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Leitartikel
Globale Probleme leicht gemacht – Diesmal: Klimawandel
Mittlerweile wird auch dem letzten lobbygeschmierten Leugner klar, dass der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten ist. Zum Beispiel ist es jetzt nicht mehr so heiß wie im Juni, und auch die derzeitige Laubverfärbung ist ein deutliches Anzeichen. Und: Ist es denn wirklich niemandem aufgefallen, dass es jetzt immer früher dunkler wird!?
So kann es nicht weitergehen, meint das SÄGEBLATT, Ihre Fachzeitschrift für investigativen Journalismus.
Wird es auch nicht. Wie gewöhnlich gut unterbelichtete Kreise im so genannten ‚Internet‘ verlauten ließen, endet der Kalender der Maya mit dem Jahre 2012 A.D. (plus/minus ein paar Semestern, um Papst Julians und Gregors prädogmatische Errata, und die durch 636 Schaltjahre angesammelten 1,89 Extrajahre auszugleichen. Außerdem werden die Jahre 1975-77 wegen Frank Farian und Boney M. von der Gesamtrechnung abgezogen).
Eine kryptische, der Redaktion zugemüllte und unter dem Pseudonym ‚Herzogsägmühle Alle‘ abgesandte Elektropost (vermutlich aus den selbst im Binärsystem zahllosen Reihen skeptisch, gar zynisch gewordener IT-Mitarbeiter) gab zwar zu bedenken, dass besagte Maya ihre Festplatte besser ‚defraggen‘ hätten sollen, um ihr eigenes Y2K nicht 700 Jahre zu spät zu datieren; dennoch bleibt anzumerken, dass die neuerliche Zeitverkürzung um eine weitere Stunde („Winterzeit“) den drei heimlichen Weltherrschern Nostradamus, Elvis und Walt Disney (wir berichteten) nicht, wie geplant, mehr Zeit verschaffen wird, sich heimlich in die Internationale Raumstation abzusetzen, sondern uns lediglich dem unvermeidlichen Untergang menschlichen Lebens auf diesem Planeten um etwa 12 Boney M.-Maxisingles näher bringt.
Also, die Abrechnung: U.S. versus Kyoto-Akommen: Roger. – Europäer und Nord-Hemisphäriker plündern Rohstoffe: No problemo. – Wir benehmen uns, als ob wir entweder einen anderen Platz zum Hingehen oder keine Chance mehr haben: Korrekto mundo. – Wir gehen unter: Bruce Willis.
Es gibt vier mögliche Gründe nahen Weltuntergangs, die unser menschlich spezielles Verhalten erklären. Diese, im Rahmen unseres pädagogischen Mandats kurz erläutert, sind:
1) Klimakatastrophe (stattfindend)
Was: Zu warm oder zu kalt, wahl- oder wechselweise beides. Folgen: (+) Palmen am Marienplatz; (-) Völkerwanderung – Preußen aller Art in Bayern
2) Meteoriteneinschlag (unwahrscheinlich, aber berechenbar, falls die Bahn bekannt ist, wie z. B. der CIA…)
Was: Auf die Glocke. Ding dong, der apokalyptische Gnadenknaller. Erdbeben, Tsunamis, etc. Folgen: (+) Keine Preußen mehr übrig; (-) Licht aus.
3) Präzession
Was: Wandel der Erdachse auf Bahn um die Sonne/Wechsel magnetischer Pole/des Magnetfelds der Erde; etwa alle 25.800 Jahre (unausweichlich) Folgen: Keiner weiß, da keine lebenden Zeugen oder Aufzeichnungen. Vermutlich: (+) Großes Humptata; (-) Handys funktionieren nicht mehr/ Nordlichter(!) in Bayern. Außerdem: (+) Weniger Gammelfleisch, wenn Sie schnell genug sind; (-) Zugvögel stürzen ab.
4) Supervulkan/massive tektonische Verschiebungen
Was: Ernsthafte Umverteilung geographischer Gegebenheiten. Folgen: (+) Feuerwerk; (-) Ascheregen. (+) Mehr Camping; (-) Licht aus. Bonus: (+) Zurück zur Natur; (-) Häuser weg.
Sie sehen, es gibt nichts zu befürchten. Im einen wie im anderen Fall wird sich das Leben in Bayern, von bis dahin zunehmenden Hochwassern, Regen- und Schneefällen abgesehen, einfach angenehmer gestalten. – Wir empfehlen dennoch, schon jetzt, Bewaffnung; Bayern ist, immerhin, traditionell das Texas der Deutschen (obwohl, McPom – schon der Name, und Horden bewaffneter Radikaler… aber wir vertrauen, Bayern bleibt Bayern). – Wenn die Hochwasser steigen (so ungefähr bis Göttingen), bieten sich außer Weißwurst- und Knödelexport in nahe gelegene ehemalige Bundesländer auch traditionelle politische Lösungen an. Vielleicht eine Mauer? So von Tschechien bis Baden-Württemberg?
Also, viel wird sich nicht ändern. Nur Kaftane statt Lederhosen, Turban statt Gamsbart; die Kara-Ben- Nemsifizierung des Oberlands.
Öha! – Wasserpfeife statt Schnupftabak?
Wos?!? – Naaa, soweit kommts nimma!,
spotzt
Ihr Chefreaktionär
Gottfried Kessler
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Gottfried Kessler, CvD |
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