Bitte, bitte, Schatz ich flehe Dich an, kehren wir um bevor es zu spät ist.
Auch Andreas rieselte es eiskalt über den Rücken, es schauderte ihn.
Ich muss zugeben ich habe ein bisschen Angst, sagte er zu seiner Gisela. Aber, ich möchte der Sache auf den Grund gehen. Ich bin neugierig.
Deine krankhafte Neugier wird dir das Leben kosten. Man erzählt sich, wer in dieser Gegend zu neugierig ist, der lebt nicht lange. Mein Vater hat immer zu mir gesagt, als ich ein Kind war, dass neugierige Menschen früh sterben müssen. Bitte, bitte, Liebling, lass uns zum Hotel gehen, ich möchte noch nicht sterben.
Aber Andreas ließ sich nicht beirren noch beeinflussen. Die Sache interessierte ihn. Andreas wollte diesen unheimlichen Geheimnis auf die Spur kommen, obwohl die Leute sagten, dass keiner, der sich zu weit in den Norden gewagt hatte, lebend zurückgekehrt ist. Todesangst durchzuckte den schlanken Körper Giselas. Die Angst ließ ihre Glieder erstarren.
Dann geschah etwas, was dem jungen Mädchen beinah den Atem raubte. Sie fühlte, dass ihr jemand mit dem Finger auf die rechte Schulter tippte. Sie getraute sich nicht zu rühren.
Dann verlor sie die Beherrschung. Sie schrie, dass es wie Todesnot übers Meer hallte und fuchtelte aus Verzweiflung mit den Händen in der Luft herum.
Andreas und Gisela drehten sich um und erblickten einen fein gekleideten Herrn, der sie freundlich anlächelte. „Keine Angst, ich tue euch beiden nichts. Es ist Unsinn, was die Leute hier in dieser Gegend erzählen. Es spukt hier nicht. Gestatten, dass ich mich vorstelle. Ich bin Herr Mollong und von Beruf Kriminalbeamter. Ich mache hier Urlaub. Ich bin Deutscher. Ihr seid auch Deutsche. Ich bin euch eine Weile gefolgt und habe euch zugehört. Ihre Angst ist unbegründet, mein junges Fräulein. Wenn ihr wollt, könnt ihr mit mir dort in das Haus kommen. Keine Angst, ich habe zwei Revolver bei mir, es wird euch nichts geschehen. Sie stehen unter meinem persönlichen Schutz, mein Fräulein.
Ande und Gisela erblickten ein altes, zerfallenes Haus, aus dessen Kamin Rauch empor stieg.
Ande sagte:“ Ich komme mit, mich interessiert die Sache“.
Ich bleibe hier, ich habe so schreckliche Angst. Bleib bei mir Ande, ich will dich nicht verlieren. Denke daran, dass wir bald heiraten, Liebling!
Aber Andreas ließ sich nicht beirren. Herr Mollong und Herr Limose, sowie der zukünftige Giselas hieß, schlichen um das alte hölzerne Haus. Vor der schweren Holztüre machten sie halt. Und Herr Limose und der Kripobeamte knipsten die Taschenlampe an. An der Türe hing ein Schild: Wer den Tod sucht, trete ein.
Andreas Limose musste den ganzen Mut zusammennehmen, um mit Herrn Mollong das Haus zu betreten. Sie leuchteten den Raum ab. Der Kripobeamte zog seinen Revolver hervor und hielt ihn schussbereit mit den Fingern fest umklammert. Sie erblickten einen Holztisch, einen Stuhl, ebenfalls aus Holz und einen hölzernen Schrank, aber kein Mensch war zu sehen.
Es muss doch jemand hier sein oder hier gewesen sein, denn aus dem Kamin steigt noch Rauch, wunderte sich Herr Mollong.
Neben dem Schrank sahen die Beiden eine Couch, die völlig zerrissen und verstaubt war und ausgefransten Stoff hatte. Neben dieser Couch ging eine Türe von alleine auf, was dem Herrn Limose unheimlich erschien.
Die Türe führt in den Keller, sagte Herr Mollong. Es gab keinen Strom in diesem unheimlichen Haus, denn das Haus war einhundertzwanzig Jahre alt. Man erzählt sich, dass in diesem Haus ein Mörder gelebt hatte, welcher hingerichtet worden war, und dessen Seele in diesem Haus als Geist weiterspukt. Dem Andreas rieselte es bei diesem Gedanken eiskalt über den Rücken. Das Blut gerierte ihm in seinen Adern. Unheimlich, sagte er, ich glaube nicht an Gespenster. Es gibt sicher eine Erklärung für dieses unheimliche Phänomen, erklärte der Kriminalbeamte, obwohl er nicht gerade entzückt war von diesem Abenteuer.
Im Keller war es feucht, kalt und schmutzig. Überall Ratten und Mäuse. Plötzlich huschte eine Fledermaus an Andreas Kopf vorbei. Er erschrak. Er fasste sich wieder. Eine zweite Treppe führte noch tiefer hinab, welche die beiden Männer hinab stiegen. Eine dritte Treppe führte noch tiefer hinab.
Andreas Limos erschrak, denn... er..... erblickte einen hochgestellten Sarg, in welchem ein Totengerippe, welches völlig verwest und verfault war, lag. Es war kein Fleisch mehr dran, es bestand nur mehr aus Knochen und Totenschädel.
Nun holte Herr Mollong noch seine zweite Pistole hervor. Bei beiden Schusswaffen hatte der Mann von der Kripo die Finger am Abzug. Beide entdeckten einen Schrank, in dem alte Bücher, völlig zerknitterte und alte Schriften und Blätter herumlagen.
Lauter Schriften vom Mittelalter.
Auf einem Zettel, welcher nicht so unlesbar wie die großen Bücher und Blätter waren, stand:
Verschwindet sonst müsst ihr sterben, verschwindet , bevor es zu spät ist. Aber es ist schon zu spät. Ihr werdet jetzt sterben, ihr seht gleich wie.
Zum Schrecken und zum Horrortrip von Herrn Limose und Herrn Mollong bewegte sich plötzlich der Totenkopf., und eine Stimme sagte: Ich hüte hier einen Schatz, der nur mir gehört, und jeder, der diesen Raum betreten hatte, musste sterben. Dann leuchteten plötzlich die Augenhöhlen des Totenkopfs und das Gebiss klapperte teuflisch.
Nun gab es kein Halten mehr. Der hartgesottene Kriminalbeamte und Andreas Limose rannten die Treppe hinauf und flüchteten ins Freie. Sie suchten das Weite.
Andreas rannte wie ein Weltklasseläufer. Er lief und lief. Er lief um sein Leben. Herr Mollong war um viele Jahre älter als Herr Limose und kam nicht mit. Er keucht, dass ihm die Zunge heraushing...Dann war Andreas bei Gisela angekommen, wo mehrere Polizisten mit gezückter Pistole dastanden und das unheimliche Haus belagerten. Gisela hatte die Polizisten geholt.

Der Kripobeamte war nun ebenfalls bei den Polizisten angekommen. Aber keiner von den Letzteren getraute sich ins Haus.
Herr Mollong erzählte seinen Kollegen schnell, was im Haus vorgefallen war. Dann plötzlich ein furchtbares Donnern war zu hören , die Erde bebte. Alle hatten Todesangst, denn sie wussten, es war der feuerspeiende Berg. Der Vesuv war nur dreißig Kilometer entfernt.
Herr Limose und Herr Mollong versanken in die Erde, wurden von ihr verschlungen.
Der Arm des Letzteren ragte noch aus dem Boden.
Gisela schrie auf und versuchte Ihren Liebsten zu retten. Doch zwei Polizisten warnten sie, denn sonst würde das Unglück und der Fluch über alle hereinbrechen.
Dann erschien das Totengerippe auf dem Dach dieses uralten, baufälligen Haus. Wieder leutete es aus den Augenhöhlen und das Gebiss klapperte teuflisch.

Gisela zog am Arm ihres Geliebten, dabei fiel ihr die Hand ab. Die anderen Schutzmänner, die weniger ängstlich waren, zogen ebenfalls am Arm von Andreas Limose, um ihr beizustehen.
Plötzlich erstarrten alle zu Stein  und das Totengerippe zerfiel in lauter Teile und tausend Knochensplitter. Der Spuk war vorbei. Das Gerippe hatte sein Ende gefunden.

Die zwei Polizisten, die vor Angst nicht am Arm von Ande Limose gezogen hatten, waren nicht zu Stein erstarrt. Sie holten Schaufel und Pickel und bargen die Verschütteten. Sie lebten noch. Ein Arzt war eingetroffen und machte Wiederbelebungsversuche und Herzdruckmassage.

Herr Mollong und Andreas wurden gerettet. Der einheimische Arzt, der auch nicht frei von Angst gewesen war, hatte einen Pfarrer mitgebracht. Dieser hielt ein Kreuz auf die Steinfiguren und siehe da,..... sie wurden wieder lebendig und wieder zu Fleisch und Blut.

So unglaublich diese Geschichte erscheinen mag, sie hätte beinahe  Ande Limose, einem Kriminalbeamten und einigen Polizisten das Leben gekostet. Doch die Kraft Christi hatte den Spuk besiegt.

Diese Geschichte kam in die Zeitung, und alle, die diesen Spuk miterlebt hatten, schauderte es bis in die tiefsten Winkel der Seele und rieselte es eiskalt über den Rücken, wenn sie an diese Geschichte dachten. Alle hatten sich vom Ort des Grauens entfernt und es schauderte ihnen noch Tage später.


Gerhard Leibig

 



Bruno lebt


Bruno – der Bär – ist tot. Er wurde erschossen. So der allgemeine Medienkonsens. Am Rande bemerkt wäre es freilich absolut vermessen, auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass die Bruno-Story zur Füllung des Sommerlochs aufgepäppelt wurde.
Doch nun zurück zu Bruno selbst. Aus Quellen, die wir nicht preisgeben dürfen weiss WISN, dass Bruno nicht erschossen wurde, sondern tatsächlich noch lebt und eine neue Asylstätte gefunden hat. Doch dazu später.
Ein intensiver E-Mail-Verkehr mit dem italienischen Zoo, aus dem Bruno ausgebrochen ist bringt eine dramatische Wendung in Bruno’s Schicksalsgeschichte.

Was bisher niemand wusste:
Bruno hat einen Zwillingsbruder. Sein Quasi-Doppelgänger litt an einer seltenen Krankheit, die nur zwischen Bären untereinander ansteckend ist. Darum wurden die Beiden auch voneinander getrennt. Aus Gründen, die der italienische Zoo auf Grund gewisser Informationsstandards nicht genauer erklären durfte, wurde diese Tatsache bis jetzt verschwiegen und dringt hiermit an die Öffentlichkeit.
In der für den Zoo unglücklichen Nacht in der Bruno das Weite suchte nahm sein Zwillingsbruder die Witterung seines Blutsverwandten auf und durchbrach ebenfalls das Gitter des Käfigs. Wie dies passieren konnte ist in Bezug auf beide Bären ungeklärt.
Offensichtlich hat sich das Bärengeschwisterpaar nach seiner Flucht oft getrennt und ist verschiedene Wege gegangen, da sie ja nie zusammen gesehen wurden. Aufgrund dieser Sachlage kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden, ob Bruno immer „Bruno“ war oder eben sein Zwilling.

Was inzwischen von einem Abgesandten von Bruno’s italienischem Zoo sicher bestätigt wurde ist: der erschossene Bär war nicht Bruno, sondern eben sein Zwillingsbruder. Dies konnte durch einen implantierten Minichip zweifelsfrei erwiesen werden. Folglich ist Bruno nicht tot, sondern erfreut sich bester Gesundheit – doch wo ist Bruno nun ?

An einem sonnigen Ende-Juni-Sommermorgen fand Herr Knorr als er zur Haupttür der Verwaltung hinein in sein Büro wollte – er war extra schon um 6.30 Uhr zu Hause losgegangen, weil er noch etwas Wichtiges zu erledigen hatte, und war somit der Erste – einen Bären vor der Von-Kahl-Straße 4. Entgegen seines in Punkto Friedlichkeit etwas angekratzten Rufes verhielt sich Bruno so, dass Herr Knorr weder sofort die Polizei, noch den Tierschutzverein rief. Da Herr Knorr als Offizier der Bundeswehr im Fach „Gebärdensprache von Tieren in der Wildnis“ ausreichend beschlagen war fragte er nach Bruno’s Begehr.
Als Bruno ihm seine verzweifelte Lage schilderte und begründete, warum er unter keinen Umständen zurück in seinen Zoo nach Italien konnte – es handelte sich um eine unerwiderte Liebe zu seiner dortigen Käfiggenossin – und um Aufnahme im „Ort zum Leben“ bat, runzelte Herr Knorr nachdenklich die Stirn.

Als sich Bruno trotz ¼-stündigen Überredungskünsten nicht zu einem Vollzeit- Zooengagement als Hauptattraktion in Herzogsägmühle überreden ließ, gab Herr Knorr auf und willigte in eine unbedingte Aufnahme Bruno’s ein.

Seine erste dienstliche E-Mail an diesem denkwürdigen Tag enthielt den Betreff „Neue Kostenstelle schaffen: Tiere in besonderen Lebenslagen“.

(WISNPA - hier: Jörg Kuppler)



„Sprechen“


Lobenswert ist über alles zu sprechen,
oder über gewisse Themen zu diskutieren.
Sprich mit mir über deine Probleme.
Sprich mit mir, wenn dir danach ist.
Sag, wenn du meinst, du bist im Recht.
Sprich mit deinem Chef oder mit der Auskunft.
Auch Politiker sprechen, ob wahr oder falsch.
Das Sprechen ist das Spiel mit der Sprache,
sprich, um mich zu inspirieren.
Die Sprache hat viele Dialekte, hat verschiedene Buchstaben.
Es gibt auch verschiedene Sprachen.
Sprich mit mir, damit ich weiß, wie du bist.

 

Martin Kurt.

 

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Der kleine Trommler


Durch die stille Nacht ta ram pam pam pam
Da ging ein kleiner Junge ram pam pam pam
Hielt seine Spielzeugtrommel in der Hand.
Wollt zum Stalle wo die Krippe stand
Ram pam pam pam – ram pam pam pam
Und die Trommel klang ta ram pam pam pam
Durch das Land.

Liebes Christuskind ta ram pam pam pam
Bin nur ein armer Junge tam pam pam pam
Wo lauter Könige mit Gaben steh´n,
Lässt man vielleicht mich gar nicht zu dir gehen
Hab kein Gold, hab kein Geld.
Kann nur trommeln für dich ram pam pam pam
Wenn´s dir gefällt.
 
Und vom Himmel hoch ta ram pam pam pam
Da kam ein Stern herab ta ram pam pam pam
Der führte ihn die stillen Strassen entlang.
Und seine kleine Trommel klang und sang
Ram pam pam pam ram pam pam pam
Das zum Heil der Welt ta ram pam pam pam
Christus kam.

 

Ausgabe No. 18/2006

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Der böse Riese (Märchen) Florian Weber


s  waren einmal ein Riese und viele kleine Zwerge. Die Zwerge hatten Angst vor dem Riesen, da er sie täglich quälte: Er packte sie, zog ihnen Arme und Beine lang, schleuderte sie durch die Luft, warf sie gegen Bäume oder trat sie einfach in die Erde.

Das Zwergenvolk hat sich schon viel ausgedacht und ausprobiert, um den Riesen loszuwerden, aber immer überlebte es der Riese. Einmal lockten die Zwerge den Riesen an einen verborgenen tiefen Abgrund und sprangen auf eine sichere Stelle hinter dem Abgrund. Doch der Riese durchschaute noch rechtzeitig den Plan der Zwerge und fiel nicht in den Abgrund.
Nachdem die Zwerge nun alles Erdenkliche versucht hatten, um den Riesen zu töten, aber jeder Plan fehlgeschlagen war, packten sie ihre sieben Sachen und flüchteten gemeinsam in die Nacht hinein.
Sie waren schon ein weites Stück vorangekommen, da hörten sie hinter sich die laute Stimme des Riesen:  „Ich komme!  Ich hole euch ein und verspeise euch zum Frühstück!“ Die Zwerge waren verzweifelt, sie wussten nicht, wie sie dem Riesen entkommen könnten. Die Kleinsten unter den Zwergen fingen an zu weinen. Da verdunkelte sich auf einmal der Himmel, ein starker Wind wehte und ein Gewitter war im Anmarsch.
Der Riese hatte die Zwerge mit seinen großen Schritten schon fast eingeholt, als plötzlich ein Blitz vom Himmel zuckte und den Riesen erschlug. Er fiel tot zur Erde.
Da war große Freude im Zwergenvolk und es wurde ein prachtvolles Fest gefeiert, zu dem alle Zwerge im ganzen Zwergenland eingeladen wurden. Da es der letzte noch lebende Riese war, der zu den bösen Riesen zählte, war die Freude besonders groß. Der Zwergen-Älteste sprach jedoch noch die folgenden mahnenden Worte an seinesgleichen:
„Liebe Stammesangehörige, nun habt Ihr gesehen, was mit den bösen Riesen geschehen ist: Sie sind alle tot! Seid Ihr aber wachsam und setzt Euch weiterhin für das Gute ein und werdet nicht so wie die bösen Riesen, denn ich will Euch nicht verlieren und wir wollen doch alle weiterhin in Frieden und Harmonie leben. So, und jetzt feiern wir weiter…“

 

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Der einsame Riese (Märchen) Florian Weber


s  waren einmal ein Riese und viele kleine niedliche Zwerge. Der Riese war sehr einsam. Er war zwar groß, jedoch so groß, dass er von den Zwergen nicht beachtet wurde, da er sich wegen seiner immensen Größe nur sehr langsam bewegte. Er gab jedoch immer acht, dass er nie auf einen Zwerg 
            trat.

Jeden Tag grüßte der Riese jeden einzelnen Zwerg, der an ihm vorüberging, aber nie kam eine Antwort zurück. Das ging sehr lange so, und der Riese wurde immer trauriger, denn er sehnte sich so sehr nach einem Gesprächspartner.
Doch eines Tages packte den Riesen die Wut und er griff nach dem erstbesten Zwerg, der an ihm vorüberging und ihn nicht beachtete, und warf ihn weit von sich weg. … Der Zwerg hatte Glück, denn er fiel auf einen Heuhaufen.
Als der Zwerg wieder zu sich kam, dachte er, er wäre im Traum geflogen. Er streckte sich, stand auf und ging – verwundert über seinen jetzigen Standort – in Richtung seines Dorfes. Der Zwerg wanderte eine lange Zeit so dahin, denn der Riese hatte ihn sehr weit geworfen, bis der Zwerg endlich im Dorf ankam und sich erschöpft zufällig neben dem Riesen mit dem Rücken auf den Boden legte.
„Guten Tag, Herr Zwerg!“, sagte der Riese freundlich und hoffte, er könne mit dem Zwerg in Kontakt treten.
Der Zwerg erschrak furchtbar, da er zum ersten Mal den Riesen sah, sprang auf und wollte fortrennen. Doch der freundliche Blick des Riesen führte dazu, dass der Zwerg doch stehen blieb.
„Guten Tag, Herr Riese!“, erwiderte der Zwerg ganz ängstlich.
Der Riese war überglücklich und fing ein Gespräch mit dem Zwerg an. Anfangs war es für beide schwierig, sich an das Stimmvolumen des anderen und an die völlig unterschiedlichen Tonhöhen der Stimmen zu gewöhnen, aber nach einiger Zeit gelang es ihnen. Sie redeten sehr lange miteinander, und dann fragte der Riese plötzlich, wieso ihn bisher nie jemand beachtet hatte, er sei doch schließlich groß genug, außerdem grüße er doch immer.
Da antwortete der Zwerg:
„Jedes Mal als ich an dir vorüberging, dachte ich, ich gehe an einem Felsen vorbei. Doch wenn ich dann einen Bogen um den Felsen machte, war mir so, als hörte ich ein Donnern von oben. Ich dachte mir nichts dabei und ging weiter.“
Nun verstand der Riese die Zwerge und es tat ihm leid, dass er den Zwerg durch die Luft geworfen hatte. Der Zwerg verzieh dem Riesen und bot ihm an, den anderen Zwergen von ihm zu erzählen. Der Riese fand das eine tolle Idee.
Bald kannte in dem Zwergendorf jeder Zwerg den Riesen und der Riese wurde wunderbar in das Dorfleben miteingebunden: Die Zwerge hatten mit ihm nun einen guten Helfer, denn der Riese half ihnen etwa beim Tragen großer Lasten, die alten Zwergenhäuser abzureißen, Diebe und Feinde fernzuhalten und vieles andere mehr. So lebten sie noch lange Zeit in Harmonie miteinander und grüßten sich täglich.

 

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Warum ist die Banane krumm? (Märchen) Florian Weber


 

s  war einmal ein kleiner Junge, der sehr arm war. Seine Eltern und Geschwister schickten ihn los, um für die Familie Essen zu holen. Er war schon lange unterwegs, da sah er plötzlich einen Bananenstrauch. Er freute sich riesig, auch wenn der Strauch nur 

noch eine Banane trug. Die Banane war im Übrigen früher noch gerade! Aber es war keine gewöhnliche Banane, sondern eine sprechende Banane. Sie fragte den Jungen:
„Hast Du Hunger?“
Zuerst erschrak der Junge, doch dann fasste er sich und antwortete:
„Ja. Du bist meine letzte Hoffnung! Meine Familie und ich haben schon lange nichts mehr gegessen. Darf ich Dich mitnehmen, damit wir Dich später verspeisen?“
Die Banane empfand Sympathie für den Jungen und antwortete:
„Ja, gewiss! Aber Du musst mir versprechen, dass Du heute noch den Bananenstrauch gießt, an dem ich gewachsen bin, denn es hat schon lange nicht mehr geregnet, und sonst gibt es in den nächsten Jahren an diesem Strauch keine Bananen mehr!“
Der Junge versprach es und damit begann die Freundschaft der Banane mit dem Jungen. Der Junge brach die Banane ab und voll Freude rannte er in Richtung Elternhaus. Auf dem Weg stolperte er über eine Wurzel und verlor dabei die Banane. Er stand sofort wieder auf und sah noch, wie die Banane gerade den Abhang hinunterrollte. Die Banane erkannte die Notsituation und strengte sich mit aller Gewalt an, krumm zu werden, und tatsächlich: Sie schaffte es und rollte nicht mehr weiter.
Da staunte der Junge nicht schlecht, denn er hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie eine krumme Banane gesehen. Aber letztendlich war es ihm egal, welche Form die Banane hatte, schließlich kommt es ja auf den Inhalt an. Also stieg der Junge den Abhang hinunter, holte die Banane und brachte sie seiner Familie, die sie dann teilte, und alle waren froh über ihr Mahl.
Der Junge vergaß sein Versprechen nicht und goss den Bananenstrauch. Nach etlichen Tagen regnete es endlich wieder und  in einem Jahr wuchsen an dem Strauch viele leckere Bananen, die allerdings jetzt krumm waren und alle anderen Bananen wurden auch krumm, denn es sprach sich unter ihnen herum, was die eine Banane aus Freundschaft geleistet hatte, und plötzlich wollten alle Bananen krumm werden.
So -  jetzt weißt Du, warum die Banane krumm ist!

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Die Furcht


Von Anfang an steckt eine gewisse weise Furcht in uns. Sie kommt und geht. Sie ist groß und klein. Die Furcht - woher kommt sie? Aus unserem Inneren? Vor etwas Großem oder vor einem Test ? Man sagt, ich habe Furcht vor einem Menschen, dem ich das Wasser nicht reichen kann. Ist das Furcht ? Habe ich Furcht oder ist es eher Ehrfurcht ? Eine Hausfrau sagt, es ist fürchterlich, wenn die Kinder mit schlechten Noten nach Hause kommen. Ist das fürchterlich oder ist es ärgerlich? Ich fürchte mich vor einem Erdbeben oder vor einer heiklen Situation. Ist das Furcht ?

Martin Kurt.

 

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Das ICH


Das ICH ist eine innere Sache des Menschen aller Völker, es bewirkt Gutes sowie Schlechtes. Das ICH kann eine Frau oder ein Mann sein. In der Sprache der Menschen ist das ICH ein Zweig der Hoffnung, der Neugier oder des Egoismus. Das ICH ist kein handelbares Gut, vielmehr könnte man sagen, es sehen, riechen, hören oder spüren zu können. Kann man das? Ein ICH oder mehrere ICHs vermitteln etwas Aufschlussreiches. Was ist das ICH? ICH gehe in die Arbeit, ICH gehe ins Theater, ICH habe Hunger, ICH habe wenig Geld, ICH gründe eine ICH-AG – ICH, ICH, ICH, ICH ...

Im Inneren ist das ICH ein egozentrischer Anteil, der nicht mehr weg zu denken ist. Wie viele ICHs gibt es auf der Welt? Eine Milliarde oder mehrere Milliarden, wer weiß das, mag es wissen, kann es wissen, soll es wissen, darf es wissen?

Ist das ICH ein Gedanke, der Recht von Unrecht unterscheiden kann, der Urteile bilden soll? Das kleine Wort ICH, was sagt es uns? ICH sage es, was sage ICH?

 

Martin Kurt.

 

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Das Tor zur Liebe


Die Liebe ist das Gewürz des Lebens, sie kann es versüßen, sie kann es versalzen. Wenn sich eine Tür vor uns verschließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik dabei ist, dass man auf die geschlossene Tür blickt und die geöffnete nicht beachtet.

Martin Kurt.

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Die Frau


 

Ist das Gegenteil von Mann. Sie ist emanzipiert und in den letzten 20 Jahren selbständiger geworden. Unser Land hat sich einen solchen Plagegeist als Bundeskanzlerin eingefangen. Soll doch die Frau in den nächsten Jahrzehnten die Welt gleich ganz beherrschen! Das hätte für uns Männer den Vorteil, dass wir nicht so viel denken müssten. Und in Sachen Fortpflanzung wäre die künstliche Befruchtung zu empfehlen. Ja, so ist es, und so wird es bald mit den Frauen sein.

Martin Kurt.

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Frisch verliebt


Mit diesem Artikel möchte ich nicht unbedingt sagen, dass ich ein Experte im Bereich der Liebe zwischen Mann und Frau bin. Aber ich werde euch an meiner Denkweise teilhaben lassen, an meiner  Faszination über die Liebe zwischen den zwei Geschlechtern.

Stell dir vor du bist irgendwo unterwegs, sagen wir mal du bist am Bahnhof und wartest auf den Zug.

Da sitzt eine Frau die dir gefällt und du setzt dich neben sie hin, sagst einfach nur hallo, und siehst ihr dabei in die Augen, schaust dann mal wieder kurz weg und lässt dir per Gedanken die Frau noch mal durch den Kopf gehen. Dann kommt der Zug, und ihr beide geht gleichzeitig hin um die Tür zu öffnen. Als Kavalier, so wie der Mann eben sein sollte, öffnest du ihr die Tür und lässt ihr den Vortritt. Ihr beide wollt in dasselbe Abteil gehen, sie bekommt aber die Tür nicht richtig auf.

 

Dann schlägt wieder des Kavaliers Stunde. Du öffnest sie mit  geringem Kraftaufwand, versteht sich. Sie sieht dir tief in die Augen und sagt: „Danke, das ist sehr lieb von Ihnen“.

Darauf hin erwiderst du: „Gern geschehen“.

Dann lächelt sie dir zu, und du lächelst zurück. Dann setzt ihr euch beide hin, gegenüber.

 

Sie sitzt da und sieht sehr nachdenklich aus dem Fenster, fast melancholisch.

Du beobachtest sie schon eine Weile, hast dich aber fünf Minuten lang nicht getraut sie anzusprechen. Bis dich dann doch der Mut gepackt hat, und du fragst:“ Warum sehen Sie so traurig aus?“ Und sie erzählt dir ihr Problem. Als du merkst, dass ihr ein gutes Gespräch habt, fragst du sie ob du dich zu ihr rübersetzen darfst. Sie nickt mit dem Kopf. Und du setzt dich zu ihr und bedankst dich. Dieses Gespräch wird intensiviert, und ihr lernt euch dadurch kennen. Da du aber bald wieder aussteigen musst, weil du dein Reiseziel erreicht hast, fragst du noch schnell nach ihrer Handynummer, die sie dir dann auch gibt. Als der Zug hält steigst du aus. Sie sieht noch mal aus dem Fenster und winkt und lächelt dir zu. Ob du sie angerufen hast und ein Date mit ihr hast, bleibt in den Sternen, aber ich glaube ihr habt euch verliebt. An Hand der Gestik und der Mimik konnte man es sehen. Vielleicht ist es sogar Liebe auf den 2. Blick ...

Sascha Hierl


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Lüge oder Wahrheit


Ist es Lüge oder Wahrheit ein Mensch zu sein? Kann man sagen, es ist Lüge oder Wahrheit, dass die Welt von so viel schlechten Gedanken eingenommen ist? Darf man behaupten, dass sich auf Lüge oder Wahrheit auswirkt, was man denkt oder sagt? Eine Lüge wäre, wenn ich sagen würde, ich hätte keine Fehler. Die Wahrheit wäre, dass sich die Menschen ohne Fehler nicht mehr behaupten und sogar nicht einmal mehr existieren könnten. Kann es sein, dass das die Wahrheit ist - in der Politik ebenso wie anderswo? Lüge oder Wahrheit wie Max und Moritz. Eine Geschichte ohne Ende. Sie beginnt in der Bibel und dauert bis heute an. Ein Ende ist nicht abzusehen. Ein Politiker sagte einmal: "Ich habe nicht gelogen, sondern nur die Unwahrheit gesagt." War das Lüge oder Wahrheit? Eine Lüge wäre, wenn ich sagte, ich wäre Millionär; die Wahrheit ist, dass ich gerne einer wäre, aber es nicht bin. Lüge oder Wahrheit: Was ist das? Wann ist das? Wo ist das? Warum ist das? Wie ist das?

Martin Kurt

 

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Die Amazonen


Die griechische Bezeichnung "Amazone" wurde auf a-mazos (brustlos) zurückgeführt. Denn die Amazonen sollen ihren kleinen Töchtern - laut einigen späteren Quellen - die rechte Brust ausgebrannt haben, damit diese später den Bogen problemlos abschießen können. Wahrscheinlicher ist, dass die Amazonen über der rechten Brust ein Lederdreieck trugen, welches die Brust flach drückte. Damit konnte die Sehne des Bogens ungehindert gespannt werden. Dies erweckte den Eindruck einer "Einbrüstigen".

Da die Amazonen in den griechischen Darstellungen gewöhnlich mit zwei Brüsten wiedergegeben werden, wird die Herleitung von "a-mazos" in der Forschung abgelehnt und ist nicht die einzige mögliche Deutung des Namens.

So wird der Name zum Beispiel auch von "a-mazas" (brotlos) hergeleitet. Es ist überliefert, dass der Verzehr von Brot bei den kaukasischen Amazonen als verweichlicht galt. Deshalb bekamen nur ihre männlichen Sklaven Brot, während die kämpferischen Frauen eiweiß- und vitaminreiche Kost wie Fisch, Früchte und Fleisch bevorzugten.

Ebenfalls denkbar wäre eine Herleitung von "zone" (Gürtel). Amazone könnte demnach etwa "wohlgegürtet" bedeuten und auf die Tracht der Amazonen anspielen. Dies schafft eine Beziehung zu Herakles´ Abenteuer bei den Amazonen, dessen Aufgabe es war, den Gürtel der Hippolyte zu stehlen.

Diodorus Siculus erwähnt die sogenannten lybischen Amazonen in Nordwest-Afrika, die lange vor den kleinasiatischen Amazonen gelebt und ganz Nordafrika unterworfen haben sollen. Von Kleinasien aus sollen die Amazonen demzufolge einige Inseln der Ägäis angegriffen und später Athen belagert haben.

Sueton, ein römischer Historiker aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. schrieb, dass die Amazonen "einst einen großen Teil Kleinasiens beherrschten" (er meinte wohl die Skythen: ein in der Kunst des Bogenschießens bewandertes iranisches Nomadenvolk). Noch im 5. Jahrhundert wurde das Schwarze Meer auch "Amazonenmeer" genannt.

Auch die Walküren, die Botinnen Wotans aus Walhalla in der nordischen Sagenwelt, werden von Feministinnen als Amazonen betrachtet. Allerdings handelte es sich bei den Walküren ursprünglich um Totengeister, die erst in spätgermanischen Mythen vermenschlicht wurden. Unter den Wikingern gab es insofern "Amazonen", als es weibliche Kampfgefährtinnen der Wikinger gab, die auch das Schwert ergriffen. Die norwegische Flotte, die im 10. Jahrhundert in Irland einfiel und Ulster niederbrannte, wurde von einer Kriegerin angeleitet, die "die rote Frau" genannt wurde. Es handelte sich bei dieser Frau um die Tochter eines bedeutenden Wikingers, die auf einem Rachefeldzug Stammeskrieger auf die irische Insel führte.

Wer sich mehr Informationen über die Amazonen holen möchte, bekommt hier noch ein paar Literaturanregungen zu diesem Thema :

· Jeannine Davis-Kimball: Warrior Women: An Archaeologist's Search for History's Hidden Heroines, New York 2002.
· Gabriele Frohnhaus, Barbara Grotkamp-Schepers, Renate Philipp (Hg.): Schwert in Frauenhand - Weibliche Bewaffnung, Essen 1998.
· Gerhard Pöllauer: Die verlorene Geschichte der Amazonen, Klagenfurt 2002.

A.D.

 

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Aphrodite



Ich schreibe über eine schöne Frau, die Göttin der Schönheit in der griechischen Mythologie. Bei Homer, einem großen griechischen Dichter, hieß sie Aphrodite, die Tochter von Göttervater Zeus und Dione, der Göttin der Erde und der Natur. Eine andere Sage erzählt, dass sie, nachdem Aphrodite in den Olymp aufgenommen wurde, die Adoptivtochter von Zeus wurde. Die Abstammung dieser Göttin der Schönheit, die auch Schaumgeborene genannt wird, ist also nicht klar.
Platon unterscheidet im Gegensatz zu Homer zwischen zwei Göttinnen:
· Aphrodite Urania (Göttin der edlen Liebe)
· Aphrodite Pandemos (Tochter der Dione und Göttin der gemeinen Sittlichkeit)
Laut Homer war die Göttin der Schönheit, welche es mit der ehelichen Treue nicht sehr ernst nahm, mit Hephaistos, dem Gott des Feuers und der Schmiedekunst, verheiratet. Sie betrog ihn unter anderem mit Ares, Adonis und Hermes, um nur einige zu nennen. Aphrodites Untreue gegenüber ihrem Ehemann wurde auch mit einem reichen Kindersegen "belohnt". Von Ares gebar sie zum Beispiel den Liebesgott Eros.
Es gibt heute noch zahlreiche Kultstätten der Aphrodite die zu besichtigen, z.B. Zypern-Kypros, Kythera (griechische Insel an der Südostspitze des Pelopones) und der Berg Styx auf Sizilien.
A.D.

 

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Das Geschenk auf der Parkbank


Gerade hatte er den Zigarrenstummel weggeworfen und mit dem Schuhabsatz ausgetreten. In Gedanken war er immer noch bei dem Gespräch mit seinem Chef. „Bei der derzeitigen Absatzlage können wir Ihnen leider keine Gehaltserhöhung anbieten.“
Ob er mit der Zigarre aufhören sollte, die er sich zum Wochenende gerne gönnte ?
Der kleine Niklas wird im nächsten Monat 3 Jahre alt. Er braucht neue Schuhe, Kleider und dann wollten sie ja zu dritt in den Urlaub fahren. Doch das Haushaltsbudget war so knapp kalkuliert, dass ohne eine Steigerung des Monatslohnes die Streichung irgend eines Planes notwendig erschien. „Wahrscheinlich muss wieder mal der Urlaub dran glauben ...“ – „...denn die Kleider müssen sein ...“, so überlegte er.
Er kam an der Stelle im Park vorbei wo links und rechts des Weges Sand war – rechts dann die lange Rutsche und links zwei Schaukeln an einem Balken befestigt, der wiederum von jeweils zwei dicken Holzpfeilern auf jeder Seite getragen war, die von der Seite gesehen mit dem Boden ein Dreieck formten. Schaukeln dieser Art findet man ja oft auf öffentlichen Spielplätzen. Er hatte auf der rechten der beiden schon oft gesessen.
Ob er irgendwann mit Niklas auf diesen beiden Schaukeln um die Wette von der Schaukel springen würde um zu sehen wer es weiter schaffte ?
Mit Rose war er hier auch schon gesessen. Und diese zwei Schaukeln waren schon die verschwiegenen Zeugen manch intensiver Unterhaltung gewesen. Hier hatten sie die Hochzeit geplant, den Irland-Urlaub, und hier hatten sie gesessen nachdem sie das erste Mal zusammen Eis essen gegangen waren. Nun wollten sie für eineinhalb Wochen in die Schweiz fahren. Rose hatte sich so darauf gefreut und der kleine Niklas auch. Er war davon ausgegangen, dass das Geld reichen würde. Doch nach dem heutigen Gespräch mit dem Chef war wieder alles in Frage gestellt – er hatte sich bislang davor gedrückt, den beiden reinen Wein einzuschenken. Doch er musste es bald tun. Denn je länger er es hinauszögern würde, umso größer die Enttäuschung – also es musste sehr bald sein, so war er sich im Klaren.
Er kickte mit dem Fuß in den Sand unter der Schaukel. Der Sand konnte auch nichts dafür, aber irgendwie musste er seiner Enttäuschung etwas Luft verschaffen. Er holte tief Luft und atmete sie in Verbindung mit einem tiefen Seufzer wieder aus. Warum war in dieser Welt soviel mit Geld verbunden und warum hatte er gerade im Moment nicht genug davon ?
Es musste ja nicht viel sein – mit 300 € wäre der Urlaub geritzt. Er stellte sich vor, dass es genug Leute gäbe, denen dieser Betrag nicht wirklich weh tun würde und warum ihm nicht einer von denen etwas aushelfen könnte. Er hatte seinen Gedanken ein bisschen freien Lauf gelassen, um sie nun abrupt zu beenden. Er fasste den Entschluss: Heute Abend werde ich Rose und Niklas schonend beibringen, dass es mit dem Schweizurlaub nichts wird. Als er sich die enttäuschten Gesichter – Rose’s Gesicht, das er sich eher abgeklärt und stumm ausmalte und das des kleinen Niklas – ob er weinen würde ? – vorstellte wurde ihm das Herz schwer.
Schnell erhob er sich und ließ die Schaukel in einem leicht schwingenden Zustand hinter sich.
Auf dem Heimweg führte ihn der schmale Weg durch den Park wie immer an drei Bänken vorbei, die in einem regelmäßigen Abstand von zwanzig Metern aneinander gereiht waren.
Als er gerade an der letzten davon vorbeigehen wollte fiel sein Blick, obwohl er noch ganz in Gedanken versunken war auf etwas das darauf lag. Wenn auch nicht durchweg interessiert schaute er genauer hin. Es war ein weißer Briefumschlag. Als er etwas näher ging sah er, dass etwas darauf geschrieben war. Seine Neugierde ließ ihn lesen was darauf stand: Elias Peters. Das konnte nicht wahr sein – das war ja sein Name.
Noch ganz verwirrt nahm er den Umschlag vorsichtig in die Hand. Außer seinem Namen war nichts darauf zu lesen. Er nahm sein Taschenmesser heraus und schlitzte sorgsam den Umschlag auf. Er fand nur drei Geldnoten als Inhalt. Es waren 300 € - genau der Betrag, mit dem er vorhin noch in Gedanken umgegangen war. Er traute noch nicht ganz seiner Wahrnehmung dieses wundersamen Vorganges. Atmete einmal tief durch und gewöhnte sich allmählich daran, dass er nicht träumte, sondern, dass er nun reell genau den Betrag in den Händen hielt, an den er vorher noch gedacht hatte. Er murmelte ein kurzes, leises aber nicht minder aufrichtiges „Danke !“, fasste einen Gedanken und machte sich erleichtert auf den Heimweg. (jku)

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Überschuß an Liebe


Kam von Dir o Herr.
Einen Planeten der Liebe hattest Du vor.
Es liegt soviel an uns welche Energien wir aufnehmen.
Es liegt soviel an uns Menschen wohin alles steuert.
Und da sind die Engel und Schwingungen,
die uns leiten und führen
Spiritualität contra Spirituosen
Liebe solls sein.
Echte mit Ehrlichkeit + Hoffnung
Denn die stirbt zuletzt.
(Julia Suma)


Verwicklung

Obwohl der Meister zu allen seinen Schülern freundlich war, konnte er doch nicht verbergen, daß er die, die in der „Welt“ lebten – Verheiratete, Kaufleute, Bauern – denen vorzog, die im Kloster wohnten.
Als ihm das vorgehalten wurde, sagte er:
„Spiritualität, die im aktiven Leben ausgeübt wird, ist unvergleichlich höher anzusetzen als die, die in der Zurückgezogenheit praktiziert wird.
(A. d. Mello – herausgesucht Julia Schmid-Suma)

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KURZGESCHICHTE Gerhard Leibig


Unter Lebensgefahr

Es war heiß, als Herr Fließen bei geöffneten Fenster das Manuskript seines ersten Romans schrieb. Er hatte den gleichen Roman schon einmal geschrieben, aber das Manuskript wurde abgelehnt. Er schrieb sein Werk um und versuchte es noch einmal. Er beherrschte das Fingersystem ausgezeichnet. Wie in letzter Zeit immer, schrieb er schnell und machte fast keine Tippfehler.
Und die Nachbarn im Garten schüttelten wieder einmal den Kopf, weil das Klappern der Schreibmaschine kein Ende nahm.
Sie sagten: "Fließen ist ein ehrgeiziger junger Schriftsteller, aber fanatisch. Die Nachbarsfrau Lisbeth Gurgel bemerkte: "Robert, hörst du auch das ständige Klappern der Schreibmaschine! Stört Dich das nicht?"
Kaum, antwortete Willi seiner Frau. Ich mag ihn trotzdem, so fanatisch er auch sein mag. Er hat wenigstens ein Ziel, und ist strebsam. "Er macht den ganzen Haushalt alleine, sitzt sieben Stunden an der Schreibmaschine, kauft abends ein, bügelt, wäscht, kocht und geht abends zur Bank. Dann wischt er die Treppe und die Zimmer, staubsaugt, Staub wischt, kehrt, reinigt das Bad und räumt auf."
"Ja, er ist in Ordnung, aber mich stört halt das Klappern der Schreibmaschine", antwortete seine Frau. "Er ist überarbeitet, aber er bekommt halt in ein paar Jahren einen Nervenzusammenbruch" sagte Frau Gurgel zu ihrem Mann, der in einer Illustrierten blätterte.
Er sollte sich halt wenigstens am Wochenende mehr Ruhe gönnen; denn dann treibt er Sport und arbeitet im Garten."

Herr Fließen wußte, was die Nachbarn über ihn sagten, aber es brauchte ihn nicht zu kümmern, denn er wußte auch, daß sie es gut mit ihm meinten. Er war ihnen allen sympathisch.
Schöpferisches Schreiben ist Schwerarbeit. Es ist sogar die schwerste Schwerarbeit. Es erfordert geistige Spannkraft, äußerste Konzentration und sehr viel Phantasie, wenn man es ernst meint und damit Erfolg haben will, um sich eine Zukunft aufzubauen und ein bißchen Karriere zu machen.
Am nächsten Tag war es noch heißer. Das Barometer kletterte auf fünfunddreißig Grad im Schatten. Die Leute stöhnten in dieser großen Hitze. Die Badestrände waren überfüllt, den Brauereien ging das Bier aus und in den Biergärten herrschte Hochbetrieb.
Auch Herrn Klaus Fließen machte diese tropische Schwüle zu schaffen. Er konnte sich nicht konzentrieren und konnte kaum schreiben.
Er packte seine sieben Sachen zusammen, sperrte die Haustüre zu, stieg in seinen Wagen und brauste los. Er fuhr schnell, sicher und lenkte sein Auto sicher durch den dichten Gegenverkehr und durch die vielen Kurven. Die Landstraße war hart und staubig. In zehn Minuten war er am warmen Karrersee. Er parkte seinen Fiat am Waldrand, holte seine Klamotten aus diesem und lenkte seine Schritte zur Liegewiese. Dort angekommen, hörte er plötzlich laute Hilferufe. Mit Schrecken sah er ein ertrinkendes kleines Mädchen, welches hilflos im Wasser um ihr Leben kämpfte.
Trotzdem ihn die Leute warnten, entledigte er sich blitzschnell seiner Kleidung und zog sich seine Badehose an, um das ertrinkende Kind zu retten.
Er eilte im Nu ans Ufer und sprang ins Wasser. Er wußte, daß der Karrersee in der Mitte gefährliche Strudel hatte. Die Strömung war lebensgefährlich. Der mutige junge Mann schwamm mit weitausholenden Schwimmzügen durch die Fluten und die Wellen.
Es war ein Kampf, aber es gelang dem Schriftsteller, das kleine Mädchen unter Aufbietung aller Kräfte, und dem Einsatz seines eigenen Lebens, das Kind ans Ufer zu retten. Die Eltern hatten auch versucht, ihr armes Kind zu retten, aber es mißlang, denn sie konnten nicht schwimmen. Diese waren überglücklich und sehr erleichtert, und bedankten sich tausendmal bei ihrem tapferen Retter. Der Vater hob sein Töchterchen vom Boden auf und nahm es in seinen Arm. Die Mutter tat das gleiche und drückte es fest an seine Brust.
"Sie sind ein Held", lobten beide. Sie werden Morgen in der Zeitung stehen, und in ihrer Ordschaft werden Sie berühmt!" "Sie dürfen sich irgend Etwas wünschen", sagte ihr Mann. "Ich erfülle Ihnen jeden Wunsch, sowie es in meiner Macht steht. Wie heißen Sie und was sind Sie von Beruf?"
Ich  bin beginnender Autor und schreibe an einem Roman. Ich mache gerade meine ersten schriftstellerischen Erfahrungen und meine ersten schöpferischen Schreibversuche".
"Das trifft sich gut", lächelte der Vater des kleinen Mädchens. „Ich heiße Herr Dobler und bin von Beruf Verleger. Aber es ist nicht schwer zu erraten, was Sie sich wünschen. Sicherlich wünschen Sie sich nur eins, daß ihr Roman gedruckt wird."

Herr Klaus Fließen jauchzte vor Glück. Er könnte einen Freudenschrei ausstoßen und in die Luft springen. "Nichts lieber als das," sagte er mit Lächeln und war glücklich.
Geben Sie mir Ihr Manuskript, um es durchzulesen, denn ich muß beurteilen können, ob Sie Talent zum Romanautor besitzen. Sie haben Ihr erstes Werk sicher dabei, Sie möchten es sicherlich verbessern mit dem Kugelschreiber."
Herr Fließen war in Hochstimmung und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt vor Lebensfreude. Er holte sein Manuskript und reichte es dem Verleger. Diese begann zu lesen. Er konnte natürlich nur die ersten drei und die letzten drei Kapitel durchlesen, denn soviel Zeit war nicht vorhanden.
Der Lebensretter beobachtete den Herrn des Doblerverlages genau. Jedes Zucken seiner Backen und der Stirn des Verlegers beobachtete der mutige Mann.
Er musterte ihn scharf, und als Herr Dobler geendet hatte, war der Autor gespannt und seine Nerven waren aufs Äußerste erregt.

„Ausgezeichnet!  Erzählen Sie mir noch kurz, was in den übrigen Kapiteln steht!“  Der glückliche Mann erzählte kurz über die übrigen Kapitel und berichtete über die Mitte des Romans. Und so kam es, daß dieser Roman gedruckt wurde, und Herr Fließen wurde nach mehreren Bestsellern weltberühmt und recht reich. Er heiratete die älteste Tochter des Verlegers.
Aus der Ehe kam ein Sohn hervor, dieser wurde großgezogen und noch berühmter als sein Vater. Er heiratete die älteste Tochter von Herrn Dobler, welche Kunstmalerin war, und sie verdiente viel Geld damit.
Nun waren alle vereint zu einer großen Familie. Alle waren sehr reich und glücklich bis an ihr Lebensende.

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Gedichte von Gerhard Leibig: Schriftsteller


Undurchdringlich ist die Urwaldnacht
Das Mondlicht scheint in voller Pracht
Die Lianen beugen sich im Wind
Der Kongo fließt wie ein stilles Kind
Die Augen des Leoparden funkeln und blitzen
Die Sterne am Himmel glitzern
Ein Neger schleicht vom Zelt davon
Ein hoher Baum ragt wie ein Waldesdom

Im Sommer scheint die Sonn hernieder
Auch der Herbst kommt bald wieder
Wunderschön blüht der weiße Flieder
Die Sonne sendet und sticht wie flüssiges Gold

Sei nicht traurig liebes Kind
Die Mutter schaukelt deine Wiege im Wind
Leise streicht der Wind über die Gräser
Die Abendsonne leuchtet wie dunkle Sonnengläser

Leise rieselt der Schnee hernieder
Ein zarter Hauch bließ diesen in die Augenlieder
Die Engel im Himmel singen Weihnachtslieder
Das Jesuskind liegt in der Krippe
Es glitt ein Lächeln über seine Lippe
Die Gottesmutter ist so still
Weil sie ihr Kind stillen will
Der Schneesturm läßt die Erde beben
Der heilige Josef steht daneben
Froh will er die Weihnachtsnacht erleben

Die Engel und der Schnee sind weiß
Der Frost liegt summend auf dem Gleis
Die Schienen sind voll Eis
Sanft weht der Schneewind über die Schienen
In der Nähe ist den Leuten die heilige Maria erschienen

Die wilden Frühlingsstürme sind dem Winter gewichen
Über den kahlen Bäumen die Winde strichen
Das Sonnenlicht ist über den Wolken gefangen
Der Himmel ist grauverhangen
Bald ranken die ersten Schneeglöckchen
Die ewig nicht verwelken

Am Gehsteig steht nachts der Laternenpfahl
Hoch über der Erde wölbt sich der Sternenwall
Die Milchstraße ist weiß
Die Feuersglut so heiß
Das Mondlicht ist so hell
Die Sterne glitzern im Donauwell

Der Tod lauert in der Dunkelheit
De Löwe sperrt den Rachen auf
Unheimlich ist es in der Dschungelnacht
Der Elefant schreitet schnell im Lauf
Die Milchstraße hängt über dem Dschungel
Die Gorillas schleichen im Dunkel
Der Riesenaffe wurde nicht gewarnt
Nun ist er von der Schlange umgarnt

Des Mädchens Antlitz war wunderbar
Golden leuchtet ihr blondes Haar
Die holde Weiblichkeit war so schön
Vom grünen Wald die Winde wehn
Der blaue Himmel schimmert so hell
Die goldne Sonn, die leuchtet hell

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Stille
Stille – Schnee – und die Einsamkeit, sie tut so weh. Gestellt in einen brutalen Kampf ums Überleben. Wieviel Emotion ? Wieviel Kälte. Wieviel verlieren dabei ? Ihren Verstand, ihre Ideale ihr selbst ?
Wo in aller Welt bist Du Gott ? Wo ? In der Musik ? In der Liebe ? Manchmal spüre ich Dich. Doch oft fühl ich mich so allein, so leer.
(Julia Suma)

Für meine Tochter
Ich würde dich so gerne bewahren, vor Schmerz vor Leid, als du zu mir gekommen bist
In mein Leben getreten bist, da hab ich ein Gedicht geschrieben.
Du solltest für immer in meinem schwangeren Bauch sein.
Doch du bist ein eigeners Leben,
Ein eigenes Licht,
das Gott in die Welt gestellt hat.
(Julia Suma)

Am Frieden zu arbeiten, heißt, den Krieg aus uns selbst und aus den Herzen von Männern und Frauen auszumerzen. Selbst wenn wir alle Bomben auf den Mond befördern würden, wären die Wurzeln der Bomben immer noch da, nämlich in unseren Köpfen und Herzen, und früher oder später würden wir neue Bomben bauen.
(Lebendiger Buddha, Lebendiger Christus, herausgesucht v. Julia Schmid-Suma)

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Auszüge aus den Memoiren einer alten Schreibmaschine




Die alte Schreibmaschine, die – fast schon auf den Dachboden geräumt – dann aber doch - zwecks der Erinnerung - einen Ehrenplatz in der Ecke in einem dafür passenden Raum im Regal bekam – ja sie hat schon viele Geschichten und Briefe gehört und geschrieben.
Eine davon hat Sie mir erzählt. Der Vater hatte Sie für seinen schon erwachsenen Sohn aufgeschrieben, dem er früher diese Geschichte erzählt und ihn damit in den Bann dieser Erzählung geschlagen hatte.
Es war eine Geschichte von seinem Großvater aus Polen – falls es nicht wirklich der Großvater aus Polen war - wenn nicht wahr, so doch gut erfunden - was würde es für einen Unterschied machen ? Doch nun zur Geschichte, wie sie der Vater erzählt und auf der alten Schreibmaschine getippt hatte.

„Ich hatte einen Großvater in Polen, der ein recht begüterter Bauer war. Es hat sich so zugetragen, dass er in der nächstgrößeren Stadt einige Besorgungen hatte machen müssen. Dazu hatte er seinen Vierspänner anspannen lassen und hatte sich alleine auf den Weg gemacht. Auf dem Rückweg ereignete sich nun Folgendes.
Es war ein regengrauer Herbsttag und die Trübe schlug aufs Gemüt, wenn er auch von wirklichem Platzregen verschont geblieben war, als er aus der Ferne ein erst schwer einzuordnendes Geräusch vernahm. Als die Hengste weitertrabten wurde das Geräusch lauter. Es wurde immer unmissverständlicher – es war das Heulen eines Wolfs, das die weiche Geräuschkulisse des monotonen Nieselregens und des leicht wehenden Windes im Wald durchbrach. Doch was am Anfang noch wie ein Wolf geklungen hatte wurde immer deutlicher ein vielstimmiges Konzert von einem ganzen Wolfsrudel.
Doch was blieb meinem Großvater übrig, als unbeirrt seinen Weg weiter zu verfolgen, es würde schon bald zu dämmern beginnen und er musste nach Hause. Zudem war er sich immer unsicherer, von woher er eigentlich das Wolfsgeheul vernahm. Es war alles so schnell gegangen und das Geheul schien nun immer mehr von allen Seiten zu kommen, als er auch schon die ersten schwarzen Tierkörper aus der Ferne erblickte – nun gab es kein Zurück mehr.
Das Zugpferd bäumte sich auf, als der Wolfrudelführer sich in seinem Hals festzubeissen suchte. Mein Großvater sprang geistesgegenwärtig links vom Kutschbock und rannte so schnell er konnte zu einem nahestehenden Baum und erkletterte ihn in Sekundenschnelle. Die blutdurstige Wolfsmeute machte sich derweil an den Pferden zu schaffen und nach nicht allzulanger Zeit hatten sie hier ihre Arbeit getan. Dann kam ihnen in den Sinn, dass da doch vorher noch jemand auf der Kutsche war, ihre Blick streiften umher und machten schon schnell meinen Großvater auf dem Baum aus. Die Wölfe hatten an den vier Pferden noch nicht genug gehabt und mein Großvater ahnte, dass sie keine Gefangenen machen würden.
Also hielt er von seinem Baum aus Ausschau um nach einer Lösung zu suchen. Es schien alles recht trostlos zu sein – bis auf eine altes scheinbar leeres Fass war nicht viel zu sehen. Da kam ihm eine Idee, die ihm ein wenig Hoffnung machte.
Er griff in den Vesperbeutel, der an seinem Gürtel hing und griff sich die letzte Fleischkeule, die er sich glücklicherweise noch aufgespart hatte. Mit einem Schwung warf er sie soweit von sich, wie er konnte. Die Wölfe rochen den Braten und stürzten sich alle auf das Fleischstück. In Windeseile schwang sich mein Großvater vom Baum packte im Vorbeilaufen einen Stock und kroch in das Fass, das tatsächlich leer war. Als die Wölfe das Fleischstück verspeist hatten wandten sie sich wieder ihrem vorigen Opfer zu.
Sie schlichen um das leere Fass in dem sie den Großvater ausgemacht hatten. Dieser wehrte geschickt mit dem Stock die Wolfsschnauzen ab, die immer wieder an der offenen Faßseite aufkreuzten. In ungefähr fünfzig Metern Entfernung war der Fluss, der parallel zu dem Weg verlief, auf dem der Großvater mit der Kutsche gekommen war. Der Großvater wartete den günstigen Moment ab, in dem gerade vier Wölfe mit ihren Hinterteilen in der Nähe des Fasses waren. Geschickt ergriff er die vier Schwänze gleichzeitig, zog daran und stützte sich mit den Füssen so ab, dass er nicht aus dem Fass herausrutschte. Die Wölfe waren durch die Plötzlichkeit des Geschehens so aufgeschreckt, dass sie die Flucht ergriffen mit dem Großvater im Huckepack. Und sie liefen tatsächlich in Richtung Fluss. Als mein Großvater sah, dass sie nun an dem Uferhang angekommen waren ließ er die verdatterten Wölfe los und das Fass rollte vollends in den Fluß. Unter Wasser befreite er sich aus dem Gefängnis des Fasses und schwamm schnell an das andere Ufer und war froh nocheinmal davon gekommen zu sein.“ (jku)

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Sehnsucht nach Frieden


Angst in den Augen
der Hunger frisst sie auf
sie können nicht mehr glauben
und hoffen doch darauf
dass einmal noch die Sonne scheint
der Himmel nicht nur Bomben weint
der Frieden sie vereint.

Es ist die Sehnsucht, die Sehnsucht im Herz
die Sehnsucht nach Frieden
und gegen den Schmerz.
Die Frage nach Hoffnung
ob es sie irgendwo gibt
und ob noch jemand
die Kinder liebt.

Eis in den Herzen
die Furcht vor jedem Tag
niemand kennt ihre Schmerzen
was immer kommen mag
nur einmal noch die Sonne scheint
der Himmel nicht nur Bomben weint
der Frieden sie vereint.

Es ist die Sehnsucht, die Sehnsucht im Herz
die Sehnsucht nach Frieden
und gegen den Schmerz.
Die Frage nach Hoffnung
ob es sie irgendwo gibt
und ob noch jemand
die Kinder liebt.

Blick, gerichtet nach oben
da muss doch jemand sein
gib´ uns Leben und Zukunft
lass uns nicht für immer allein.

© by Anna – Maria Blanc

 

Clubhauszeitung Rendezvous GAP, Ausgabe 03/2005

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Manchmal......


Manchmal denk´ ich noch an dich –
nicht mehr so viel
nicht mehr so oft.

Manchmal glaub´ ich dich zu spür´n –
nicht mehr so nah
nicht mehr so ganz.

Manchmal tut´s noch furchtbar weh –
nur manchmal noch
wenn ich meine Träume seh.

Manchmal geht´s mir schon ganz gut –
hab´ neue Kraft
fass neuen Mut.

Manchmal fängt ein neues Leben an –
ganz zart noch
aber doch – irgendwann.

© by Anna – Maria Blanc

 

Clubhauszeitung Rendezvous GAP, Ausgabe 03/2005

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Auf der Suche nach mir


Auf der Suche nach mir selbst
entdeck´ ich so manches Mal einen seltsamen Gedanken.

Auf der Suche nach mehr davon
verlier´ ich oft die Orientierung.

Auf der Suche nach der Suche
werd´ ich mich eines Tages wiederfinden.

© Wolfgang Ilg

 

Ich geh – in kleinen Schritten
meinen Weg nach vorn

ganz zaghaft – in die Zukunft blicken
nicht mehr zurück im Zorn!

© by Anna – Maria Blanc

 

Clubhauszeitung Rendezvous GAP, Ausgabe 03/2005

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Der Mond


Der Mond sprach zur Sonne: „Ich liebe Dich!
Ach Sonne liebst du mich denn auch?
Sag ja; komm her und küsse mich,
so ist es bei den Menschen ja auch“.
Die Sonne hat aber Angst vor ihm,
Sie lief ihm davon und das ärgerte ihn,
Und das schon seit Tausenden von Jahren!

 

 

Der Glaube

Manchmal ist es für immer
manchmal ist es nichts
manchmal sterben Träume
manchmal erfüll´n sie sich –

bestimmt – im nächsten Leben
daran glaube ich!

© by Anna – Maria Blanc

Clubhauszeitung Rendezvous GAP, Ausgabe 03/2005

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Jenseitsvorstellungen


 


Wie jeder weiss, haben die Menschen unterschiedliche Vorstellungen, wie das Jenseits aussehen könnte.
Wenn man nach einem Bibelzitat geht, hat Jesus zu einem verurteilten Mann gesagt, der mit ihm am Kreuze hing: „Noch heute wirst du mit mir im Paradiese sein“. Wenn der Mensch die irdische Welt verlässt (was der Lauf der Dinge ist, und zum Leben gehört). Die Frage ist allerdings immer wie man sie verlässt. Ich persönlich habe schon von vielen Menschen gehört, dass sie Angst haben zu sterben, weil sie nicht wissen, was sie nach dem Tod erwartet. Andere wiederum sagen, sie haben eher Angst unter Schmerzen zu sterben, was ehrlich gesagt auch mir etwas Angst macht.

Was passiert nach dem Tod, und was ist unter dem Paradies zu verstehen? Es gibt viele Vorstellungen vom Paradies. Es kann sein, dass das Paradies an der Seite Gottes ist, will heissen, dass dein Seelendasein als Diener Gottes bestimmt ist.
Oder du stellst dir eine Jenseitswelt vor, wo du deinen eigenen Bereich hast, wo Tiere sind, die eigentlich gefährlich sind und dich normalerweise fressen würden, wie Löwen, Tiger usw.
Und alles um Dich herum ist grün von Bäumen und Wiesen. Und es gibt viele Blumen, und du hörst viele Vögel zwitschern. Wie man sich eben eine friedliche Welt vorstellt. Vor allem ohne Kriege, Hungersnot, Armut und Krankheiten, all das was du auf der Irdischen Seite erlebt hast.

 


 

Oder nehmen wir mal an, das Jenseits könnte so bestimmt sein, dass du als Schutzengel auf die Erde zurückgeschickt wirst, von Gott persönlich. Eine andere Frage ist, was wäre wenn wir gar nicht ins Jenseits kommen, sondern wiedergeboren werden, vielleicht als Mensch, oder als Tier?

Es gibt in verschiedenen Kulturen sehr unterschiedliche Vorstellungen, was nach dem Eintritt des Todes passiert. Es gibt die Wiedergeburtslehre, und diverse andere Vorstellungen. Da haben wir die der Indianer, früher die Inkas, die der Muslime und der Menschen aus dem asiatischen Raum die Buddha anbeten und an die Reinkarnation glauben.

Diesen Artikel schreibe ich nicht, um dir Angst zu machen, sondern ich denke du solltest dir ab einem bestimmten Alter dir Gedanken darüber machen, zumindest mal für eine Stunde: in sagen wir mal 30 Jahren. Viele Menschen wissen, dass es eines Tages soweit ist, da sie sonst kein Testament schreiben würden.

Kannst du dir vorstellen mal vor Gott zu stehen, sofern es ihn gibt?
Ich schon.
(Ich denke ich hätte viele Fragen, die ich ihm stellen würde, wenn ich vor dem jüngsten Gericht stehe. Gott hat vermutlich das Jenseits genauso erschaffen wie das Paradies, das damals Adam und Eva bewohnten. Das Jenseits liegt im irdischen Leben so weit von unserer Vorstellung entfernt, da die Erde alles andere als ein Paradies ist. (Siehe das Leiden der Menschheit.) Ich denke mal, dass Jenseits als Paradies wie es in der Bibel dargestellt wird, so etwas wie eine Belohnung ist, wenn man auf der Erde ein leidvolles Leben geführt hat. (dazu sollte ich erwähnen, dass ich es aus der katholischen Glaubenslehre nehme).

 


Beweisen lässt sich das erst im Jenseits, was aber im irdischen Leben nicht hilft. Daher besteht die Angst vor dem Tod.

Um so mehr gilt: lebt so gut ihr könnt, und ihr werdet dafür belohnt werden.
Egal wie ihr euch das Jenseits vorstellt. 

           
Sascha Hierl

 

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Rauhnächte von Sigrid Früh



Die Rauhnächte oder Zwölften, wie die Zeit vor Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6.Januar auch genannt werden, ist eine Zeit der Geister und Seelen. Vielfältiges Brauchtum, Orakel, Magie und Aberglaube ranken sich um diese Tage und Nächte.
Durch die Lüfte braust die wilde Jagd, geführt vom Wilden Jäger, dem Wode, und dringt in die Häuser, wenn Türen und Fenster nicht gut verschlossen sind. Versunkene Schlösser und Schätze steigen empor, Zwerge kommen zu Besuch und müssen bewirtet werden. Fremden Tieren ist in dieser Zeit nicht zu trauen, weil die Hexen in dieser Zeit ihre Gestalt annehmen.
Die Zeit dieser Sonnwende, des Wechsels, hat die Menschheit schon immer beeindruckt und beschäftigt. Bereits in vorchristlicher Zeit nutzten christliche Missionare sie für ihr Tun. Sie feierten die Geburt Christi (der historische Jesus von Nazareth kam nicht am 24.12. zur Welt) als die auf die Erde gekommene Sonne.
Diese Zeit des Wechsels war und ist eine Zeit des Kampfes von Licht gegen Finsternis, von Gut gegen Böse.
Und in Märchen und Sagen ist die Erlösung der verwunschenen Prinzessin oder das Ende der langen Suche oft nur in einer dieser besonderen Nächte möglich.


Martin Kurt.

 

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Das Land der Hinkenden


 

Vor Zeiten
gab´s ein Land,
worin man keinen Menschen fand,
der nicht gestottert,
wenn er red´te,
nicht,
wenn er ging,
gehinket hätte;
denn beide hielt man für galant.

Ein Fremder sah den Übelstand.
„Hier“,
dacht er,
„wird man dich im Geh´n
bewundern müssen.“
Und ging einher
mit steifen Füßen.
Er ging,
ein jeder sah ihn an
und alle lachten, die ihn sah´n.
Und jeder
blieb vor Lachen stehen
und schrie:
„Lehrt doch den Fremden gehen!“

Der Fremde
hielt´s für seine Pflicht,
den Vorwurf von sich abzulehnen.
„Ihr“, rief er, „hinkt,
ich aber nicht.
Den Gang
müsst ihr euch abgewöhnen!“

Das Lärmen
wird noch mehr vermehrt,
da man
den Fremden sprechen hört.
Er stammelt nicht,
genug zur Schande,
man spottet sein
im ganzen Lande.

(Christian Fürchtegott Gellert)
ausgewählt von Martin Kurt

 

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Martin Luther – eine Kurzbiographie



 

 

 

Der Charakter von Luthers Schriften und Reden sowie das Verhältnis des Reformators zu seiner Umwelt unterlagen während seiner Lebenszeit starken Veränderungen. Luthers Leben lässt sich grob in vier große Abschnitte unterteilen:

Der erste Lebensabschnitt, der Luthers Kindheit, seine Universitätszeit und seine Zeit als Augustinermönch umfasst, ist vor allem durch die Suche nach religiöser Erkenntnis gekennzeichnet. Luther wird später Universitätsprofessor in Wittenberg.

In zweiten Lebensabschnitt gelangt  er endlich zur entscheidenden Erkenntnis und sieht, dass in der Welt und in der Kirche viele Fehler entstanden sind. Er begehrt gegen die Mißstände in der Kirche auf und löst dabei heftige Reaktionen aus.

Daraufhin muss sich Luther in seinem dritten Lebensabschnitt auf Weisung seines Kurfürsten auf der Wartburg verstecken, die Bewegung der Reformation hat aber schon einige der Mächtigen des Landes erfasst und ist nicht mehr aufzuhalten. Luther kann nach Wittenberg zurück kehren, um seine Widersacher zu bekämpfen und seine Ideen praktisch umzusetzen.

Im vierten Lebensabschnitt ist der Reformator trotz seines Alters nicht weniger tatkräftig, jedoch zeigen sich nun auch Resignation sowie in den Schriften und Worten seine Neigung zum Jähzorn.

 

1. Lebensabschnitt

1483: geboren am 10.November in Eisleben

1484: Eltern Hans und Margaretha Luther ziehen nach Mansfeld, wo Hans in einer Kupfermine arbeitet

1492: Martin geht in Mansfeld zur Schule

1498: geht in Eisenach zur Schule

1501: beginnt an der Universität Erfurt mit dem Studium der Theologie

1505: Erhält den Magistertitel in Erfurt, beginnt mit dem Jura-Studium; gelobt im schweren Unwetter vom 2.Juli Mönch zu werden und tritt dem Augustinerorden bei

1507:Priesterweihe und Feier der ersten Messe

1509: erhält die Bibelprofessur

1510: besucht Rom

1511: übersiedelt ins Augustiner-Kloster Wittenberg

1512: wird Doktor der Theologie

1513: hält Vorlesungen über die Psalmen

1515: liest über die Römerbriefe, wird Bezirksvikar und damit für zehn Klöster zuständig

 

2. Lebensabschnitt

1516: liest über die Galater- und die Hebräerbriefe

1517: „Thesenanschlag“ am 31.Oktober gegen den Ablasshandel, legt dem Brief an seine Vorgesetzten 95 Thesen bei

1518: verteidigt bei einem Treffen der Augustiner in Heidelberg seine Glaubenslehre; tritt im Oktober vor Kardinal Cayetan in Augsburg auf, weigert sich aber auch diesem päpstlichen Legaten gegenüber seine Thesen zu widerrufen; im Dezember bewahrt Friedrich der Weise (Fürst v. Sachsen) Luther vor einer Auslieferung nach Rom

1519: akzeptiert „Gottes Rechtschaffenheit“ als passive Rechtschaffenheit, mit Hilfe welcher Gott uns durch den Glauben rechtfertigt; diskutiert im Juli mit Professor Eck in Leipzig und leugnet die oberste Behörde der Päpste und Konzile

1520: eine Bannandrohungs-Bulle (exurge domine) lässt Luther 60 Tage Zeit, um seine Lehren zu widerrufen oder andernfalls exkommuniziert zu werden

 

3. Lebensabschnitt

1521: Luther wird durch die päpstliche Bulle „Decret Romanum Pontificem“ (päpstlicher Erlass) exkommuniziert; auf dem Reichstag zu Worms im April weigert er sich seine Schriften zu widerrufen, worauf ihn ein Edikt im Mai als Ketzer und Geächteten verurteilt. Kurfürst Friedrich der Weise lässt ihn auf die Wartburg bringen, wo er das neue Testament übersetzt

1522: im März kehrt Luther aus der Verbannung nach Wittenberg zurück

1523: schreibt von der weltlichen Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig ist

1524: diskutiert mit Karlstadt (Theologie-Professor in Wittenberg) über die Anwesenheit Christi beim letzten Abendmahl; Luthers früherer Vorgesetzter Staublitz stirbt

1525: schreibt „Wider die himmlischen Propheten“; kritisiert mit „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“ den Bauernkrieg; schreibt „Vom unfreiwilligen Willen“ (gegen den Humanisten Erasmus von Rotterdam gerichtet); heiratet Katherina von Bora

1526: schreibt „Deutsche Messe“; Sohn Hans geboren

1527: Krankheiten und starke Depressionen; schreibt „Eine feste Burg“; schreibt gegen Zwinglis Ansichten über das letzte Abendmahl; Tochter Elisabeth geboren

1528: schreibt „Vom großen Abendmahl“; Tochter Elisabeth stirbt

1529: Gespräche mit Zwingli in Marburg ohne Übereinkunft hinsichtlich des letzten Abendmahls, publiziert „Großer Katechismus“ und „Kleiner Katechismus“; Tochter Magdalena geboren

1530: Vater Hans stirbt; wegen des Banns kann Luther den Reichstag zu Augsburg nicht besuchen, welcher zur Beseitigung unterschiedlicher religiöser Anschauungen abgehalten wird; Philipp Melanchthon vertritt dort die Sache der Reformation

1531: doziert über die Galater; Sohn Martin geboren; Mutter Margaretha stirbt

1532: schreibt „Von den Schleichern und Winkelpredigern“; erwirbt das Lutherhaus durch Schenkung der Kurfürsten

1533: Sohn Paul geboren

1534: erste Gesamtausgabe der Bibel-Übersetzung erscheint (Biblia, die ganze Heilige Schrift in Deutsch); Tochter Margaret geboren

1536: stimmt dem Wittenberg-Übereinkommen bezüglich des letzten Abendmahls zu, um Unstimmigkeiten mit anderen Reformern zu beseitigen, aber die Zwinglianer akzeptieren das nicht

1537: verfasst die „Schmalkaldischen Artikel“ als seinen theologischen letzten Willen und Testament

 

4. Lebensabschnitt

1538: schreibt in „Wider die Sabbather“ gegen die Juden

1539: schreibt „Vom Konzil und der Kirche“

1541: schreibt „Vermahnung zum Gebet wider die Türken“

1542: setzt sein Testament auf; Tochter Magdalena stirbt

1543: schreibt „Von den Juden und ihren Lügen“

1544: schreibt gegen Schwenkfelds Interpretation des letzten Abendmahls

1545: schreibt „Wider das Papsttum in Rom, vom Teufel gestiftet“

1546: stirbt am 18.Februar in Eisleben 63-jährig

1552: Gattin Katherina von Bora stirbt

 

aus www.luther.de - ausgewählt und zusammengestellt von Martin Kurt

 

Was in Augsburg geschah
öffnete das Tor zur
Religionsfreiheit und
veränderte die Welt.

 

Martin Luther lebte, predigte
und lehrte Gottes Wort.

 

Er und Katherina von Bora
waren glücklich verheiratet
und hatten sechs Kinder.

 

Seine Bibelübersetzung
legte den Grundstein
für eine gemeinsame
deutsche Sprache.

 

Heute feiern über 540 Millionen
Menschen den Gottesdienst so, wie
Luther ihm Gestalt verlieh.

 

Martin Kurt

 

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Wolfgang Amadeus Mozart



 

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart wurde 1756 in Salzburg geboren, wo sein Vater als Hofmusiker des Fürsterzbischofs arbeitete. Von den sieben Kindern der Familie Mozart erreichten nur Wolfgang Amadeus und seine vier Jahre ältere Schwester Maria Anna, „Nannerl“ genannt, das Erwachsenenalter. Beide zeigten früh eine große musikalische Begabung, Wolfgang in noch erstaunlicherem Maß als Maria.

 

Die Wunderkindjahre

Mozarts Vater Leopold, selbst Komponist und Verfasser einer Violinschule, nahm die Erziehung seiner Kinder in die Hand. Schon bald war Wolfgang seinen Altersgenossen weit voraus – vor allem war seine Liebe zur Musik schier grenzenlos. Cembalo spielte er schon mit drei Jahren, Geige mit vier, und erste Stücke komponierte er mit fünf. Ein Musikerkollege seines Vaters, Andreas Schachtner, zeigte sich beim gemeinsamen Musizieren derart begeistert vom Talent des Kindes, dass er den Bogen sinken ließ und dem Spiel des Fünfjährigen schwärmerisch zuhörte. Im Alter von sechs Jahren ging Wolfgang mit Vater und Schwester auf eine Tournee; die Kinder spielten Duette und führten Kunststücke wie das Klavierspiel mit verdeckten Händen vor. Bald eilte der Familie großer Ruhm voraus. Einige Jahre reisten Amadeus und seine Schwester so als Wunderkinder durch Europa.

 

Erste Liebe

Auf einer Reise nach Paris lernte Wolfgang in Mannheim die 16-jährige Sängerin Aloysia kennen und verliebte sich in sie. Eine längere Beziehung ergab sich aber nicht, da ihm sein Vater die Weiterreise befahl. In Paris spielte er in den Salons der Adligen. Seine Mutter, deren Gesundheit bereits angegriffen war, wurde durch ein Fieber ans Bett gefesselt, während ihr Sohn versuchte, Kontakte zu reichen Förderern zu knüpfen. Ihr Zustand verschlimmerte sich so sehr, dass sie starb, ihren Sohn verzweifelt zurück lassend.

 

Heirat und Alter

Mozart kehrte nach Salzburg zurück, wo er als Konzertmeister und Hoforganist im Dienst des Erzbischofs Colloredo stand – dabei hatte Mozart keinen anderen Status als andere Hausangestellte. Dem von ihm als entwürdigend empfundenen Dienst entfloh er für kurze Zeit nach München, wo er für die dortige Oper den „Komenco“ schrieb und aufführte. Zum endgültigen Bruch in Wien kam es 1781, als ein heftiger Streit mit dem Erzbischof zu Mozarts Entlassung führte. Mozart ließ sich nun in Wien als freier Künstler nieder. Er lernte Aloysias Schwester Constanze kennen und heiratete sie 1782. Mozart wurde berühmt und hatte zeitweise viele Aufträge, die ihm Geld einbrachten. Doch sein aufwändiger Lebensstil und wechselnde Publikumsgunst führten dazu, dass er stets in finanziellen Nöten blieb. Er schuf Konzerte, Opern, Kammermusik und Messen, wie z.B. sein letztes Werk, das „Requiem“.

Wendepunkt

Als freier Künstler war Mozart 1781/82 in Wien für die ansässigen Komponisten ein Rivale beim Ringen um die Gunst reicher Musikliebhaber. Viele Legenden ranken sich um das Verhältnis Mozarts zu Antonio Salieri, der damals Kapellmeister der italienischen Oper in Wien war.

 

Eine Intrige am Hof

Da sein freies Einkommen stark schwankte, suchte Mozart nach einer Anstellung bei Hofe, die ihm einen sicheren finanziellen Rückhalt geboten hätte. Seine Hoffnungen stiegen durch den großen Erfolg des deutschsprachigen Singspiels „Die Entführung aus dem Serail“, das auch bei Kaiser Joseph II. großen Anklang gefunden hatte. Doch eine größere Fraktion am Hof um Salieri setzte sich mit Erfolg für die Vorherrschaft der italienischen Oper ein und verhinderte so, dass Mozart Kapellmeister werden konnte.

 

Neid auf das Genie

Salieri war ein erfolgreicher Komponist, doch dem Vergleich mit Mozarts Werken hielt seine Musik nicht stand. Das mag er auch selbst gespürt haben, wie eine Szene in dem Film „Amadeus“ suggeriert, in der Salieri beim Anhören der „Gran Partita“ Mozarts überragendes Genie deutlich wird. Ob wirklich eine Feindschaft zwischen beiden vorlag, ist nicht bewiesen. Das Gerücht, Salieri habe Mozart vergiftet, ist ganz sicher falsch. Mozart starb am 5.Dezember 1791 im Alter von 35 Jahren. (DR)

 

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Tierversuche ... für was?


 

 

 

Es ist echt das Letzte, wenn Leute Tiere einfangen und quälen. Wenn man das mit uns Menschen machen würde, könnten wir uns noch wehren. Aber die Tiere, die in viel zu engen Käfigen leben und fast kein Futter haben, können das bestimmt nicht. Für einen Chinchillamantel braucht man mindestens 150 von diesen kleinen Tieren. Und für Medikamente und Kosmetika werden Tiere gequält: Sie werden in Maschinen eingespannt und mit Medikamenten vollgestopft,  es werden ihnen Fellteile abrasiert und chemische Lösungen darauf geschmiert, bis sie irgendeine Reaktion zeigen. Sie werden so lange gequält, bis sie endlich tot sind. Sie werden dann einfach auf den Müll geworfen. Manche werden auch schon zu den toten Tieren geworfen, wenn sie noch leben. Man kann dann nur hoffen, dass sie schnell sterben, so dass sie nicht noch mehr leiden müssen. (DR aus Nemo 01/2005)

 

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Auf den Hund gekommen


 

 

 

Sicher mögen viele von Euch gerne Hunde. Nein, nicht zum Essen. Nein, das nicht. Ich meine zum Streicheln, als Haustier oder vom Aussehen her. Etwa besonders diese englischen Hunde? Oder gar diese englischen Jagdhunde? Sehen sie nicht gut aus? Sind sie nicht schön? Und nicht zu vergessen, ihre Schnelligkeit und ihre Spürnase – einfach hervorragend!

Aber sehen wir uns einmal die Kehrseite der Geschichte an. Was das ist?

 Die Jagdausbildung in England:

 Die Hunde werden schon ab dem Welpenalter langsam und spielerisch „ausgebildet“. Noch ist es ein Spiel…

Als erstes werden ihnen die Schwänze zu Stummeln abgeschnitten, was bei uns in Deutschland verboten ist. Dann wird der Hund zu strengstem Gehorchen  erzogen. Dann werden viele Stunden Lauf- und Krafttraining absolviert. Als nächste Stufe kommt bald das Jagen, Aufspüren und Apportieren anderer lebender Tiere. Beim Apportieren jedoch sind diese Tiere schon (fast) alle tot. Warum, das will ich gleich klären:

Meist fängt die richtige Jagdausbildung im Wasser, also mit Enten an. In diesem Fall ist der Hund im Vorteil. „ Das gibt es ja gar nicht, die Ente kann wegfliegen“, denkt ihr. Fehlanzeige!

Daran hat man schon gedacht. Man reißt ihr einfach die Flugfedern aus. Und nicht nur das! Damit die Ente nicht zu schnell davonpaddelt, reißt man ihr auch die Schwimmfedern aus.

Das Ergebnis: sie ist eine leichte Beute für den Hund, da sich das Federkleid mit Wasser voll saugt.

Ist die Ente doch zu schnell, wird sie kurzerhand vom Hundebesitzer erschossen. Oft schießen hauptamtliche Jäger, da es sich hier um eine Massenveranstaltung handelt. Auf jeden Fall apportiert dann der Hund die Ente aus dem Wasser und bringt sie ganz stolz dem Besitzer.

Ist die Ausbildung nun endlich beendet, geht es erst richtig los mit dieser Mörderei. Die meisten Hunde werden zu Wettbewerben geschickt. Zwei Hunde laufen in einem abgesperrten Feld einem Hasen nach. Der Hund, der den Hasen als erstes erwischt, hat gewonnen. Da der Hase ein Kurzstreckenläufer ist, hat er gar keine Chance zu überleben. Es bleibt ja nicht dabei, dass der Siegerhund den Hasen apportieren und zum Herrchen bringen will, nein, das will der andere Hund auch und so verbeißen sie sich zu zweit in den Hasen, der so bei lebendigem Leibe in der Luft zerrissen wird. Welch ein Schauspiel! Welch ein Spektakel! Hunderte von wettbegeisterten Zuschauern finden das lustig und faszinierend.

Ich kann nur sagen armes Europa, da es für mich schier unbegreiflich ist, dass das in einem EU-Land geschieht und zugelassen wird. (DR aus Nemo 01/2005)

 

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Die Zigarette


 

 

 

Er hieß Anton, sie hieß Camel. Sie kam aus dem Land der Beduinen. Er war meilenweit für sie gegangen. Sie glühte vor Sehnsucht zu ihm. Trotz ihrer südlichen Heimat hatte sie eine sehr helle Hautfarbe. Sie hatte den Duft der weiten Welt. Er hatte sie unter Freunden am Waldrand kennengelernt. Seit diesen Tagen war er vernarrt in sie. Sie kam aus einer sehr kinderreichen Familie. Sie hatte 17 Schwestern. Von ihnen sah eine aus wie die andere. Er berührte sie oft mit seinen Lippen. Leider zerfiel sie bald zu Asche, weil er sie so heiss liebte. (DR aus Nemo 01/2005)

 

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Mein Haustiertipp: Meerschweinchen


 

 

Meerschweinchen sind possierliche kleine Tierchen. Es macht sehr viel Spass sie sich zu halten. Ursprünglich sind Meerschweinchen in Südamerika beheimatet. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Rassen. Zulegen sollte man sie sich, wenn sie ein paar Wochen alt sind (als Jungtiere). Meerschweinchen müssen mindestens zu zweit gehalten werden, da sie gesellige Tiere sind und immer Ansprache brauchen. Mit etwas Geduld werden sie sehr schnell handzahm.

Grundsätzlich werden die Männchen größer als die Weibchen. Die Mindest-Lebenserwartung liegt bei 4 Jahren; es sind aber auch Fälle bekannt, in denen Meerschweinchen zehn Jahre geworden sind. Bei der Haltung ist es wichtig, auf Hygiene zu achten, d. h. der Käfig sollte  öfters sauber gemacht und desinfiziert werden .

Es wird empfohlen, entweder zwei Männchen oder zwei Weibchen zu halten. Ich persönlich habe zwei Weibchen (Rasse: English Crested), mit denen ich sehr viel Spass habe. Meerschweinchen sind auch für Kinder ideal als Haustiere geeignet.

Am besten sollte man sich Meerschweinchen direkt beim Züchter kaufen. Adressen dazu gibt es im Internet. Wer sich Haustiere anschaffen möchte, die völlig problemlos zu halten sind (und auch keinen extrem großen Käfig benötigen, wenn sie zu zweit sind), dem kann ich Meerschweinchen auf jeden Fall empfehlen ! 

Michael Grimme

 

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Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen


Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen,

gib mir den Mut zum ersten Schritt.

Lass mich auf deine Brücken trauen

Und wenn ich gehe, geh du mit.

 

Ich möchte gerne Brücken bauen,

wo alle tiefe Gräben sehn.

Ich möchte über Zäune schauen

Und über hohe Mauern gehen.

 

Ich möchte gerne Hände reichen,

wo jemand harte Fäuste ballt.

Ich suche unablässig Zeichen

Des Friedens zwischen Jung und Alt.

 

Ich möchte nicht zum Mond gelangen,

jedoch zu meines Feindes Tür.

Ich möchte keinen Streit anfangen.

Ob Friede wird, liegt auch an mir.

 

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen,

gib mir den Mut zum ersten Schritt.

Lass mich auf  deine Brücken trauen

Und wenn ich gehe, geh du mit.

Kurt Rommel

  

Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 17/2005

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Geburtstagstanzl


Hans

Auf´m Radl kommt der Hans daher.

Fußball mag er gar so sehr.

Weilheim ist sein richtiges zu Haus

Vielleicht kommt er wieder

dann muß er nicht mehr so weit raus.

 

Brigitte

Brigitte treu in die Oase kommt,

Sie uns mit Ihrer Weisheit bei Allem belohnt.

Ob Englisch, Kühlschrank putzen oder kochen,

auf Brigitte können wir immer hoffen.

 

Franz D.

Franz schaut meistens am Freitag rein,

für´s Einkaufen läßt er sogar das Kegeln sein.

Er Rosen sehr gerne hat.

Er beschenkt damit Leni,

der es eine Freude macht.

 

Claudia

Claudia kann das Filzen sehr gut,

auch wenn Sie nicht viel reden tut.

Aber lachen tut Sie mit uns gern,

Ihre Augen leuchten dann wie ein Stern.

 

Michael

Der Michael komponiert viel schöne Musik,

das macht er am Computer mit viel Geschick.

Das erfreut uns alle sehr,

hoffentlich komponiert er noch viel mehr.

 

Balbina

Balbina ein selten gesehener Gast,

macht ab und zu in der Oase Rast.

Sie ist sozial recht engagiert

Und auch den Termin zum Sommerfest

Sie sich immer fest notiert.

 

Elisabeth O:

Sie kümmert sich immer noch fleißig um unseren Garten,

braucht man Sie da, läßt Sie uns nicht warten

Montags bei Yoga ist Sie immer dabei,

diesen Termin hält sie sich frei.

 

Stefan J.

Der Stefan mag uns gar so sehr,

drum zieht er wieder nach Weilheim her.

Eine zeitlang war er mit seinem Fuß im Krankenhaus,

nun ist er Gott sei Dank wieder zuhaus.

 

Franz N:

Der Franz schaut nur noch selten rein,

was kann denn der Grund dafür sein?

Er werkelt fleißig bei sich daheim

Und richtet sich und Britta ein Nest ein.

 

Gisela C.

Seit kurzem arbeitet Gisela in der Oase mit,

beim Drucken ist sie ein echter Hit.

Im Winter will sie Plätzchen backen,

da gibt`s dann gute süße Sachen.

 

Susa

Die Susa macht durch Irland einen tollen Trip,

Nordic Walking und schwimmen hält sie fit.

Sie hat auch wieder 2 liebe Katzen

und muss sich gar nicht mehr deswegen kratzen

 

Martin

Das Handy klingelt, wer geht ran,

der Martin unser Allround Mann

In Haus und Garten werkelt er mit viel Fleiß,

wir staunen wieviel der Martin doch weiss.

 

Susanne

Die Susanne trinkt sehr gerne Tee

ist er nicht da, Oh weh oh weh.

Stefan ist ihr größter Schatz,

er bald nach Weilheim kommt ratz fatz.

 

Stefan W.

Stefan ist jetzt in der WG,

hoffentlich findet er es da schee.

Computer, Sport und andere Sachen

will er dort mit den Leuten machen.

Christina freut sich bestimmt sehr,

ihr Stefan ist wieder da, was will sie mehr.

 

Angelika D.

Angelika ist eine starke Persönlichkeit

und ist für jeden Scherz bereit.

Sie hört jedem sehr gerne zu

und sagt nie, lass mich in Ruh.

Im Cafeteriateam gehört sie zum festen Stamm

und das schon jahrelang.

 

Angelika G.

Angelika, unsere Kegelmeisterin.

Alle Neune kriegt sie öfters hin.

Beim Sommerfest war sie die Ausdenkfrau,

damit sich alle wohl fühlen im Lande weiß blau

 

Nihal

Nihal die Apothekenfrau,

ist in Schönheitstips ganz schlau,

ihre Augenfarbe ändert sie von dunkel nach hell,

die Männerwelt reagiert darauf recht schnell.

 

Anna R.

Anna Reimchen hat einen neuen Wohnsitz

in der Ulmenstraße , das ist kein Witz,

die Anna hat viele schöne Kleider,

Dirndl, Hosenanzüge, Blusen, Röcke und so weiter

 

Ermi

„Oma rutsch mal!“ ruft der Adrian.

Schon schwingt sie sich von der Rutschbahn.

Auch sonst ist Ermi noch ganz fit, sogar den Flug in die Türkei machte sie mit.

 

Gemeinschaftsarbeit, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 17/2005

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Abschied von Steffi


Auch wenn man es nicht glauben mag,

heute ist mein letzter Tag.

Zum Ende will ich Euch was dichten

Und erzählen manch Geschichten.

In der Oase wimmelt es von Guten,

Hexen und auch Teufelchen mit Ruten.

So beginnt montags auch die Woche nun,

es gibt so einiges zu tun.

Für die Einkäufer ein kleiner Tipp,

nehmt Euch mit einen Wagenchip.

Zum Thema Kochen – für die Neuen

Darüber werden sich die Oasler freuen.

Die Leute mögen es gerne scharf,

mit Chili würzen nach Bedarf.

Ein eher notwendiges - und das gilt nicht nur für Frauen,

ist die Donnerstags – Putzaktion,

doch mit vielen Händen flutscht das schon.

Ein Highlight ist das Training mit den Kegeln,

auf daß alle Neune über den Boden segeln!

Neues gelernt und auch mal gelacht,

Mensch, hat es mir hier Spaß gemacht!

Nun nehmt es mir aber nicht krumm,

denn meine Zeit hier ist jetzt um.

Trotzdem möchte ich Euch was schenken,

sollt Ihr doch immer gut über mich denken.

Ihr lieben Leute, Ihr glaubt es kaum,

es ist hier dieser kunterbunte Oasenbaum!

 

Steffi, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 17/2005

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Apotheke


Willst am Abend ruhig dich betten,

nimm zwei von den Violetten.

Hast Du Kummer mit der Niere,

dann nimm von den Orangen viere.

Bei Kopfschmerz von den Braunen zwei,

und das Leid ist schnell vorbei.

Für aufgeblähte Zwecke, hol die Gelben aus der Ecke.

Das Rumoren im Darm geht schnell vorbei,

und Du fühlst Dich wieder frei.

 

Willst Du Liebe noch nicht missen,

leg die Roten unters Kissen.

und noch etwas ist ganz wichtig,

pflege Deine Muskeln richtig,

dazu löse diese Pillen auf und trinke diesen Klaren drauf.

 

Dann kannst Du granteln, hüpfen, traben,

und am Leben Freude haben.

 

Verliere also nicht den Mut,

und pflege dieses Bäumchen gut.

 

Dann hast Du auch beim Älterwerden,

keine Sorgen und Beschwerden.

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Frau Dr.Marianne D.

Marianne, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 16/2004

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Nikolausfeier 2003


Das Layout hat Stefan neu aufgepeppt,

da merkt man gleich, dass mehr in der Zeitung steckt.

Nach Maren hat Sonja die Zeitung nun übernommen,

und hat damit sehr viel Arbeit bekommen.

Salat, Gewürze und vieles mehr,

gibt im Sommer der Garten her.

Liliane und Fr. Otter haben den Garten im Visier,

damit was Grünes zu Essen bekommt ihr.

Den ganzen Müll den ihr tut produzieren,

stellt Jörn immer fix vor die Türen.

Damit auch die Wäsche ist immer frisch und rein,

schaltet die Ursl die Waschmaschine ein,

Damit die Oase ist gut informiert,

hat man die Leni für den Außendienst engagiert.

Sie schreibt Briefe und Karten,

auf viele Arten,

da die die nicht da sind auf Zuspruch warten.

Christina, Susanne, Anna und Leni sehr,

sind beim Arbeiten bei I & S schwer.

Doch schaun sie immer wieder in die Oase rein,

das finde ich sehr fein.

Auch in Polling tun einige von euch schuften,

Franz und Anna,

und die freun sich wenn sie am Freitag können verduften,

und in die Oase schauen rein,

sich dabei aufs Wochenende freun.

Hr. Zankl tourt durch das Land,

er ist euch als Radfahrer bekannt.

Bert und Sylvia waren fleißig beim Umbau tätig,

Balbina zückt bei Korrekturen den Rotstift stetig.

Petra wischt die Cafeteria am Montag aus,

die Nihal schaut meist dienstags ins Haus.

Marianne gab euch die richtige Rezeptur aus ihren Pillendosen,

Christas Geburtstagskarten sind meist

geschmückt mit Blumen und Rosen.

Franz und Susa sind am Computer sehr fit,

deshalb arbeiten sie im Telezentrum mit.

Rollerbladen macht der Hedi viel Spaß,

der Alex gibt bei seinem Praktikum Gas,

der Wilfried ist bei Selbsthilfegruppen ein As.

Michael, Britta und Franz sind noch zu nennen,

damit lernt man alle aus der Oase kennen.

Hier komm ich nun aus einem fernen Land

und hörte, dass die Oase ist für

Ihre Leute bekannt.

Es gibt über jeden was zu erzählen, deshalb werd ich ein Gedicht

wählen:

Als erstes wäre da einmal die Cafeteria zu nennen,

dort lernt ihr am Ausschank Angelika,

Ermi, Klaus und Brigitte kennen.

Sie schenken den Kaffee und Spezi aus,

damit keiner gähnen muß im

Haus.

Und wenn ich so rüber schau ins Büro,

sitzt der Hans-Jürgen am Computer    Ho, Ho, Ho!!

Der Bürosafe ist Thomas ans Herz gewachsen,

dort hortet der Oasegeld und das ohne Faxen.

Auch die Anne sitzt dort ohne Hohn,

sie kümmert sich sehr um die Organisation.

Ihr habt aus einer alten eine neue Küche gemacht

Aber gute Speisen habt ihr schon immer vollbracht.

Natasa, Antje, Ermi, Martin, Erich und andere mehr.

Sorgen dass der Bauch bleibt nicht leer.

Viel Leckeres wird dort vollbracht,

so gut wie in einem 5 Sterne Restaurant gemacht.

Und braucht ihr mal Apfelstrudel und Donauwelle,

sind Gerda und Inge schnell zur Stelle.

Auch die Oasenzeitung ist sehr gut zu lesen,

man erfährt dort viel über die Mitglieder und ihr Wesen.

Die Claudia bringt sich hier sehr ein,

und schreibt viele Artikel rein.

 

Thomas und Natasa, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 16/2004

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Die anderen Brücken


„du hast einen schönen Beruf“,

sagte das Kind zum alten Brückenbauer.

„Es muß schwer sein, Brücken zu bauen“.

„Wenn man es gelernt hat, ist es leicht“,

sagte der alte Brückenbauer,

„es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen“,

„Die anderen Brücken sind sehr viel schwieriger“,

sagte er,

„die baue ich in meinen Träumen“.

„Welche anderen Brücken?“,

fragte das Kind.

Der alte Brückenbauer sah das Kind nachdenklich an.

Er wußte nicht, ob es verstehen würde.

Dann sagte er:

„Ich möchte eine Brücke bauen

von der Gegenwart in die Zukunft,

über Vergangenes hinweg.

Ich möchte eine Brücke bauen

von einem zum anderen Menschen,

von der Dunkelheit in das Licht,

von der Traurigkeit zur Freude.

Ich möchte eine Brücke bauen

von der Zeit in die Ewigkeit,

über alles Vergängliche hinweg“.

Das Kind hatte aufmerksam zugehört.

Es hatte nicht alles verstanden,

verspürte aber, daß der alte Brückenbauer traurig war.

Weil es ihn wieder froh machen wollte,

sagte das Kind:

„Ich schenke Dir meine Brücke“.

Und das Kind malte für den alten Brückenbauer

Einen bunten REGENBOGEN

 

Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 16/2004

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Geburstagsgtanzl 1


Alex       

Alex der Computermann

hilft bei der Zeitung wann er kann.

Er macht viele Praktikas,

die machen ihm auch meistens Spaß.

 

Frau Otter

Jeden Montag kommt Frau Otter ins Haus,

damit unser Garten sieht gut aus.

Damit es unsere Oasenbabies im Winter warm haben,

strickt sie Strampelanzüge in allen Farben.

 

Inge

Aus Polling kommt die Inge her,

Obwohl ihr Knie schmerzt manchmal sehr.

Obwohl sie noch an Krücken hinkte,

Sie mit uns schnell das Tanzbein schwingte.

 

Hans-Jürgen

Hans Jürgen seit Jahren unser Listenmann

Er immer Action haben kann.

So kommt er öfters in die Oase

Und rumpft unzufrieden die Nase.

Eins muss man sagen, das ist klar

Er die Listen in den Computer tippt wunderbar.

 

Gerda

Wenn jemand gut backen kann,

dann ist es Gerda - das weiß Jedermann.

Beim Backen probiert sie manchmal was Neues aus,

Die Donauwellen wir doch am liebsten riechen im Haus.

 

Otto:

Vom Spüldienst hält sich mancher fern

der Otto aber, er macht es ganz gern.

Engagiert sich in der Clubhaus-Koalisation

und ein neues Mitglied in der Oase ist er auch schon.

 

Emine:

Die Emine wächst immer mehr in die Gemeinschaft hinein.

Die mitgebrachten Bonbons waren gar so fein.

Jeder schätzt das Sitzen auf unseren selbstgewebten Kissen,

darum möchten wir Emine beim Weben auch nicht mehr missen.

 

Anne:

Wir wissen nicht, was die Anne macht so ganz genau,

doch ist sie bekannt als kompetente Frau.

Im LA Piazzetta setzte sie sich ein für unser Recht.

denn der Service war mehr schlecht als recht.

 

Sonja:

Unsere neue EU-Bürgerin, die Sonja

ist Montag und Freitag immer für uns da.

Die Zeitung ist ihr Steckenpferd

das ist für die Oase von großen Wert.

 

Raphaela:

Im Garten ist die Raphaela ein Genie

beim Frühstück referiert sie über Polygamie.

Raphaela ernährt sich sehr gesund

finanziell bringt sie das leider auf den Hund.

 

Michael:

Steht ein kleiner Fiat vor der Tür

dann ist wohl unser Michi wieder hier

Er macht fürs Internet Musik

wofür er viele Stimmen kriegt.

 

Ursula:

Ursula ist trotz ihres Alters noch sehr fitt,

machte sogar die Türkeireise mit.

Wo nimmt sie denn nur den Jungbrunnen her?

Ist es das Yoga, die selbstgemachte Chreme,

oder hat sie noch andere Geheimnisse mehr.

 

Jörn:

der Jörn findet die Zigarre schön,

das Grünzeug läßt er lieber stehen

auch das Geschirr das läßt er warten

bis er hat ausgeraucht im Garten.

 

Alois:

ob Kasse, Hausmeister und Telefon

unser Alois macht das alles schon.

Wir hoffen daß zur Sommerzeit

der Alois ist zum Grillen bereit.

 

Petra :

Beim Arbeiten ist die Petra flink

zum Feiern braucht sie manchen Wink.

Beim Reisen ist sie gleich dabei

sei es Mallorca oder die Türkei.

 

Leni:

Lenis Haarpracht ist sehr schön

die Stimmung kann man an den Bändern sehen.

Sie engagiert sich für psychisch kranke sehr

als PSAG, Selbsthilfegruppe und noch mehr.

 

Christina:

Christina ist im i+s – Team wieder fest dabei

und trotzdem ist ihr die Oase nicht einerlei.

Beim Wandern ist sie immer vorne dran,

auch Radfahren ist ein Hobby worüber sie sich freuen kann.

 

Franz M.:

Auch der Franz ist mit seinem Job im Telezentrum gut dabei

gibt es jedoch ein Schmankerl in der Oase, dann macht er sich frei.

Im Winter ist er oft auf dem Hörndle zu sehn

und jetzt will er wieder auf Radtour gehn.

 

Gemeinschaftsarbeit, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 16/2004

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Geburtstagsgtanzl 2


Alois

Er war im Krankenhaus bei der letzten Geb. Feier

Dort kam er nicht auf seine täglichen 5 Eier.

Bei I+S stemmte er viele Schränke

Dabei verrenkte er sich seine Schultergelenke.

Mit Rat und Tat dem Martin zur Seite er steht

Damit es beim Umbau weiter geht

 

Inge

Die Inge kommt zwar nur noch selten,

aber ihr Apfelstrudel der will was gelten.

Zwar tut ihr sehr weh ihr Knie

Doch den Weg in die Oase vergißt sie nie.

 

Ermi

Seit März die Ermi in Weilheim wohnt,

sie regelmäßig in die Oase kommt.

In der Küche ist sie der Hit.

Und schneidet Kartoffeln schnip, schnip, schnip.

Dort tut sie 2x in der Woche uns die Getränke ausschenken.

 

Leni und Franz

Die Leni und der Franz die ham´s g´schafft mit den eigenen 4 Wänden.

Die Zeit in der Joh.-Dür-Str. konnten sie damit beenden.

Für den I+S stellt sich Leni als Perle heraus.

Viele Aufträge führen sie von Haus zu Haus.

 

Alexander

Der Alexander, er lernt, schult sich um und praktiziert

Damit er wieder in die Arbeitswelt integriert.

Bei All- Stars könnt er so richtig trainieren

und nebenbei über Gott und die Welt philosphieren.

 

Brigitte

Die Brigitte kommt auch in unser Haus

Hält uns mit philipinischen Mitbringseln aus

Auch erzählt sie uns oft von Ihrem Mann

Wie dieser sehr gut grillen kann.

 

Hans

Der Zankl Hans wandert aus

Do kimmt er dann in ä Bauerhaus.

Bei einer einsamem Frau zieht er ein

und leistet ihr Gesellschaft fein.

Er erzählt ihr über Bayer München

und übers Radl fahren so manche Stund.

Und macht so der Frau seine Interessen Kund.

 

Barbara

Die Babsi sieht man zwar nur selten,

es trennen uns ja schließlich Welten.

Doch laden wir sie immer ein so ist der Brauch,

dann nimmt sie die Weltreise trotzdem auf.

 

Sylvia

Die Sylvia ist unser Küken

Mit Ihrer Anwesenheit tut Sie uns beglücken

Auch hilft Sie bei jeder Arbeit die kleine Maus,

Bei der so mancher sagt – o graus

 

Martin

Unser Mann der Martin Stengel

Bei dem do, find`st hoit goa koane Mängel

pflastert hat a, die Küche reisst er raus

Die Arbeit für ihn halt mah aus

 

Susanne

Susanne, Grand Madame von hier

Besucht gern unser Oasenrevier

Sie will dann meistens nur kurz bleiben

Vergißt sich immer einzuschreiben.

 

Frau Oglesbee

Taucht Dienstags bei uns auf

Nimmt weite Wege dann in Kauf

Mit Malen, Basteln, und so weiter

Macht sie so manche Oasenkinder heiter.

 

Angelika

Die Angelika zu uns in die Oase kommt,   

Aus schlechter wird gute Laune prompt.

Sie wäre hier einfach nicht wegzudenken

Drum möchten wir ihr das Gedicht schenken.

 

Stefan W.

Der Stefan hat zu uns die Kurve gekratzt

Er bekommt demnächst seinen Praktikumsplatz

In unserer Redaktionsgruppe ist er der Mann

Der so ziemlich alles kann.

 

Claudia

Die Claudia zwei-, dreimal kommt

Kaum da, fängt sie mit Arbeit prommpt.

Egal ob Listen schreiben oder Putzen,

sie ist für uns vom großen Nutzen

 

Susa

Die Susa macht jetzt wieder Mätzchen

Sie schaffte an sich zwei Kätzchen

Damit, wenn sie ihren Ausgleich sucht im Sport,

Auch jemand ist am Heimatort.

 

Angelika G.

Die Angelika G. hats geschafft

Und Resi zu uns mitgebracht

Die steht bei uns im Hochbeet drin

Und macht ihren Dienst als stumme Therapeutin.

 

Nihal

Die Nihal unsre Apothekenhelferin

Fährt morgens schon früh zur Arbeit hin,

sie schafft das schon einige Jahre lang

von ihren heißen Nächten erzählt sie uns gern.

 

Gemeinschaftsarbeit, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 16/2004

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Heitere Verse von Eugen Roth


Wertbegriffe

Der eigne Herd ist Goldes wert.

Doch nichts so ist beim Krankheitsherd,

da bringt der fremde Gold allein

dem Arzt und Apotheker ein.

 

Untersuchung

Der ärgste Schmerz uns manchmal tratzet,

denn: praesente tactet.

Auf deutsch: Es hat uns bis zum Wahn

noch eben etwas weh getan –

doch fragt der Doktor: Wo? Wie? Wann?

Nichts rechtes man ihm sagen kann.

Der Schmerz, er ist wie weggeblasen

um unverzüglich neu zu rasen

mit deutlich feststellbarer Pein,

kaum, daß wir wieder ganz allein.

 

Köpfliches

Der Kopf muß wohl das Beste leisten –

ihn gut zu schützen, gilts am meisten:

den Eisenkopf von frühen Rost,

den Wasserkopf vor starkem Frost,

den Feuerkopf vor großer Hitze,

den Schlaukopf vor dem einen Witze.

der Dummkopf nur, der keinem nützt,

gedeiht auch völlig ungeschützt.

 

Zum Trost

Leicht sieht ein jeder, der nicht blind,

wie krank wir, trotz der Ärzte, sind.

Doch nie wird man die Frage klären,

wie krank wir ohne Ärzte wären.

 

Mitmenschen

Wir wähnen, als falsche Bemesser,

den anderen geh es viel besser.

Doch mancher, dem´s Herz bricht,

der zeigt uns den Schmerz nicht –

dafür die Fassade viel kesser.

 

Clubhauszeitung Rendezvous Ausgabe 02/2003

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Julien Tuwim (1894-1953)


Das Ziel

Ich suchte es in Paris, in Berlin, wohin wir nur kamen,

dabei war es vor dem Fenster und trug einen polnischen Namen.

Ich dachte, es sei die Macht, eine neue Welt und Geschichte,

dabei war´s ein Bauerngarten mit lachenden Blumengesichte.

Es waren die duftenden Wicken, Malven und frischen Garben,

ausgemalt von der Sonne mit einfachen ländlichen Farben.

Ja wiege dich jetzt, mein Haupt, mein unvernünftiges, wiege,

weil es so rot und blau und gelb vor unserer Stiege.

Ich suchte es mit Hast, dem Eifer eines Propheten,

dabei war es unweit im Gras und sah mich an aus den Beeten.

Ich fahre noch nach New York, nach Moskau und Kopenhagen,

will Gott, dann wird Er nach Tokio, nach Tokio mich ebenfalls tragen.

(1933)

Liebe Leserinnen und Leser,

auf den ersten Blick mag Ihnen dieses Gedichtchen  recht harmlos erscheinen. Mit dem Bauerngarten und den bunten, lachenden Blumengesichtern. Aber wie schon der Titel sagt, handelt es sich doch um etwas ernsteres, wichtigeres: um ein Ziel, ein Lebensziel.

Da erzählt uns ein Dichter wie er durch die Welt reiste und dabei mit Hast und dem Eifer eines Propheten ein Ziel suchte, das er vor Augen hatte; das wie er meinte etwas mit Macht, einer neuen Welt und Geschichte zu tun hatte.

Dabei machte er letzten Endes eine große, wichtige Entdeckung! Er fand nämlich das weltweit Gesuchte plötzlich zuhause direkt vor seinem Fenster und es trug einen polnischen Namen. Dieser hängt letztlich von der Herkunft des Dichters ab. Er läßt sich aber ohne weiteres verändern: z.B. in einen deutschen Namen, etwa einen bayerischen oder hessischen Namen, ohne daß der Reim oder der Sinn des Gedichtes verloren geht.

Der Dichter suchte sein Lebensziel im Großen und fand es dann völlig unerwartet im Kleinen: in der Schönheit seiner Heimat, im Bauerngarten, in den bunten Blumen, in den ländlichen Farben von der Sonne ausgemalt.

Nun kann er in der Zukunft ruhig auch nach New York, Moskau, Kopenhagen oder nach Tokio reisen. Immer wird er in seinem Herzen die Sehnsucht nach seiner Heimat tragen und so wird er in der weiten Welt sich auf die

Rückkehr in sein kleines Reich, mit dem stillen Bauerngarten und den rot, blau und gelben Blumengesichtern freuen.

Liebe Leserinnen und Leser, auch Ihnen wünsche ich von Herzen dieses Ziel: die Liebe zu Ihrer Heimat, der wunderbaren Natur und zu den kleinen Dingen des Lebens, denn  sie allein bringen in unser unruhevolles Leben Ruhe, Glück und Zufriedenheit.

 

Clubhauszeitung Rendezvous Ausgabe 02/2003

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O Wunderbare Gedanken


O wunderbare Gedanken, jugendliche Erlebnisse,

geliebte Erinnerungen, wie singende Träume,

die meine Seele beleuchten.

Wie ein Echo des frommen, kirchlichen Dorfgesangs.

O Träume vieler rosiger Tage,

von blauen Augen verlorener Königinnen.

Wie vorsichtig blicken meine Augen

auf die Erlebnisse vergangener Jahre,

O vergangene Tage, o verlorene Augenblicke.

Ähnlich Liedern in Marmor verborgen,

Ähnlich Worten verschlossen im Staub der Bücher,

Ähnlich Vögeln getötet in hohen Lüften.

O Baum der Sehnsucht, auf dem Grabe gewachsen,

O wunderbare Gedanken, Jugenderinnerungen,

O versunkene Idyllen.

Einst vereint in weiter Wolke

träumten wir von hohen, blauen Kuppeln,

träumten frei zu sein von menschlichen Gesetzen.

Kinder voller Verlangen nach Macht und

Bewunderung.

O Vergangenheit – das Haupt ruhend am Waldstein,

lauschen wir dem Rauschen des Waldes

und der graniten Felsen.

(Rendezvous Garmisch-Partenkirchen)

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Der Traum


Ich lag und schlief; da träumte mir

ein wunderschöner Traum:

Es stand auf unserm Tisch vor mir

ein hoher Weihnachtsbaum.

Und bunte Lichter ohne Zahl,

die brannten ringsumher;

die Zweige waren allzumal

von goldnen Äpfeln schwer.

Und Zuckerpuppen hingen dran;

das war mal eine Pracht!

Da gab’s, was ich nur wünschen kann

und war mir Freude macht.

Und als ich nach dem Baume sah

und ganz verwundert stand,

nach einem Apfel griff ich da,

und alles, alles schwand.

Da wacht‘ ich auf aus meinem Traum,

und dunkel war’s um mich.

Du lieber, schöner Weichnachtsbaum,

sag an, wo find‘ ich dich?

Da war es just, als rief er mir:

„Du darfst nur artig sein;

dann steh ich wiederum vor dir;

jetzt aber schlaf nur ein!

Und wenn du folgst und artig bist,

dann ist erfüllt dein Traum,

dann bringet dir der heil’ge Christ

den schönsten Weihnachtsbaum.“          

                 Hoffmann von Fallersleben


Clubhauszeitung Rendezvous Ausgabe 01/2001

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Zeit-Not


Wir leben in einer eiligen, hastigen Zeit,

nämlich: mit der Uhr in der Hand,

mit der Uhr in der Hand.

Der eine, der schiebt heut den anderen beiseit:

mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir drängen alle vorwärts, ob Hinz oder Kunz,

sind stets außer uns, und kommen niemals zu uns,

denn wir werden mit uns selbst ja nur flüchtig bekannt,

das liegt an der Uhr in der Hand,

an der Uhr in der Hand.

Der Tag, der beginnt schon mit eiligem Lauf,

mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Der Wecker, der weckt uns, da stehen wir auf,

nämlich mit der Uhr in der Hand,

mit der Uhr in der Hand.

Wir gehen nie, wir sind nur auf dem Laufenden stets,

und wenn wir mal wen treffen, dann fragen wir:

Wie geht’s?

Doch ehe der es uns sagt, sind wir weitergerannt:

Mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir machen eine Reise im Automobil, auch hier:

mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir reisen nicht mehr, nein, wir rasen zum Ziel:

mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Und sagt man uns: Die Gegend, die war wohl recht schön,

da sagen wir: Ja, ja, doch wir haben nicht viel gesehn.

Denn die meisten rasen nur vorbei ohne Sinn und Verstand,

und zwar: mit der Uhr in der Hand,

mit der Uhr in der Hand.

(Oase Penzberg)

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Neue Ufer


Will man zu neuen Ufern, muss man den Hafen verlassen.

Ich liebe den ersten Monat im Jahr,

den dritten, den vierten und fünften Monat,

den siebten, den achten, den neunten,

den elften und den zwölften Monat.

Alle haben innerhalb der Jahreszeit

ihren besonderen Reiz.

Das ganze Jahr ist schön.

Sei Shonagon

 

Clubhauszeitung Oase PZ Ausgabe 01/2004

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Ein ganz normaler Abend


Schon seit einer halben Stunde sitze ich hier an dem kleinen Tisch in einer exklusiven Bar. Allein...diesen zu reservieren hat mich 15 Euro gekostet. Natürlich habe ich mir nicht vorgestellt, ohne Begleitung zu sein; jedoch ist die Lady, mit der ich mich verabredet habe, noch nicht eingetroffen.

Um die Wartezeit zu verkürzen, hab ich mir schon mal zwei Bier genehmigt. Wie ich den Kellner rufe, um mir noch eins zu bringen, denke ich mir, was sie wohl dazu sagen würde, wenn sie kommt und ich da sitze und Bier trinke. Also bestelle ich mir ein Glas Wein. Das sieht doch gleich ganz anders aus und hat auch viel mehr Stil. Wo der bestimmt überbezahlte Typ mit dem Tablett, beladen mit meinem Wein, schon einmal da ist, trage ich ihm auf, eine Flasche von dem teuersten Sekt kalt zu stellen. Ohne Kommentar stellt er das Glas ab, schreibt etwas auf einem kleinen Block, den er, einer Politesse gleich, routiniert gezückt hat, und er verschwindet wieder.

Ich schaue auf die Uhr. Verdammt! Sie wird mich doch nicht versetzen! Haben wir wirklich halb sieben ausgemacht? Es könnte auch halb acht gewesen sein. Gut möglich. Na ja, dann kommt sie bestimmt gleich.

Mit dem Spruch "Darf es noch etwas sein?" räumt der Kellner das Weinglas ab. Jetzt brauche ich doch etwas Härteres, denke ich mir, und rufe in den Raum: "Eine Lokalrunde Whiskey!!!"

"Und mir einen doppelten!" flüstere ich dem offensichtlich verdutzten Kerl, in seinem noblen schwarzen Smoking, zu.

Dies sorgt dafür, daß sich die Stimmung in diesem Etablissement erstaunlich schnell verbessert. Auf einmal hört man es auf allen Seiten "eine Lokalrunde Whiskey" brüllen und später von der etwas besoffenen Fraktion stammeln.

Zwischenzeitlich hat eine Band angefangen, ihre Instrumente auf einer kleinen Bühne auf der anderen Seite des Lokals aufzubauen. Ich hingegen bitte den Kellner, eine neue Kerze zu bringen; es sollte doch alles perfekt sein, wenn meine Angebetete wider Erwarten doch noch kommen sollte. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, bestelle ich mir noch einen Wein.

Irgendwie muß man die mittlerweile neunte Runde Whiskey ja runterspülen.

Da öffnet sich die Türe, und sie kommt leichtfüßig, beinahe schwebend, herein und sieht sich um. Sofort schießen die Blicke der männlichen Gäste zu ihr hinüber. – Stille. Selbst die Band hört damit auf, sich einzuspielen.

Sie sieht mich und lächelt mir zu. Sie bricht die Ruhe im Raum, indem sie lauthals "eine Lokalrunde Whiskey!!!" schreit.

Jetzt wird mir klar, daß sie die Richtige für mich ist.

[Marko Sailer, Latterbach, Herzogsägmühle, WISN 1/2004]

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Die drei Bäume


Drei Bäume unterhielten sich über ihre Hoffnungen und Träume, als der erste Baum sagte:

"Ich erhoffe mir, irgendwann mal eine Schatztruhe zu sein. Ich könnte mit Gold und Silber und wertvollen Edelsteinen gefüllt sein.

Ich könnte mit raffinierten Schitzereien dekoriert sein und jeder könnte meine Schönheit sehen."

 

Dann sagte der zweite Baum: "Eines Tages werde ich ein mächtiges Schiff sein. Ich werde Könige und Königinnen übers Wasser tragen und an die Enden der Welt segeln. Jeder wird sich in mir sicher fühlen wegen der Stärke meines Schiffskörpers."

 

Zum Schluß sagte der Dritte: "Ich möchte so groß werden, dass ich der mächtigste und aufrechteste Baum im ganzen Wald bin. Die Leute werden mich auf der Spitze des Berges sehen und zu meinen Zweigen aufschauen und an den Himmel und den allmächtigen Gott denken und wie nahe ich jenen bin. Ich werde der größte Baum aller Zeiten sein und die Menschen werden sich sehr lange an mich erinnern."

 

Nachdem die Bäume ein paar Jahre lang darum gebetet hatten, dass ihre Träume wahr werden mögen, kam ein Trupp Waldarbeiter daher, der sich an die Arbeit machte, die Bäume zu fällen.

Als einer davon zum ersten Baum kam sagte er: "Das sieht nach einem starken Baum aus, ich glaub den kann ich gut an einen Schreiner verkaufen." Dann begann er ihn abzusägen.

Der Baum freute sich, denn er wußte, dass der Schreiner aus ihm eine Schatzkiste zimmern würde.

 

Beim zweiten Baum sagte ein anderer Waldarbeiter: "Das sieht nach einem starken Baum aus. Den kann ich gut an eine Schiffswerft verkaufen." Der zweite Baum freute sich, denn er war sich sicher, dass er auf dem Weg war ein mächtiges Schiff zu werden.

 

Als die Waldarbeiter zu dem dritten Baum kamen bekam dieser Angst. Denn wenn sie ihn fällen würden bedeutete dies das Ende seines Traumes. Der dritte Waldarbeiter sagte: "Ich habe keine besonderen Erwartungen an meinen Baum, also werde ich diesen fällen.", und hieb ihn um.

 

Als der erste Baum beim Schreiner ankam wurde er zu einem Futtertrog für Tiere verarbeitet. Er wurde in eine Scheune gestellt und mit Heu gefüllt. Das war nicht das, um was er gebetet hatte ...

 

Der zweite Baum wurde zersägt und aus ihm wurde ein kleines Fischerboot gebaut. Seine Träume, zu einem mächtigen Schiff zu werden und Könige zu transportieren waren so zu einem Ende gekommen.

 

Der dritte Baum wurde in lange Bretter gesägt und allein im Dunkeln verstaut.

 

Die Jahre vergingen und die Bäume vergaßen ihre Träume.

 

Dann eines Tages kamen ein Mann und eine Frau in die Scheune. Sie bekam ein Kind und sie legten das Baby in das Heu in dem Futtertrog, der aus dem ersten Baum gezimmert worden war.

Der Mann wünschte, er hätte für das Baby eine Wiege bauen können, doch nun musste es diese Futterkrippe tun. Der Baum fühlte die Bedeutsamkeit dieses Ereignisses und wusste, dass er den grössten Schatz aller Zeiten in sich geborgen hatte.

 

Jahre später stieg eine Gruppe von Männern in das Fischerboot, das aus dem zweiten Baum gemacht worden war. Einer von ihnen war müde und legte sich schlafen. Während sie draußen auf dem Wasser waren kam ein Sturm auf, und der Baum war sich nicht sicher, ob er stark genug war, um seine Passagiere sicher ans rettende Ufer zu bringen.

Die Männer weckten den Schläfer und er stand auf und sagte "Ruhe !" und der Sturm legte sich auf ein Mal. Als das passiert war wußte der zweite Baum, dass er den König der Könige in seinem Boot übers Wasser getragen hatte.

 

Zuletzt kam jemand und nahm den dritten Baum. Er wurde durch die Strassen getragen als die Leute den Mann verspotteten, der ihn trug. Als der Zug anhielt wurde der Mann an den Baum genagelt. Der Baum wurde mit dem Mann zusammen aufgerichtet, damit der Mann so - auf dem Gipfel des dortigen Hügels - den Tod finden sollte. Als der Sonntag nahte verstand der Baum, dass er stark genug war, auf der Spitze des Hügels zu stehen und Gott so nahe war, wie es nur möglich sein kann, denn Jesus war an ihm gekreuzigt worden.

 

Die Moral dieser Geschichte ist die, dass auch wenn die Dinge nicht so laufen, wie Du es Dir wünschst kannst Du trotzdem sicher sein, dass Gott einen Plan für Dich hat. Wenn Du Dein Vertrauen in ihn setzt, dann wird er Dir große Gaben geben. Jeder von den Bäumen bekam was er sich erträumte, nur nicht auf die Art und Weise, wie sie es sich vorgestellt hatten.

 

Wir wissen nicht immer, was Gottes Pläne für uns sind. Wir wissen nur, dass seine Wege nicht unsere Wege sind und dass seine Wege immer am Besten sind.

Bitte halte diese Botschaft am laufen. Gib sie weiter, so mag Er dadurch mehr Menschen begeistern.

Möge Dein Tag gesegnet sein. Möge Deine Strasse Dir die Hand geben und Dich begrüssen wenn Du sie betrittst. Möge Dir der Wind immer den Rücken stärken.

Möge Dir die Sonne warm auf Dein Gesicht scheinen. Möge der Regen sanft auf alles fallen, was Du anpflanzt.

Und bis wir uns wiedertreffen, möge Gott Dich in seine Handfläche zeichnen.

 

[Author: unbekannt - WISN 1/2004]

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Schiffbrüchig


S.O.S.

Herr rette meine Seele

Bitte mach mich ganz

Wenn ich schiffbrüchig bin

Auf dem Meer der Unsicherheit

 

Wenn ich im Unglauben ertrinke

Wenn ich Hoffnung, Glaube nicht kennen mag

Wenn ich unsicher bin

Wo ist Rettung ?

 

Unsicher was ich weiß

Unsicher wohin ich gehe

Unsicher was ich fühle

Weiß ich was wirklich ist ?

 

Unsicher was ich getan habe

Wen oder was habe ich verletzt oder getroffen

Hab ich etwas Falsches gemacht ?

Doch jetzt sing ich dieses Lied

 

Unsicher was ich glaube

Herr hilf mir davor zu fliehen mich nur zu grämen

Bin ich ein Lügner, ein Dieb ?

Wenn ich besser gehen sollte, hilf mir zu gehen

 

S.O.S.

Herr rette meine Seele

Bitte mach mich ganz

Wenn ich schiffbrüchig bin

Auf dem Meer der Unsicherheit

 

[Jörg Kuppler, WISN 1/2004]

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Kannst Du nicht Baum auf dem Berge sein ...



Kannst Du nicht Baum auf dem Berge sein,

so sei ein Gebüsch im Tal,

Aber sei das beste Gebüsch weit und breit !

Kannst Du nicht Sonne sein, so sei ein Stern !

Kannst Du nicht Strasse sein, so sei ein Pfad !

Sei, was du bist, aber sei es ganz !

 

Text: Martin Luther King, Foto: jk  [WISN 1/2004]

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Für Natasa


Die Natasa, unser Wirbelwind,

geht nun weg von uns geschwind.

Natürlich werden wir sie sehr vermissen,

hat sie uns doch aus dem Trübsinn gerissen.

Mit ihrem Lachen hat sie uns gezeigt,

daß es oft nicht so schlimm ist unser Leid;

und wir sollen’s in Zukunft weiter üben,

um nicht zu versinken in dem Trüben.

Ja man möchte langsam glauben,

wir müssen nicht total verstauben,

daß das Leben sein kann heiter,

wir sollten nur noch klettern hoch die Leiter.

Vor allen dingen hat Natasa bald erkannt,

was zusammenhält das Oasen band.

Das ist das Kochen und das Essen,

darauf waren wir alle sehr versessen.

Sie kocht für uns die leckersten Sachen,

und es ist wirklich nicht zum Lachen,

wenn wir’s bald nicht mehr kriegen,

ihr gehört ein Preis als Meisterköchin verliehen.

Und die Mitgliedervertreter-Wahl,

hat sie durchgeführt und auf einmal,

wußten wir, dass so was ganz still ablaufen kann,

gewählt wurde dann ein guter Mann.

Beim Kegeln und beim Tanzen dann,

hatten wir einen Riesenspaß zusamm.

Ein Kumpel ist sie durch und durch,

man reiche mir ein Taschenturch,

und bevor ich noch anfang zu weinen,

hör ich lieber auf zu reimen.

Wir geben Dir, Natasa, mit auf den Weg,

alles Gute und Glück und überleg‘.

ob Du nicht doch als Zivi bleibst hier,

wir würden ganz brav sein, das versprechen wir Dir.

 

Gemeinschaftsarbeit, Clubhauszeitung Oase WM Ausgabe 16/2004

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Vlad III. Draculea alias Dracula


Grausamer Feldherr oder einfach nur ein Blutsauger

Als Sohn aus der Ehe zwischen Vlad II. Dracul und der Prinzessin Cneajna von Transylvanien wurde Vlad III. Draculea im Jahre 1431 in einem Haus im Fürstentum Siebenbürgen - heutiges Rumänien, damals zu Ungarn gehörend, später Österreich-Ungarn - geboren. Ob das vermeintliche Geburtshaus, welches heute als Museum für mittelalterliche Waffen und Dracula-Gaststätte dient, das Echte ist, lässt sich durch die Quellen nicht ausdrücklich beweisen. Heute ist Vlad Draculea weiterhin als Dracula bekannt geblieben - in Anlehnung an den Namen seines Vaters, der dem „Drachenorden“( ein Orden ausgewählter Adeliger) angehörte.

Die sagenumwobenen Blutsaugergeschichten, die das "Oberhaupt der Vampire", Graf Dracula, mit Vlad Draculea in Zusammenhang bringen, gehören definitiv in das Reich der Hirngespinste und Fantasien. Vlad Draculea war einer der typischen Herrscher seiner Zeit, in der es galt, sich als Kriegsherr Respekt zu verschaffen. Obwohl viele seiner Taten aus heutiger Sicht als Gräueltaten einzustufen sind, muss man doch sagen, dass sie in der damaligen Zeit keineswegs ungewöhnlich waren.

Eine Reihe von Ortschaften werden immer wieder fälschlicherweise mit dem Namen des Fürsten in Verbindung gebracht. Ein Beispiel ist die Burg Bran (dt. Törzburg, ung. Törcsvar) im Kreis Kronstadt (rum. Braşov). Historisch ist die Festung bis heute nicht als Heimat Draculeas nachweisbar. Der Name Vlad Draculea taucht in der wechselvollen Eigentümerliste nicht auf. Nur in einer Quelle wird erwähnt, dass der Fürst in der Burg Bran einmal übernachtet hat.

Auch gibt es immer wieder Berichte, dass im Grab Vlad Draculeas in Snagov (einem Kloster in Siebenbürgen) keine Leiche zu finden sei - so auch nach einer Öffnung des Grabes im Jahre 1931. Während der Schlacht um den walachischen Thron starb Draculea im Dezember des Jahres 1476. Sein Leichnam wurde in zwei Hälften, Kopf und Rumpf, geteilt begraben.
Bis heute ist jedoch nicht belegt, ob es sich tatsächlich um das Grab des walachischen Herrschers handelt. Allein in den Chroniken eines rumänischen Mönches gab es einen Anhaltspunkt: Danach soll Vlads Leichnam von einer Pilgergemeinschaft aus Snagov über Istanbul nach Bulgarien in ein Kloster mit dem Namen Sveti Georgi (Heiliger Georg) gebracht worden sein.
Also stehen noch viele Fragen offen, die zu beantworten sind:
Was ist mit dem Leichnam geschehen?
Wo wurde er  wirklich geboren?
War er Eigentümer der Burg Bran, oder hat er wirklich nur einmal dort übernachtet?

Soviel, das noch zu klären ist! Oder steckt im sogenannten Mythos, den ganzen Hirngespinsten und Fantasien, doch ein bisschen Wahrheit?
Bildet euch eure Meinung selbst !

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A.D.

 



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