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Editorial


von Ammerindianer (und Freudianer), Chefredakteur Gottfried Kessler
 
Dualismus: Die Burzel des Wösen. – Im Ort zum Leben werden auch viele Dinge beiseite geschoben; Stolz, Neid, Missgunst, Hochmut und Hinterlist. Wenn wir diese Dinge nicht in uns selbst wahrnehmen und anerkennen, müssen wir sie verdrängen, und dann kommt des Menschen wahrer Triumph über die Tierwelt, die Projektion ins Spiel. Denn nur weil etwas verdrängt wird, ist es ja nicht weg, und das, was wir in uns selber nicht annehmen wollen oder können, wird auf andere verlagert, und begegnet uns auf diese Weise immer wieder im angeblichen Verhalten unserer Mitmenschen (obwohl rein technisch nicht ausgeschlossen ist, daß die tatsächlich einen an der Waffel haben, aber das nebenbei).


Das muß ein Ende haben! Unsere dunklen Seiten brauchen ein Ventil. – Nur in der Cafeteria über einem gepflegten Spezi über Mitarbeiter oder Mitbürger her zu ziehen, oder sich am Bürodrucker gegenseitig über Vorgesetzte zu beschweren, reicht im Zeitalter digitaler Revolution und weltweiter Vermaschendrahtung nicht mehr aus. Nein, wir brauchen ein Forum für das Rabenschwarze, ein Protektorat für die schöne alpenländische Tradition der Niedertracht.

 

Deshalb das SÄGEBLATT. Hier gibt es Aufgeschnapptes und Schwerverdauliches, brilliante Literaturbeiträge von verkannten, ortsansässigen Dichtern und Denkern des Abendlands; sensationelle Enthüllungen aus dem Betrieb, gezielte Desinformation, und natürlich jede Menge Nippel.

 

Etwaige Verglimpfung oder -unglimpfung lebender, toter oder ähnlicher Personen ist bei einem solchen Projekt mehr oder minder zwangsläufig. Nehmen Sie’s nicht schwer; jede Publicity ist gute Publicity, und im Zweifelsfalle nimmt Sie immerhin jemandem ernst genug, Sie zu vergesäßen müssen wollen glauben zu dürfen.

 

Wenn Sie den letzten Satz verstanden haben, sind Sie wahrscheinlich als SÄGEBLATT-Leser ohnehin überqualifikationisiert. Aber andererseits können Sie noch als Beispiel, oder wenigstens als bewegliches Ziel dienen, und sich auf solche Weise in diesen Seiten wiederfinden; auch ein Trost in dieser schalen Welt.

 

Abonnieren Sie deshalb jetzt das echte, unzensierte SÄGEBLATT (diskret geliefert per E-mail unter neutralem Titel wie „Fortbildungsangebot für Mitarbeiter, Bürger, und solche, die es werden wollen“) direkt in Ihr Postfach für nur € 5,- (oder zwei ordentlichen Leberkässemmeln plus süßem Senf – abzuliefern, warm, mit Zahlungsbeleg vom selbigen Tag, in der Redaktion) im Monat, und wir legen der Elektropost extra ein künstlerisch wertvolles, und beitragsrelevantes Aktbild aus dem Fundus von Google bei. Mehr Mehrwert geht gar nicht.

 

Bonus (nicht zu unterschätzen): Das wöchentliche philosophische Zitat „SÄGESPÄNE“ – eine Wühlkiste, nein, Fundgrube denkerischer Weisheit aus Ost und West, die wir nicht an ‚Herzogsaegmuehle alle‘ senden dürfen, weil das ja (im Gegensatz zu üblichen „Server im Eimer/funktioniert wieder/nein, doch nicht/immer mit der Ruhe/gleich dann/jetzt wieder/war was?“-Mails) Spam wäre, und den Server überlasten könnte.
Tragen Sie sich deshalb ein in unsere Mailing-Liste, und das SÄGEBLATT hält Sie auf dem Laufenden, was passiert, nicht so passiert ist, passieren könnte, oder nicht hätte passieren sollen. Auf jeden Fall leicht verdaulich, und kein Beschwernis für Darm oder Postfach. Schreiben Sie uns eine Mail mit "Ich will": das ganze Elend – nur einen
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Sie können auch beitragen: Ja, das SÄGEBLATT sucht freie, ehrenamtliche Mitarbeiter! – (Bezahlung, in Naturalien oder ähnlichen Lebensmitteln aus der Krämerei optional, aber nicht garantiert) – Beiträge zu Sinn, Unsinn, und Wahnsinn des täglichen Lebens im Ort oder anderswo jederzeit unter saegeblatt@saegeweb.de. Beiträge werden auf Wunsch unter Pseudonym veröffentlicht (bitte wenden Sie sich in der Hinsicht vertrauensvoll an Society-Lady Walburga Gräfin von Reibach-Schanker in der Redaktion), und in unregelmäßigen Abständen auf allgemeine Lebensqualität hin untersucht von unserem freien radikalen Mitarbeiter Killfried Wnorr, der, selbst dem Kabarett nicht abgeneigt, Milde walten lassen wird, und versichert, dass eventuell namentlich gezeichnete Beiträge in keiner Weise Auswirkungen auf Ihre, höhö, berufliche Zukunft in Herzogsägmühle haben werden.

 

Noch Fragen? – Dann Rock’n Roll

 

Ihnen viel Spaß mit der Erstausgabe vom SÄGEBLATT,

 

Die Redaktion



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