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Kulturkritik




(Wellpappenverbrauch im Bevölkerungsdurchschnitt)

Der Aufschwung naht! (Folge 57)

 

Rechts zitierter Klassiker stammt von Fabian Reinecke, war ein Beitrag zum (ebenfalls wenig gelesenen) satirischen Internatsmagazin Die Falschmeldung im Jahr 1982, und wird hier im Rahmen des bis zum Erscheinen dieser Kolumne unterrepräsentierten medienpädagogischen Mandats des SÄGEBLATTs gezeigt, um geneigtem Leser zu verdeutlichen,

a) dass die Bibel bzw. das Buch ‚Prediger‘ Recht hat, und es nichts Neues unter der Sonne gibt,
b) was zu viel Freizeit und leichtfertig zur Verfügung gestellte Medienpräsenz im Menschen auslösen können, und
c) dass das, was einst in Deutschland gut war und galt, auch heute nicht verkehrt sein muss.

 

Wir können also ganz ruhig bleiben, und mit dem Stressen aufhören, denn die Rente, meine Damen und Herren, ist sischer. Da gibt’s kein Vertun.

 



Update für Verschwörungstheoretiker, Teil 1: RTL 2

 

Mabuse. Mehr sag' ich nicht.




   




Konsul von Gllbdrzwrtz

Amis haben Recht: Doch! Es gibt Extraterrestrische!

 

Sie sind uns technologisch weit überlegen, und fliegen von ihrer Lichtjahre entfernten Heimatwelt auf einer nach neueren wissenschaftlichen Schätzungen mindestens, wenn nicht länger dauernden Reise hierher, weil sie nichts Besseres zu tun haben, als irgendwelchen Hillbillies aus North Dakota auf grässliche Weise Analproben zu entnehmen.

Na klar. Klaatu verada nikto, kann ich nur sagen.

 

Das planetarische Parlament von Gllbdrzwrtz hat dazu in einem unbestätigten Communique verlauten lassen, tough shit, Erdlinge, euer Planet dient höher gestellten galaktischen Zivilisationen eben als eine Art 'Ballermann' für Außerirdische.
Ach so.



Mehr Dope für Amerikaner

 

Das trifft sich gut mit dem Diktum der „Scientology", dass die Erde ein Gefängnisplanet für in Wirklichkeit außerirdisch existierende Geistwesen („Thetans") sei, die der böse Lord Xenu (Ungelogen! – Hatte einmal im englischsprachigen Ausland die Gelegenheit privilegierten, aber nichtoffiziellen Einblicks in unvorsichtig herumliegen gelassenes scientologisches Lehrmaterial der Stufe 5) im Inneren eines erloschenen Vulkans auf eben jenem Planeten gefangen hielte, weswegen wir unrealisierte Thetans uns dies Jammertal hier als eine Art kollektiver Illusion selber ausmalen.

 

Dies lässt zwei Schlüsse zu: 1) Bis man zu „Stufe 5“ gelangt, ist man schon so viel Geld los, und so weich in der Birne, dass das dann auch noch plausibel klingt; 2) Holla! Wenn die Yankees (siehe Tom Cruise) ohne Medikamente oder psychiatrische Drogen schon so drauf sind, brauchen sie auch nicht mehr so ein Gezicke um Cannabis veranstalten. Das kann’s auch nicht mehr schlimmer machen.


Warum ich zur Hölle fahre

 

Wo wir gerade dabei sind, in besagtem englischsprachigen Ausland hat mir einmal eine selbstbezeugt wiedergeborene fundamentalistische Protestantin (geht das eigentlich? Na, egal) erzählt, Gott wäre gegen Homosexuelle, und „unser“ vordringlicher sozialer Auftrag in dieser Zeit wäre, die Legalisierung von Homohochzeiten zu verhindern, weil selbige „unsere“ Gesellschaft unterwanderten, und „unsere“ Kinder zu ekeligen (und kommunistischen) Abirrungen verführten.

– Okay, ich habe keine Kinder; jedwede Gesellschaft, die offensichtlich irres Madamsel einschließt oder gar zum Vorsitz macht, nötigt mich zu hastiger Flucht, und die mögliche Verführung meiner ungeborenen Kinder zu ekligen (und kommunistischen) Verfehlungen löst in diesem Falle stillen, aber heftigen Beifall aus. Haut rein, kids; tretet diesen traurig hängenden Hintern. Dafür ist er da, und dafür seid Ihr da, damit das Leben weitergeht, und nicht an mir altem Sack vorbei. Kein Problem. Madamsel allerdings jagt mir Angst ein.

Auf das darauf folgende Angebot des naheliegenden, nur für den Zweck leicht abgewandelten ‚Rambo III‘-Zitats, „Ah, Gott muss Homos lieben, denn er macht so viele davon“, reagiert sie mit blankem Starren. – Okay, also bin ich im Arsch (siehe North Dakota). Von Kolumnen wie dieser abgesehen, trag ich’s mit Fassung.

Liebe Kinder: Solltet Ihr Euch in Eurem Leben ebenfalls Madamsel in einer ihrer vielen Verkleidungen ausgeliefert sehen: Es gibt eine kurze Antwort, zwei Wörter, zwei Silben; und keine Angst vor der bösen Alten, denn das nächste Schiff von Gllbdrzwrtz ist bereits auf dem Weg, und der ihr implantierte Peilsender funktioniert vortrefflich.

 

Sagt

 

(Jugendbeauftragter) Gottfried Kessler

 



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